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    Espresso-Crêpes

    Espresso Crêpes

    Kaffee-Trilogie II.

    Heute will ich meine Lieblingspfannkuchen aus der Rolle der Kinderbeglücker befreien und statt dessen vollwertige, emanzipierte Erwachsenenbeglücker aus ihnen machen. Und Kaffee ist das Mittel zum Zweck.

    Ich vermische drei Eier, etwa sechs Esslöffel Mehl und einen knappen Esslöffel Zucker mit einer ordentlichen Prise Salz, einem Glas Milch und einem Spritzer Sprudel. Der Teig ist so noch viel zu dick für meine Pfannkuchen, aber es fehlt auch noch die wichtigste Zutat: eine Kanne voll Espresso, etwa 200 Milliliter, die ich in den Teig entleere. Ich vermische alles und nun ist der Teig graubraun und deutlich flüssiger – so wie ich ihn brauche, um die Eierkuchen in der Pfanne dünn auszuschwenken.

    In der Zwischenzeit habe ich auf dem Herd wieder eine Karamellsoße angesetzt. Diesmal brauche ich eine ganze Menge davon. Dementsprechend lasse ich mehr Zucker karamellisieren, etwa vier oder fünf Esslöffel. Um die Geschichte interessanter zu machen gebe ich, neben dem obligatorischen Spritzer Rum, auch den Saft einer halben Limette hinzu.

    Dann brate ich die Pfannkuchen. Ein Stich Butter macht den Anfang. Die Pfanne sollte so heiß sein, dass die Butter sprudelnd zerläuft ohne zu verbrennen. Dann gebe ich eine Kelle Teig hinein und drehe und neige die Pfanne, bis der Teig schön verlaufen ist. Nach ein paar Minuten beginne ich, den Pfannkuchen vom Pfannenboden zu lösen und ihn schließlich umzudrehen. Der erste wird meistens nichts – also nicht verzagen! Die fertigen Pfannkuchen lagere ich bis zu seiner Weiterverarbeitung auf einem Teller neben dem Herd.

    Als ich mit dem Braten fertig bin, nehme ich sie einzeln, lege ein paar Flocken Vanille-Eis in die Mitte und drehe sie zu einer Wurst. Auf jeden Teller kommt außerdem ein Spiegel aus Karamellsoße, noch eine Kugel Eis, ein wenig geriebene dunkle Schokolade und ein wenig Minze oder Limette als Dekoration.

    Die Pfannkuchen sind nun ein wenig herber als üblich und haben ein dezentes aber anregendes Kaffeearoma. Wem beim ersten Bissen karamellgetränkter Glückseligkeit nicht spontan ein Seufzer entfährt, der muss ein hoffnungsloser Puritaner sein.

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