Schweinefleisch mit Sellerie

In den grünen Stauden steckt das gute Gemüsegarten-Aroma. Das macht sie zu einem Klassiker der italienischen Küche.

Eine Viertel-Knolle Sellerie gibt jedem Fond das satte Aroma, dass ihn zu einer guten Soße macht. Aber wehe man tut zu viel in den Topf! Dann leidet die Suppe unter dem Geschmack von osteuropäischen Kartoffelkellern. Mit Zitrone oder Vermouth kann man das vielleicht in den Griff zu kriegen, aber vermutlich wird der primitive Charakter alles zerstören. Das war für mich Sellerie – bis letzte Woche…

Sellerie mit Schweinefleisch

Denn die italienische Küche weiß wieder alles besser. Die grünen Stiele, die oben an der Knolle dran sind, sind so knackig, dass das Hineinbeißen eine wahre Freude ist. Gleichzeitig schmecken sie leicht salzig und nach Gemüsegarten im Sommer. Wirklich richtig gut. Die Rohkostfreunde unter den Lesern werden sich jetzt verwundert die Augen reiben, denn ein Geheimnis ist das nun wirklich nicht. Es ist halt nur so, dass ich es eben nicht wusste.

Auf das unkomplizierte Rezept mit dem Sellerie hat mich der Besuch bei La Buona Forchetta gebracht. Dort wird launig und unkompliziert die italienische Küche zelebriert. Und Sellerie gehört dort fest ins Programm. Danach habe ich mir ein Herz gefasst, und mich beim Gemüseladen auf der anderen Straßenseite mit Sellerie eingedeckt. Dann fehlten nur noch zwei Schweineschnitzel, alles andere ist vermutlich in jeder Küche vorhanden.

Die Schnitzel klopfe ich ein wenig flach und schneide sie in Streifen. Die bestäube ich mit Mehl und gebe sie in eine heiße Pfanne, in der schon eine kleingeschnittene Zwiebel schmort. Das Fleisch sollte – gewürzt mit etwas Salz und Pfeffer – drei bis vier Minuten sanft braten. Wenn ich es aus der Pfannen nehme und mitsamt seinem Saft und den Zwiebeln in einer Schüssel beiseite stelle, soll es noch richtig saftig sein.

Dann gebe ich frisches Olivenöl in die Pfanne und drehe die Hitze hoch. Hinein kommen drei klein geschnittene Selleriestangen, ein Esslöffel Tomatenmark und eine gehackte Knoblauchzehe. Das alles lass ich kräftig brutzeln. Man sollte sich nicht daran stören, wenn das Tomatenmark sich am Anfang nicht richtig verteilt, denn als nächstes kommt Flüssigkeit dazu. Man kann entweder Vermouth, trockenen Weißwein oder einfach aufgelöste Gemüsebrühe nehmen. vielleicht ein halbes Gläschen oder sogar etwas weniger. Das alles kocht nun weitere fünf Minuten auf reduzierter Hitze. Dann gebe ich schließlich das Fleisch mit seinem Saft dazu, mische alles durch und schmecke mit Salz, frischem Pfeffer und einem Spritzer Zitronensaft ab.

Wenn die Soße jetzt noch nichts hermacht, dann kann man mit einem sehr großzügigen Schuss aus der Olivenölflasche nachhelfen. Das geht in der italienischen Küche eigentlich immer und macht das Essen glänzend und geschmeidig. Der frische Sellerie, die Tomatensoße und das zarte Fleisch machen aus diesem Zehn-Minuten-Essen schon beinahe einen Klassiker. Frei nach Italien.

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