Wie gesund ist die niederländische Küche?

Frikandel Speciaal
Spiegel Online vermeldet heute auf seiner Webseite zwei Nachrichten, die mit gesunder Ernährung zu tun haben:

Eine Warnung von Onkologen, dass schlechte, insbesondere vitaminarme und fett-, zucker- und salzreiche Ernährung das Risiko erhöht, an Krebs zu erkranken.
Eine Studie der NGO Oxfam, wonach niederländisches Essen das beste Essen der Welt ist

Wie passt das zusammen? Schließlich ist die Frikandel Speciaal das holländische Nationalgericht Nummer Eins, eine frittierte Hackfleischstange, die in einem Meer aus Mayonnaise und Ketchup zur letzten Ruhe gebettet wird. So etwas kann kaum als gesund durchgehen.

Sicherlich gibt es bei den Poldern auch feine und gesunde Lebensmittel, aber grundsätzlich ist die holländische Landwirtschaft hochindustrialisiert und die Küche zeichnet sich keineswegs durch den sensiblen Umgang mit frischen Produkten aus, sondern eher durch kräftige, fetthaltige Produkte, die dem Koch wenig Sachverstand bei der Zubereitung abverlangen. Warum ist Oxfam also auf die Idee gekommen, dass die niederländische Küche beispielhaft für die Welt sein könnte?

Der Name Oxfam leitet sich ab vom OXford committe of FAMine relief. Es handelte sich historisch also in erster Linie um eine Gesellschaft zur Bekämpfung des Hungers. Und wer den Hunger bekämpft, der denkt darüber nach, wie er Menschen mit Kalorien und Nährstoffen versorgt.

Holländisches Essen ist also keineswegs „das beste“, wie der Spiegel titelt. Die holländische Lebensmittel-Industrie ist lediglich besonders gut darin, Menschen günstig abzuspeisen. Das kann die Bundeswehr allerdings auch.

Bild sjeemz

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