Tortilla, Krabben und Safran

Diese Tortilla ist ein der kleine, feine Snack, der einen guten Tag zu einem besonderen Tag macht. Ein spanisches Rezept, veredelt mit Krabben und feiner Safransoße.

Man stelle sich vor, es ist nichts im Haus außer Eiern und Kartoffeln. Alltag, nicht zuletzt auch in meiner Küche. Nun kann der leidende und hungernde Zeitgenosse mit einem Glas Nutella auf dem Sofa darüber nachdenken, wie es soweit kommen konnte. Oder er schaut noch ein zweites Mal in die Schränke und mobilisiert sein schöpferisches Potential.

Tortilla Francesa und Safrankrabben

Ein oder zwei gute Zutaten sollten sich in jeder Kühl- und Gefrier-Kombination finden lassen. Ein paar frische Kräuter oder ein Stück Parmesan zum Beispiel sind schon die halbe Miete. Ein bisschen gefrorener Fisch ist schon fast die Kaution. Ein erneuter Blick zu den Kartoffeln und der Nebel verzieht sich: Eine Tortilla soll es werden. Für meinen verkaterten Besuch und mich.

Dafür schäle ich vier oder fünf mittlere Kartoffeln und schneide sie in kleine Spalten. In einer passenden Pfanne brate ich sie nun in „tiefem Fett“. Dafür muss das Öl die Kartoffelspalten in der Pfanne fast ganz bedecken. Und es muss fritteusenhaft sprudeln, sobald die Kartoffeln dazu kommen. Nun dauert es einige Minuten, bis sind gar sind, und ich nutze die Zeit und kümmere mich um eine kleine Soße, die man zu einer Tortilla eigentlich nicht braucht.

Dafür würfele ich eine Zwiebel und zwei kleine Knoblauchzehen. Die Hälfte gebe ich in einen Topf mit einem Schuss Öl wo sie andünsten. Die andere Hälfte der Zwiebelwürfel ist übrig. Also gebe ich sie zu den Kartoffeln, die ich nebenbei immer wieder umwende und ein bisschen schwenke. Als die Zwiebeln in meinem Topf schon ein bisschen Fahrt aufgenommen haben, kommt meine Premium-Zutat in Spiel: einige Krabben, die ich noch im Gefrierfach hatte – King Prawns vom Discounter.

Wenn sie in den Topf fallen muss es ein bisschen zischen, so heiß sollte die Flamme schon sein. Andererseits muss ich aufpassen, denn wenn das Getier zulange kocht, wird es hart und dann hat man das Schönste vernichtet: die wunderbare Konsistenz. Während sie zusammen mit den Zwiebeln andünsten, streue ich einige Fäden Safran darüber, schwenke alles einmal durch und gieße dann einen halben Becher Sahne dazu. Jetzt drehe ich den Herd voll auf, denn die Sahne soll soweit verkochen, dass wir eine cremige Soße bekommen, am besten gerade dann, wenn die Krabben fertig sind.

Die Kartoffeln für die Tortilla sind inzwischen gar, das habe ich probiert. Also kommt der nächste Schritt: Mit Hilfe eines Tellers gieße ich das heiße Fett ab. Sparsamere Geister heben es in einem Glas für das nächste Mal auf, bei mir verschwindet es jedoch im Abfluss. Die Kartoffeln liegen nackig in der Pfanne und ich würze sie mit reichlich Salz und Pfeffer aus der Mühle. Dann lasse ich vier kräftig verquirlte Eier darüber fließen. Auf kleiner Flamme soll diese Masse nun zu einem goldenen, duftenden Kartoffelkuchen verbacken.

Der Safran hat der Soße eine schöne, gelbe Farbe gegeben. Ich probiere: ohh, die sie ist gut! Mit einer Prise Salz, etwas Mühlenpfeffer und einem Spritzer Zitronensaft schmecke ich ab. Nun warte ich, bis die untere Seite der Tortilla fertig ist. Mit einem Wender hebe ich sie an und schau drunter. Wenn sie goldbraun und richtig fest ist, ist es soweit. Mit Hilfe eine großen Tellers stürze ich sie, und lasse sie auf der anderen Seite zurück in die Pfanne rutschen, und das obwohl die obere Seite noch ein bisschen schmontzig ist. Nach dieser kleinen Sauerei backe ich kurz die andere Seite fertig. Das geht nun deutlich schneller. Kurz darauf steht ein Köstlichkeit auf dem Tisch. Ich lege ein paar Krabben darauf und verteile die Soße. Safran und Krabben – ausprobieren!

Ps. Für das Bild gab es noch ein wenig Salat aus Rauke und Karotten. Musste weg.

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