La Paradeta, Barcelona

La Paradeta, Barcelona

Bild DDD

Im Bistro La Paradeta in Barcelona beschränkt sich die Zubereitung von Fisch und Krustentieren auf wenige Handgriffe. Und der Gast wählt selbst aus, welches Meeresgetier ihm auf den Teller kommt. Das kommt auch der Stimmung zu Gute.

Man muss es richtig machen, wenn man fern der Küste Fisch oder Meeresfrüchte bestellt. Dann hält man sich zum Beispiel an Anthony Bourdain, der in seinem Buch “Kitchen Confidential” empfiehlt, niemals Dienstags Fisch zu ordern – denn dann ist die Chance groß, die nicht mehr ganz tadellosen Überbleibsel vom Wochenende vorgesetzt zu bekommen. Montag ist in der Regel Ruhetag, ein Tag mehr, um den Waren ihre Frische zu nehmen.

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Am Meer jedoch braucht man sich diese Sorgen nicht zu machen, denn selbst wenn die Globalisierung der örtlichen Fischereiwirtschaft schon den Gar aus gemacht hat, kennen sich die Mensch doch immer noch mit Fisch aus und wissen Qualität zu schätzen. Alles was den Küstenbewohnern den Appetit verdirbt wird ins Binnenland verfrachtet und findet dort sicherlich einen Abnehmer.

Ein Ort, den ich bedingungslos immer wieder empfehlen kann, um einmal wirklich gute Meeresfrüchte zu essen, liegt in Barcelona. Aus Gründen des Klimaschutzes rate ich niemandem, allein für diesen Genuss nach Katalonien zu fliegen, aber wenn man schon einmal da ist, dann sollte man sich den Abstecher auf keinen Fall entgehen lassen.

La Paradeta” sieht aus wie eine Kantine: An langen schlichten Holztischen sitzen gleichermaßen Yuppies auf dem Absprung in die Nacht, vielköpfige Familien und Geschäftsleute. Sie alle kommen nur wegen der Meeresfrüchte. Die liegen in einer großen Theke, wie bei einem Fischgeschäft, und schon beim Eintritt zeigt man hierauf und dorthin und stellt so eine Wanne voller Krabben, Muscheln, Garnelen, Schnecke und anderem Kleingetier zusammen, die dann mit einer Nummer versehen und in die Küche gebracht wird.

Diese Nummer muss man sich gut merken, denn immer, wenn sie über den trötigen Lautsprecher aufgerufen wird, ist wieder ein Gericht fertig und kann an der Ausgabestelle abgeholt werden. Dazu trinkt man am besten einen jungen, trüben Weißwein, der zufällig auch noch der billigste auf der Karte ist. So ist man einen ganzen Abend lang beschäftigt, bekommt Venusmuscheln in Marinade, gedämpfte Langusten oder winzige Chanquete. Das sind winzige, durchsichtige Fisch, die mit einem Backteig umhüllt und frittiert werden. Am Ende sehen sie aus wie Pommes, werden mit Zitronensaft beträufelt, und nebenbei gegessen, während man auf das nächste Highlight wartet.

Am Ende ist man leicht berauscht, gleichermaßen vom Eiweiß wie von dem leichten Wein und fühlt sich frisch und stark wie ein Stier.

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