Ungenügend: Tom-Kha-Paste von Bamboo Garden

Tom-Kha-Paste

Tom-Kha-Paste von Bamboo Garden

Eine Tom Kha Gai ist eine cremige thailändische Hühnersuppe mit Kokosmilch, die man hier im Berliner Osten an jeder Ecke bekommt. Die wörtliche Übersetzung lautet Suppe-Galgant-Huhn. Eine Tom Kha Gung ist hiernach eine Suppe mit Galgant und Krabben. Dazu gehören außerdem Pilze, Ingwer, Frühlingszwiebeln, Zitronengras, Limettensaft, Koriander und Chili. Soweit die schmackhafte Theorie.

In der Praxis bietet uns die Industrie auf vielen Regalmetern im Supermarkt die Illusion einer exotischen Küche an. Ganz vorne spielt in diesem Segment die Firma Fuchs mit, ein der größte Anbieter von Gewürzen in Deutschland. Zu dem erfolgreichen Quasi-Monopolisten gehören u.a. die Marken Ubena und Ostmann (auch Gewürze), Kattus (mediterran orientierte Zutaten), Escoffier (kalte Saucen), Fuego (texmex) und Bamboo Garden für asiatische Zutaten.

Die verblüffende Chuzpe, mit der die Produktentwickler ihre hochpreisigen Nischenprodukte anbieten, offenbart der der obligatorische Blick aufs Zutaten-Etikett: Von Galgant ist nichts zu sehen. Kein Galgant in einer Galgant-Suppe? Ich habe bei Fuchs nachgefragt: Galgant verbirgt sich auf dem Etikett unter dem Sammelbegriff „Gewürze“, erklärt mir Sabine Reitzuch, die Marketing-Leiterin. Aufgrund meiner Nachfrage werde man erwägen, die Zutat in Zukunft gesondert aufzuführen. Die Mengen, in denen Galgant bisher verwendet wird, dürften allerdings so gering sein, dass es kaum für einen der vorderen Plätze auf dem Etikett reichen wird.

Wer sich an einer richtigen Tom Kha versuchen will, der kann so oder so auf die Paste verzichten und gleich auch die Bamboo-Garden-Kokosmilch links liegen lassen. Denn sie beinhaltet Verdickungsmittel, dass als billiger Ersatz für das teurere Kokosmark beigemischt wird. Ein Blick auf das Etikett verrät’s …

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