Made by Rewe: System-Gastronomie auf dem Vormarsch

Auf der Suche nach kreativen Konzepten

Auf der Suche nach kreativen Konzepten

In deutschen Städten ist weiterhin die Systemgastronomie auf dem Vormarsch. Standardisiert werden dabei nicht nur die Gerichte, einheitlich sind auch die Inneneinrichtung, der Service, die Kassensysteme, das Marketing. Das macht diese Art der Gaststätte praktisch für kapitalstarke Investoren: Sobald der Laden läuft, wird das Konzept geklont und nach Kräften auf möglichst viele Standorte ausgedehnt. Den Unternehmen kommt dabei zugute, dass sie mit einem Mindestmaß an Qualität und Beständigkeit meist schon einen spürbaren Wettbewerbsvorteil gegenüber den örtlichen Familienbetreben haben.

Vapiano

Kennt man eins, kennt man alle – Vapiano-Restaurant in Frankfurt.

Weil die Margen im Einzelhandel niedrig sind, wagt sich nun der Kölner Handelskonzern REWE aufs Eis. Made by Rewe heißt das Konzept. In großen Supermärkten werden dafür Bistro-Bereiche installiert, wo dem hungrigen Städter in einer angenehmen Atmosphäre frische Gerichte und Nespresso angeboten werden. Die Zutaten kommen dabei angeblich direkt aus dem Sortiment. Geleitet wird das Projekt von Mark Korzilius, der zuvor bei der Pasta-Kette Vapiano arbeitete, die wiederum von ehemaligen McDonalds-Managern gegründet wurde. Man sieht, wohin die Reise geht.

Dass sich der Ausflug in die Gäste-Bewirtung nicht unbedingt lohnt, zeigt das Beispiel der Firma Frosta, die ihren Laden am Hamburger Rathausmarkt im März 2010 dichtmachte. Das Bistro war gut für ein bisschen PR und ein paar Schlagzeilen, erfüllte aber im Tagesgeschäft nicht die (Gewinn-) Erwartungen. Zu wenige Kunden konnten sich in ihrer Mittagspause für aufgetaute Tiefkühlware erwärmen.

Bilder Stefan Funke / Eric Willis

Schreibe einen Kommentar