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Suppe satt

Bild: KHH
Der Pürierstab hat wieder zugeschlagen. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Broccoli. Sein italienischer Name verheisst Gutes. Er schmeckt frisch und hat nur wenig von der muffige Penetranz seiner Kohl-Geschwister. Ich habe ihn mitgenommen, weil er herrlich frisch war. Das erkennt man an der Farbe des Kopfes und am Stielende, das in meinem Fall noch unvertrocknet und hellgrün war.
Meistens mache ich aus Broccoli eine Suppe. Dabei weiche ich nur minimal vom Grundrezept ab. Lediglich die Gewürze und Zugaben variieren. Das Rezept ist so einfach, dass man, mit gesundem Menschenverstand und einer egoistischen Zunge ausgestattet, keinerlei Schwierigkeiten bei der Zubereitung haben sollte.
Mein Broccoli ist nicht sehr groß. Die Suppe die daraus entsteht reicht für einen hungrigen Esser, für zwei normale Esser als sättigendes Hauptgericht, oder für vier als Vorspeise. Ich selbst zähle mich zur ersten Kategorie. Ich entferne die Blättchen an der Seite, schneide vom Stiel großzügig das Ende ab und zerteile den Stiel und die Röschen in nussgroße Stücke. Auf dem Herd steht ein passender, mittelgroßer Topf, in dem ich schon Salzwasser zum Kochen aufgesetzt habe. Mit dem Salz sollte man nicht zu sparsam sein. Denken Sie ans Meer, da wollen wir hin – aber übertreiben sie es nicht: es ist schwer, versalzenes wieder hinzubekommen.
Ich gebe die Broccolistücke hinein und lasse sie weich kochen. Das dauert maximal eine Viertelstunde.Währenddessen kümmere ich mich um die Croûtons. Dafür würfele ich zwei Scheiben Kürbiskernbrot und gebe sie in eine heiße Pfanne. Wenn ich merke, dass sie anfangen zu rösten, gebe ich einige Sonnenblumenkerne dazu, die ich noch im Schrank habe. Es geht auch mit Toast und Pinienkerne, oder ganz ohne. Hier ist Platz für Phantasie. Ich schalte den Herd etwas herunter, schwenke die Pfanne beständig und rühre mit einem Holzlöffel, damit die Croûtons nicht verbrennen. Dann gebe ich einen guten Schuss Olivenöl dazu, um die Brotwürfel zu versiegeln und rühre weiter. So bleiben sie nachher in der Suppe schön knusprig.
Der Broccoli ist weich, ich habe ihn probiert. Ich gieße das Kochwasser in eine Schüssel, damit ich es später wieder hinzu geben kann. Dann gieße ich einen Becher Sahne zum Broccoli und püriere geduldig. Ich probiere schonmal, wenn die Masse noch nicht zu salzig ist, gieße ich von dem Kochwasser dazu, ansonsten nehme ich warmes Leitungswasser. Die Suppe sollte am Ende leicht den Löffel hinunter laufen, nicht zu dick und nicht zu dünn sein.
Nun würze ich. An erster Stelle kommt schwarzer Pfeffer aus der Mühle, der für das Grundaroma sorgt. Außerdem nehme ich heute etwas Curry, eine Prise Muskat und etwas Chilipfeffer für den Knack. Ich probiere immer wieder, davon hängt schließlich alles ab. Noch etwas Pfeffer, einen Spritzer Essig für die Säure, und dann ist es gut. Zuerst kommt die Suppe in den Teller, gefolgt von den goldbraunen Croûtons. Yeah.
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