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    Dass man von kochen.de auf maggi.de weitergeleitet wird, spricht Bände über die deutschen Essgewohnheiten. Wer im Fernsehen einmal zugesehen hat, wie die Damen im Maggi-Kochstudio ein paar sanftgraue oder rosa Pulver mit 200ml Wasser verrühren, der weiß was ich meine. Auch wenn sie noch so laut “mmmh” machen – da vergeht einem der Appetit. Die Kamera traut sich gar nicht erst, in den Topf zu schauen. Gezeigt werden nur die fast fertigen Gerichte.

    Mein erstes Erlebnis mit Maggi war die braune Flüssigkeit,die wir zuhause in die Samstagserbsensuppe geträufelt haben. Schlecht schmeckte das nicht. Nein, ich glaube Maggi Würze steht in jeder Küche. Ein Klassiker wie Worcestershiresauce.

    Mein zweites Erlebnis prägte mich jedoch bleibend: Ein Glas Asia-Zubereitung, das man mit gebratenem Fleisch vermischt zu Reis essen sollte. Es schmeckte wie Kotze. Da war ich elf und fürs erste von den Einflüssen der Werbung kuriert. Am selben Nachmittag terrorisierte ich die Damen im Kochstudio mit anonymen Anrufen. Die Leute vom Marketing hatten freundlicherweise die Telefonnummer auf das Glas gedruckt.

    Irgendwann stellte ich fest, dass alle Maggi-Produkte den gleichen Grundgeschmack haben. Die Fünf-Minuten-Terrine, die ich immer noch manchmal esse genauso wie das Pulver, mit dem man “Rahmschnitzel” zubereitet.

    Jeder entscheide für sich, ob er das seinem Essen antun möchte. Mit Salz, Pfeffer und einem Becher Sahne kann man meiner Meinung nach mehr erreichen.

    Erschienen am 5. Januar 2007


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