Mima, Köln

Bruscadineria Mima, Venloer Straße, Köln,

Bild DD

Es ist nicht leicht, in ein paar Minuten etwas vernünftiges zu essen zu finden. Döner, Burger und Pizza sind schwer und eine Sünde am eigenen Körper. Bei mima in Köln geht das auch anders: Hier gibt es Prosciutto statt Gammelfleisch.

Vor einigen Wochen traf ich bei „Lo Sfizio“ in der Kölner Sudermannstraße einen Schulfreund wieder. Während ich mich mit Caffè Latte und einem Sandwich versorgte, kaufte Wolfgang Wurst und Schinken en gros. Ich staunte über das Wiedersehen und beinahe noch mehr über seine Einkaufsliste. Und so erzählte er mir von seinen Geschäften.

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Mit drei Freunden betreibt er in der Venloer Straße die Bruscadineria MIMA. Bruscadine sind frisch gebackene Teigfladen, die mit verschiedenen Käse- und Schinkensorten gefüllt werden. Dazu kommen frischer Pfeffer, Kräuter, ein Schuss Olivenöl und das ein oder andere Gimmick wie zum Beispiel eingelegte Auberginenscheiben. Aus alldem ergibt sich ein feinwürziger Snack, der jeden Döner wie ein Relikt aus schlechten Zeiten aussehen lässt – würzig und frisch, herzhaft und grundehrlich.

Nicht zuletzt das Design hat mich überzeugt. Das MIMA strahlt eine ruhige Gelassenheit aus: Während draußen der Verkehr vorbei rauscht, sitzt man drinnen wie auf einer Insel, trinkt einen Espresso und schaut dem Koch beim Backen der Teigfladen zu. Hier ist alles frisch, alles sieht gut aus, alles ist entspannt – eine Perle der Langsamkeit. Dieser Eindruck kommt nicht von ungefähr, denn Wolfgang hat Design studiert und das komplette Geschäft, bis hin zum Mobiliar, selbst entworfen.

Ein erfrischendes Programm, wenn man es mit der Konkurrenz im Imbiss-Sektor vergleicht, denn was dort sonst geboten wird ist nicht immer appetitlich. Auch wenn ich mich wiederhole: man höre einmal in sich hinein, wenn man den nächsten Döner isst. Schmeckt er überwürzt und nach Curry, nach allem bloß nicht nach Fleisch? Besteht der Spieß aus einer grauen Teigmasse, die von einigen Scheiben Fleisch zusammengehalten wird? Kostet er nur 2,30? An dieser Stelle solltet ihr auf Medien-Lektüre verzichten, denn eine Gammelfleisch-Schlagzeile könnte uns schlagartig den Appetit verderben.

Gerade beim Fastfood gibt es enorme Qualitätsunterschiede. Hier stehen sich Hoffnung und Verzweiflung unmittelbar gegenüber. Läden wie das MIMA beweisen, dass auch ein kleiner Snack Genuss bedeuten kann. Das ist zwar unverhohlene Werbung, aber an diesem Punkt ist mein Gewissen rein.

2 Antworten auf Mima, Köln

  1. Inge Pfennig sagt

    Hallo
    Vermisse MiMa in Köln Ehrenfeld.
    Habt ihr vielleicht eine neue Filiale, da
    in Ehrenfeld noch eine Döner-Bude entstanden
    ist. Eure Küche war einfach SUPER
    I.Pfennig
    Ihre KVB

  2. Till sagt

    Hallo,

    ich war schon in den anderen beiden Läden in der Neusserstr. und im Friesenwall. Beide sind super schön und das Essen ist da genau so gut!

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