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	<title>DeliDauerDienst &#187; Kochbuch</title>
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	<description>Delikat essen in Berlin und anderswo</description>
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		<title>Au&#223;en hui, innen Innereien</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 07:55:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kochbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=105,right,thumb]Es ist ein ausgesprochen sch&#246;nes Buch, das mir da gestern auf den Schreibtisch kam. In Leinen gebunden, in der Farbe eines alten Bordeaux, innen vornehm k&#252;hl gestaltet mit Fotos und Design aus dem Studio <a href="http://www.projekttriangle.com/">Projekttriangle</a> aus …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/02/siebeck.jpg" alt="Wolfram Siebeck, Das Kochbuch der verp&#246;nten K&#252;che" title="Wolfram Siebeck, Das Kochbuch der verp&#246;nten K&#252;che" width="430" height="296" class="alignnone size-full wp-image-354" /></p>
<p style="text-align: right"><font size=1>Bild KHH</font></p>
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Ein sehr sch&#246;nes Buch kam mir gestern auf den Schreibtisch. Im Innern pr&#228;sentiert es sich frisch und k&#252;hl und hebt sich damit angenehm vom provencalischen Look der meisten anderen Kochb&#252;cher ab. Gebunden ist es in Leinen in der Farbe eines alten Bordeaux. Wolfram Siebeck hat sich mit diesem Band einmal mehr aufgemacht, die kulinarische Landschaft umzugestalten. Es geht um nachhaltige und zu Unrecht vergessene Gen&#252;sse. Es geht um all das, was man in der entwickelten Welt eigentlich nicht mehr zu essen bereit ist.
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Nicht nur dank der &#228;u&#223;eren Erscheinung ist das &#8220;Kochbuch der verp&#246;nten K&#252;che&#8221; eine Mischung aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henriette_Davidis">Henriette Davidis</a> und London vor der Krise. Nein, dieses Buch spannt auch inhaltlich einen Bogen zwischen Tradition und Gegenwart, wie er aktueller kaum sein k&#246;nnte – rechnet man die Zeitverz&#246;gerung mit ein, die es nun einmal braucht, bis Trends von der Insel deutschen Boden erreichen.
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Denn das was Siebeck da beschreibt – die R&#252;ckkehr zum ganzheitlichen Essen – das gibt es in London schon seit Jahren. Im <a href="http://www.stjohnrestaurant.co.uk/">Restaurant St. John</a> werden Markknochen und Schweinsf&#252;&#223;e genauso serviert wie Ochsenherz und Blutkuchen. Appetit bekommen? Nein, vermutlich noch nicht. Denn die Abneigung gegen Fleischliches jenseits von Steak und Kotelett ist uns dank der ungebrochenen Dominanz von Magerfleisch und Superm&#228;rkten tief eingebrannt.
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Gerade deshalb ist dieses Buch so wichtig. Es beginnt mit harmloser Kalbsleber nach Berliner Art, wie sie manch verzagte Esser zumindest schon einmal probiert (und seither strikt abgelehnt) hat und steigert sich &#252;ber Kalbsherz mit Wei&#223;en Bohnen bis hin zu gebackenem Hirn oder Zunge mit Lauch und Curry. Dass dies alles dem Esser Hochgenuss bescheren kann, beginnt man zu ahnen, wenn man ein wenig in das Buch hinein liest. Mit der gewohnt beschwingten Art beschreibt Siebeck in wenigen Worten wie man Nieren mit Honig zubereitet, oder eine Scheibe Landbrot mit Knochenmark und Meersalz veredelt.
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Und so ist dieser Band nicht nur ein Handbuch f&#252;r die anspruchsvolle K&#252;che, sondern eine Inspiration f&#252;r die Autoren von Speisekarten und deren Leser. Wieviel leichter w&#252;rde es fallen, einem anerkannten Koch in einem heimlichen Augenblick &#8220;Hirn und R&#252;hrei&#8221; abzukaufen, als dieses Gericht am Wochenende f&#252;r eine hungrige Wohngemeinschaft zuzubereiten. Der Sturm der Entr&#252;stung w&#252;rde jeden Genussmoment davon wehen, wie der W&#228;hlerwille Andrea Ypsilanti.
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Dieses Buch soll dem Leser als Denkansto&#223; dienen. Denn wie traurig und kurzsichtig ist es, sich auf Schweinelendchen und Putenbrust zu versteifen, w&#228;hrend uns alles &#220;brige heimlich als Lyoner oder Bierschinken untergeschoben wird. Es wird einige Zeit dauern bis Innereien wieder den Massengeschmack treffen, aber eines Tages werden sicherlich Champagnerkutteln auf der weihnachtlichen Festtafel stehen. Abwegig? Vor zehn Jahren war Sushi f&#252;r die meisten Deutschen auch nur roher Fisch – und damit ungenie&#223;bar.
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<p><em><strong>Wolfram Siebeck, &#8220;Das Kochbuch der verp&#246;nten K&#252;che&#8221;,</strong> Edition Braus, 200 Seiten, 39,90€, Gestaltung <a href="http://www.projekttriangle.com/">Projekttriangle</a>.</em></p>
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		<title>Warte noch ein Weilchen</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Feb 2008 09:13:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storys]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Kochbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Siebeck]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=122,right,thumb]In kulinarischen Texten und Gespr&#228;chen l&#246;st der Name "Wolfram Siebeck" stets gespaltene Reaktionen aus. Ein guter Freund, der ihn einmal pers&#246;nlich kennenlernte, spart beispielsweise nicht mit genervten Kommentaren, wenn man ihn um  …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/02/wsiebeck.jpg" alt="Wolfram Siebeck" title="Wolfram Siebeck" width="430" height="323" class="alignleft size-full wp-image-1025" /></p>
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In kulinarischen Gespr&#228;chen l&#246;st der Name Wolfram Siebeck stets gespaltene Reaktionen aus. Ein guter Freund, der ihn einmal pers&#246;nlich kennenlernte, spart beispielsweise nicht mit genervten Bemerkungen, wenn man ihn um seine  Einsch&#228;tzung des Kritikers bittet. Es mag freilich auch daran liegen, dass der Freund (im Rahmen eines ZEIT-Kochwettbewerbs) der Kritisierte war. Doch auch von Journalistenkollegen und Profik&#246;chen sind von Zeit zu Zeit verst&#228;ndnislose Kommentare zu h&#246;ren.
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Ich selbst bin mit Siebeck aufgewachsen und verehre ihn seit jeher. Sein leichter aber pointierter Stil vermittelte mir w&#246;chentlich Eindr&#252;cke davon, was es in der Welt der Gastronomie zu entdecken gibt. W&#228;hrend mein Vater die ZEIT schm&#246;kerte, &#252;berlies er mir das beiliegende Magazin, jedoch nicht ohne vorher selbst einen Blick auf Siebecks Kolumne geworfen zu haben. Einige seiner Rezepte haben seit dem einen festen Platz in meinem Repertoire – so zum Beispiel die Entenbrust, die &#252;ber der Fettpfanne voll bestem Rotwein im Ofen gegrillt wird. Besser kann man dieses Fleisch nicht zubereiten.
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Auch wenn man es ihm auf den Fotos nicht ansieht, der Meister steuert auf den 80-sten Geburtstag zu. Zwischen meinen B&#252;chern finden sich inzwischen f&#252;nf Werke aus seiner Feder – angefangen mit der &#8220;Kochschule&#8221;, &#252;ber Bildb&#228;nde mit Festmen&#252;s bis hin zu seinem j&#252;ngsten Werk &#8220;Die Deutschen und ihre K&#252;che&#8221;, das in diesen Tagen in der Post war. Darin pr&#228;sentiert er zwar auch einige Rezepte, die er weitgehend unbearbeitet aus historischen Quellen &#252;bernommen hat, vorwiegend widmet er sich jedoch dem Studium der deutschen Genusskultur im Wandel der Jahrhunderte.
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Mit Weitblick geht er dabei auf die Verwerfungen ein, denen die Bewohner Mitteleuropas im Lauf der Zeit zum Opfer gefallen sind und freut sich dar&#252;ber, dass die deutsche K&#252;che inzwischen das ewige Hungertrauma &#252;berwunden hat und den Extravaganzen fr&#246;nt. Dass das so ist, ist nach eigenem Bekunden ma&#223;geblich auch sein Verdienst, und vielleicht stimmt das sogar. Wenn das Gespr&#228;ch auf den Neuen Patriotismus f&#228;llt, will er jedoch &#8220;sofort kotzen&#8221;, wie er dem Focus freim&#252;tig offenbarte. So h&#228;lt er auch nichts von den Anordnungen des Bundespr&#228;sidenten, m&#246;glichst viele deutsche Produkte in den K&#252;chen und Kellern von Schloss Bellevue zu verwenden. Seine Vorstellung geht eher in Richtung der regionalen K&#252;che der Slowfood-Bewegung, wobei ihm Staatsgrenzen recht egal sind.
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Siebecks n&#228;chstes Buch wird sich dem Thema &#8220;Innereien&#8221; widmen. Er wird damit wieder ein Zeichen setzen, denn Nachhaltigkeit bedeutet auch, ein Tier ganz zu verwenden anstatt sich nur auf die w&#228;ssrigen Koteletts zu beschr&#228;nken. Damit betritt Siebeck wiederum Neuland, denn die Deutschen ekeln sich seit jeher vor Nieren, Kutteln, Bries und Leber. Es ist h&#246;chste Zeit, an dieser Stelle den Hebel anzusetzen. Dass das m&#246;glich ist, beweist beispielsweist seit Jahren das St.John&#8217;s Restaurant in London, das sich erfolgreich auf die abwegigen Nebenprodukte der Tiermast spezialisiert hat.
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Bis das neue Buch erscheint nehmen wir aus Ermangelung an Alternativen den aktuellen Siebeck zur Hand und lassen uns erkl&#228;ren, wie Martin Luther der Esskultur den Gar aus machte. Wolfram Siebeck: Die Deutschen und ihre K&#252;che, Rowohlt Berlin Verlag, 24,90 Euro.</p>
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