Linguine mit Muscheln

Nudeln mit Muscheln ist ein anspruchsvolles Pastagericht, für das man ein gewisses Timing beachten muss. Drei Schritte führen uns ans Ziel – zu einem Berg von Schalen.

In Monaten „mit R“ nicht auf dem Boden sitzen und keine Muscheln essen. Der erste Teil dieser Binsenweisheit richtet sich eher an Kinder, der zweite eindeutig an uns. Es ist September und damit der Anfang der Muschelsaison. Besuch ist da, Freunde kommen, wir wollen auftischen. Beim Essen waren wir zu neunt, doch um es einfacher zu machen, beschreibe ich das Rezept für vier kräftige Esser. Man braucht dafür vor allem einen großen Topf, besser sind derer zwei.

Die Zubereitung ist eigentlich nicht schwierig, aber mit „Soße kochen, Nudeln kochen, fertig!“ kommt man in diesem Fall einmal nicht aus. Wir wollen die Muscheln zuerst kurz in einem Sud garen, sie danach teilweise von den Schalen trennen und dann mit einer Soße, den Linguine und frischem Basilikum vermengen. Dazu brauchen wir 1,5 kg frische Miesmuscheln, einige Tomaten, frischen Knoblauch, Basilikum, Lorbeer und Weißwein. Die Muscheln kommen meistens aus Holland und sind dank der modernen Kühlkette eigentlich immer in einem guten Zustand. Wer sicher gehen will, vertraut seiner Nase.

Linguine mit Miesmuscheln

Ich wasche die Muscheln unter fließendem, kalten Wasser und nehmen dabei jede einzelne kurz in die Hand. Beschädigte oder offene Muscheln sortiere ich aus, denn die sind wahrscheinlich hinüber. Dann stelle ich die Muscheln kurz beiseite und widme mich dem Sud. Dafür kommen ein Viertelliter Weißwein, 2,5l Wasser, 30ml Essig, zwei Lorbeerblättern, 2 EL Tomatenmark und ordentlich Salz zusammen in den großen Topf und der samt Deckel auf den Herd. Der Sud soll stark kochen, wenn die Muscheln reinkommen (dadurch kommt für sie der Exitus schneller), deshalb stellt man die Platte unbedingt auf die höchste Stufe. Nach ca. fünf bis sechs Minuten sind die Schalentiere gar. Das erkennt man daran, dass sie jetzt weit geöffnet sind und man das gelbliche Fleisch sehen kann. Das darf keinesfalls zu lange dauern, denn sonst werden sie klein und zäh. Ich gieße sie ab und fange dabei ein bisschen von dem Sud für die Soße auf.

Damit habe ich inzwischen auch schon begonnen: Ich schmore in einem Bräter oder einem zweiten großen Topf eine mittlere fein gewürfelte Zwiebel in etwas Öl. Dann schneide ich eine Stange Lauch, wasche die Stücke gründlich in einem Sieb und gebe sie zu den Zwiebeln. Mit einem Esslöffel Tomatenmark vermische ich alles und lasse es einen Augenblick kräftig braten. Nun kommen eine gehackte Knoblauchzehe und ein Glas Weißwein dazu. Aus dem roten Pamps wird im Nu eine Soße. Ich gieße noch etwas von dem Sud an und lasse das alles nun leise und friedlich köcheln. Nach ein paar Minuten schmecke ich die Soße mit Salz und Pfeffer ab. Die Muscheln sind jetzt schon ein wenig abgekühlt. Etwa ein Drittel davon stelle ich beiseite. Bei den anderen hole ich mithilfe einer Gabel das Fleisch heraus und stelle es warm. Die leeren Muscheln kommen in den Müll, und der Müll heute Abend noch nach draußen, sonst fängt’s im Haus an zu stinken.

In dem großen Topf, der jetzt wieder frei ist, koche ich nun die Linguine. Ein Paket sollte reichen für vier. Ich koche sie in Salzwasser etwas kürzer als normal, denn sie sollen in der Soße noch kurz nachgaren, damit sich alles schön verbindet. Jetzt geht alles ganz schnell: Ich schalte die Flamme unter der Soße an, werfe die gepulten Muscheln und die Muscheln mit Schale in den Topf und die kochend heißen Nudeln hinterher (ohne das Nudelwasser natürlich!). Jetzt wird alles gründlich durcheinander gemischt. Wenn die Soße im Topf jetzt zu wässrig ist (zum Beispiel durch die Nudeln) helfe ich mir mit etwas Tomatenmark, dass man auch jetzt noch unterrühren kann. Um zu erkennen, dass es ein gutes Essen geworden ist, muss man nicht erst die Reaktionen der Gäste abwarten – das riecht man sofort!

Zutatenliste (für vier)

  • 1,5kg frische Miesmuscheln
  • 500g Linguine
  • vier Tomaten
  • eine Stange Lauch
  • eine mittlere Zwiebel
  • frischer Knoblauch
  • Tomatenmark
  • Basilikum
  • Schwarzer Pfeffer, Loorbeerblätter, Salz
  • 150ml kräftiger Weißwein
  • Olivenöl
  • 2 Antworten auf Linguine mit Muscheln

    1. Schnittlauchbrot sagt

      Wir essen die Muscheln immer auf rheinische Art: Der Sud ist fast gleich, aber dafür gibts die Msucheln pur – nur mit Schwarzbrot und Butter.

    2. Andreas sagt

      Habe ich auch schon gehabt. Das gibt ein ziemliches Schlachtfest, wenn man für mehr als zwei kocht… Aber frisches Schwarzbrot mit Butter ist eh gut.

    Schreibe einen Kommentar