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  • Die Industrie nennt es Pflanzencreme – in Wirklichkeit ist es verflüssigte Margarine

    Bild DDD

    Pflanzencreme ist überflüssig

    Eine Emulsion billiger Öle, Wasser, Farbstoffe und Stärke gehört auf keinen Fall in den eigenen Kühlschrank. Stattdessen sollte man das Zeug lieber den Leuten vom Maggi-Kochstudio überlassen. Denn diese Flüssigkeit hat keine Vorteile und ist viel zu teuer.

    Mit großen Investitionen in Anzeigen und Werbespots haben die Hersteller es geschafft, ein hochpreisiges Substitut für Margarine auf dem Markt zu etablieren. Pflanzencreme und Bratcreme heißen die Produkte. Doch sie sind weder eine brauchbare Alternative zum Braten noch für die Verfeinerung guter Speisen. Das Beste daran sind noch die Margen für die Aktionäre, denn für die Herstellung des Produktes werden billigste Rohstoffe verwendet, die dann teurer als Butter verkauft werden. Glückwunsch. Der Verbraucher sollte daran freilich keine Freude haben.

    Doch was bekommt der Konsument denn nun für sein Geld? Im Prinzip genügt der Blick auf das Etikett für eine kurze Analyse: In einer Pflanzencreme sind 80% pflanzliche Öle, Wasser, gehärtete pflanzliche Öle, Speisesalz, Lecithin, Aroma, Zitronensäure, Carotin und Stickstoff. Es sind fast dieselben Inhaltsstoffe wie in einer Margarine, nur eben etwas dünnflüssiger (also mit mehr Wasser) – und außerdem deutlich teurer.

    Zum Braten sollte man richtiges Öl nehmen, zum Beispiel aus Raps oder Sonnenblumen. Auch wenn es etwas spritzt und brutzelt, für ein gutes Stück Fleisch ist so ein Öl gerade recht und auch nicht teuer. Und für verwegenere Brattechniken, zum Beispiel auf Salz oder auf dem Grill, braucht man gar kein Fett. Für Salate kommen die besseren Öle zum Einsatz, zum Beispiel gutes Olivenöl. Da schmeckt man die feinen Aromen, die die Sonne, der Boden und das Holz in den Ölfrüchten hinterlassen haben, und nicht der betriebswirtschaftliche Druck der Lebensmitteltechniker. Wenn ich tatsächlich das “feine Butteraroma” brauche, dann gebe ich nach dem Braten ein Stück Butter auf das Fleisch. Man mag jetzt anführen, dass eine Bratcreme weniger spritzt beim Braten. Und wer weiß, vielleicht stimmt das sogar. Aber mir ist es lieber, ich wische nach dem Kochen den Herd ab, als dass ich mehrfach gesättigte Fette im Essen habe.

    Dass diese Produkte in erster Linie von einer schlagkräftigen Werbemaschinerie leben, konnte man bis vor einiger Zeit auch am Lemma Margarine in der Wikipedia erkennen. Statt einer historisch korrekten Wiedergabe der Entstehungsgeschichte fanden sich dort recht kritikfreie Ausführungen über die Vorteile der Kunstbutter. Von gesättigten und mehrfach gesättigten Fettsäuren war kaum die Rede. Und siehe da – weiter Teile des Textes waren auf Rechnern der Unilever geschrieben worden.

    Eine gründliche Recherche ergab den Text, wie er heute ist – inklusive mancher Fakten, die man bei Unilever wohl lieber nicht lesen möchte – zum Beispiel dass der vermeintliche Schutz des Herz-Kreislaufsystems wissenschaftlich nicht haltbar ist. Oder das, ganz im Gegenteil, manche Margarine dem Organismus mehr schadet als nützt. Denn am Ende ist Margarine das, als was sie erfunden wurde. Ein billiger Ersatz für Butter. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

    Erschienen am 15. November 2007


    Produkte / Übersicht | Permalink | 1 Kommentar »

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    Eine Antwort to “Pflanzencreme ist überflüssig”

    1. Manuel Feldheim meint:

      Billiges Material, medial aufgepimpt und dann teuer an den Mann gebracht… Wer sowas freiwillig isst, der hat einfach zuviel ferngesehen!

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