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	<title>DeliDauerDienst &#187; Zutaten</title>
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	<description>Delikat essen in Berlin und anderswo</description>
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		<title>Freuden des Alters</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 08:04:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>
		<category><![CDATA[Zutaten]]></category>
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		<category><![CDATA[Wein]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=117,right,thumb]m Gegensatz zu Long Island Ice Tea, Apfelsaft oder Mezzo Mix, wird Wein h&#228;ufig besungen, und daf&#252;r gibt es gute Gr&#252;nde. Wein ist sanft und aromatisch, er klebt nicht und er sagt auch nicht "Du h&#228;ttest es besser wissen m&#252;ssen" – wie der letzte J&#228;germeister …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/11/rotwein.jpg" alt="rotwein" title="rotwein" width="430" height="318" class="alignnone size-full wp-image-866" /></p>
<p>
<strong>&#220;ber Oden, Micky Maus und 1972</strong>
</p>
<p>
Im Gegensatz zu Long Island Ice Tea, Apfelsaft oder Mezzo Mix, wird Wein h&#228;ufig besungen, und daf&#252;r gibt es gute Gr&#252;nde. Wein ist sanft und aromatisch, er klebt nicht und er sagt auch nicht &#8220;Du h&#228;ttest es besser wissen m&#252;ssen&#8221; – wie der letzte J&#228;germeister vor dem Nachhauseweg. Man muss nicht Wilhelm Busch sein, um zu wissen, dass ein sch&#246;nes Fl&#228;schchen f&#252;r viele irdische Unzul&#228;nglichkeiten durch Wirkung und Geschmack entsch&#228;digt.
</p>
<p>
Bei der Wahl des Getr&#228;nks spielt es zun&#228;chst keine Rolle, ob ein italienischer Tischwein oder ein feiner Tropfen aus dem Burgund auf dem Tisch steht. Solange die Weine ehrlich hergestellt werden und trinkbar sind, ist alles in Ordnung. Leider gilt das f&#252;r viele Weine nicht, allen voran die g&#252;nstigen Flaschen aus dem Discounter. Man merkt das oft daran, dass ein Wein eine Woche ge&#246;ffnet in der WG herumsteht und danach immer noch ok ist. Jeder richtige Wein w&#228;re l&#228;ngst sauer geworden, aber in der Industrie gelten andere Gesetze.
</p>
<p>
In vielen Gro&#223;kellereien wird, wie in einer Erd&#246;lraffinerie, solange gepanscht, verschnitten, geschwefelt und gezuckert, bis der Wein die popul&#228;re S&#252;ffigkeit und zus&#228;tzlich ein, zwei pr&#228;gnante Aromen inne hat. Das f&#228;llt bei der ersten Verkostung vielleicht noch angenehm auf, doch wer die gleiche Sorte ein weiteres Mal nach Hause tr&#228;gt, wird feststellen, dass es sich mit diesen Weinen verh&#228;lt, wie mit Nescafé: Egal, was man damit anstellt, wo, wann und wie man ihn zu sich nimmt – er schmeckt immer gleich. Dass damit nichts von dem &#252;brig bleibt, woraus der Wein gewachsen ist, aus dem Klima, dem Boden, der Traube und der Tradition des Winzers, ist dabei sogar gew&#252;nscht. Am Ende trinkt man einen langweiligen Micky-Maus-Wein, der ein bisschen nach Kirschen oder Brombeeren duftet.
</p>
<p>
Billiger Wein wird billig schmecken, aber auch Wasser kostet wenig, und die meisten Menschen trinken es t&#228;glich. Also muss man schauen, was man da zu sich nimmt und auch f&#252;r den billigen Wein nach kleinen Gesch&#228;ften suchen. Dort wird man vielleicht eine Vorstellung davon bekommen, was einen Wein wirklich ausmacht. Um einen leckeren und harmonischen Wein herzustellen, braucht es das Handwerk des Kellermeisters und seine besten Trauben. Je teurer der Wein, desto raffinierter die Strukturen, der Duft, der Trinkgeschmack und der Nachhall, der sich noch im Mund bewegt, w&#228;hrend der Wein selbst l&#228;ngst die Kehle hinter sich hat. Guter Wein kann die gleiche tiefe Freude bereiten, wie eine Ausstellung von Richard Avedon oder ein Konzert von The Whitest Boy Alive.
</p>
<p>
Und dann ist da noch das Spiel mit dem Alter. W&#228;hrend die meisten Weine besser fr&#252;her als sp&#228;ter getrunken werden sollten, gibt es doch Perlen, denen zwanzig und mehr Jahre nichts auszumachen scheinen. Der Wein auf dem Foto war ein Argentinier von 1972. Dass er noch trinkbar war, ist bei diesem Alter nicht selbstverst&#228;ndlich. Der erste Geschmack war m&#228;&#223;ig. Sein R&#252;cken war schon leicht gebeugt und die jugendliche Frische hatte er l&#228;ngst verloren. Doch die alten Anekdoten kannte er noch, und einen Tag sp&#228;ter, bei der zweiten Ann&#228;herung, hatte er sich pl&#246;tzlich ver&#228;ndert. An der Luft war er noch einmal zur&#252;ck gekommen und schmeckte jetzt leicht, w&#252;rzig und angenehm. Ein echtes Geschenk f&#252;r mich und eine wahre Freude.</p>
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		<title>Ein Steak zu braten</title>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 08:27:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zutaten]]></category>
		<category><![CDATA[Rind]]></category>
		<category><![CDATA[Steak]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=88,right,thumb]Wer das Fleisch br&#228;t, der hat das Sagen in der H&#246;hle. Und damit das Mammut nicht z&#228;h wird, folgt nun eine kurze Anleitung zur richtigen Zubereitung. Um ein Steak zu braten bedarf es vor allem zwei Dinge: einer guten Pfanne …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/05/rumpsteak.jpg" alt="Gebratenes Rumpsteak" /></p>
<p>
Wer das Fleisch br&#228;t, der hat das Sagen in der H&#246;hle. Und damit das Mammut nicht z&#228;h wird, folgt nun eine kurze Anleitung zur richtigen Zubereitung. Um ein Steak zu braten bedarf es vor allem zwei Dinge: einer guten Pfanne und jeder Menge &#220;bung. Also Mut angedreht und auf geht&#8217;s.
</p>
<p>
Ohne einen Besuch in der Fleischerei geht es nat&#252;rlich nicht. Und ein Rumpsteak, wie es mir heute auf den Teller kommt, gibt es nicht f&#252;r umsonst. Fleisch ist teuer, und das ist auch gut so. Man lernt es zu sch&#228;tzen und w&#228;gt ab, ob es eine lohnende Investition ist. Wenn ich mich f&#252;r ein besonders sch&#246;nes St&#252;ck entschieden habe, gebe ich mir au&#223;erdem mehr M&#252;he, es zu einem wirklichen Genuss zu machen.
</p>
<p>
Mein St&#252;ck ist dunkelrot und hat einen kr&#228;ftigen Fettrand an der Seite. Zu d&#252;nn sollte es nicht sein, damit es innen sch&#246;n saftig bleibt. Ich wasche es kurz unter kaltem Wasser und tupfe es dann mit K&#252;chenpapier gr&#252;ndlich ab. Auf dem Herd erhitze ich die Pfanne auf der allerh&#246;chsten Stufe und gebe erst wenn die Pfanne richtig hei&#223; ist einen Schuss neutrales &#214;l hinein. Das &#214;l zieht sofort kleine Wellen. Ganz ohne Gew&#252;rze gebe ich dann das Steak hinein, wo es sofort kr&#228;ftig zu brutzeln anf&#228;ngt.
</p>
<p>
Die Geschichte von den Fleisch-Poren, die sich schlie&#223;en m&#252;ssen, ist eine Legende, die mit der Realit&#228;t nicht zu tun hat. Wir braten das Fleisch m&#246;glichst hei&#223; an, weil es dann eine appetitliche Kruste bekommt und einfach besser br&#228;t, als wenn die Platte nur halbwarm ist. Kein M&#228;rchen hingegen ist der Umstand, dass das vorzeitige Salzen dem Fleisch Saft entzieht. Deswegen streue ich w&#228;hrend des Bratens nur ein wenig gem&#246;rserten Pfeffer &#252;ber das Rumpsteak und salze, wenn es wirklich n&#246;tig ist, das Fleisch nachher auf dem Teller.
</p>
<p>
Von jeder Seite br&#228;t das Fleisch etwa drei Minuten. Es sollte nun schon richtig prachtvolle aussehen. Wenn ich das Braten beendet habe, nehme ich die Pfanne und schiebe sie mit dem Fleisch in den Backofen, der auf 80 bis 100 Grad vorgeheizt wurde. Dort zieht das Fleisch nun f&#252;r etwa sechs bis acht Minuten gar.
</p>
<p>
W&#228;hrend dieser letzten Minuten lasse ich es nicht mehr aus den Augen, weil sich nun entscheidet, wie es innen aussieht. H&#228;tte ich auf den Zwischenstopp im Backofen verzichtet, dann w&#228;re es &#8220;englisch&#8221; (blutig) auf den Teller gekommen, innen noch richtig roh. Tats&#228;chlich – auch daf&#252;r gibt es Abnehmer, genau wie f&#252;r gebratene Schuhsohlen, die man bekommt, wenn man das Fleisch erst nach 12-15 Minuten aus dem Backofen holt.
</p>
<p>
Dazwischen liegt der K&#246;nigsweg, und ihn zu finden bedarf es einfach einer Menge Erfahrung. Profis k&#246;nnen mit den Fingern f&#252;hlen, in welchem Stadium sich das Fleisch im innern befindet: je weicher es ist, desto roher ist es auch. Durchgebraten f&#252;hlt es sich eher so an wie ein stramm aufgepumpter Basketball.
</p>
<p>
Schlie&#223;lich schneide ich es auf und sehe, dass es so geworden ist, wie ich es liebe: rosa mit einem Hang zum blutigen. Dazu gibt es Kr&#228;uterbutter, die ich vor ein paar Tagen selbst gemacht habe und verschiedene mediterrane Pasten vom Markt. Dazu brauche ich kein Gem&#252;se und keine S&#228;ttigungsbeilage. Eine Scheibe frisches Wei&#223;brot gen&#252;gt, um das Essen abzurunden.</p>
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		<title>Bio oder Banane?</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Feb 2008 09:24:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zutaten]]></category>
		<category><![CDATA[Bananen]]></category>
		<category><![CDATA[Bio]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=33,right,thumb]Zugegeben: Man schmeckt nicht immer, ob ein Produkt &#246;kologisch hergestellt wurde oder nicht. Auch Bio-Fleisch kann z&#228;h sein, auch Bio-Champignons kommen oft ohne echten Pilzgeschmack daher und viele Tomaten aus biologischem Anbau schmecken genauso w&#228;ssrig wie ihre konventionellen …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src='http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/02/banana-v.jpg' alt='Bio oder Banane?' /></p>
<p>
Zugegeben: Man schmeckt nicht immer, ob ein Produkt &#246;kologisch hergestellt wurde oder nicht. Auch Bio-Fleisch kann z&#228;h sein, auch Bio-Champignons kommen oft ohne echten Pilzgeschmack daher und viele Tomaten aus biologischem Anbau schmecken genauso w&#228;ssrig wie ihre konventionellen Halbgeschwister.
</p>
<p>
Gr&#246;&#223;ere Unterschiede zwischen &#8220;bad&#8221; und &#8220;bio&#8221; ergeben sich jedoch bei industriell verarbeiteten Produkten. Wo auf Geschmacksverst&#228;rker, Aromen, Emulgatoren und Co verzichtet wird, wird pl&#246;tzlich der Platz frei f&#252;r die Eigenaromen der Zutaten und Gew&#252;rze. Es wirkt ungewohnt und bisweilen laff, was man zum Beispiel von &#8220;Frosta&#8221; auf den Teller bekommt. Doch mit ein wenig Salz, Pfeffer und Sojaso&#223;e, so wie einem Blick in das eigene Gew&#252;rzregal, steht man am Ende um L&#228;ngen besser da, als wenn man die chemisch angereicherten Konkurrenzprodukte gekauft h&#228;tte.
</p>
<p>
Wissenschaftliche Studien belegen, dass der K&#246;rper weitgehend verst&#228;ndnislos auf Glutamat, Aspartam und Saccharin reagiert. Man gaukelt ihm vor, in gro&#223;em Ma&#223;e Kalorien zuzuf&#252;hren, die er jedoch bei der Nahrungsverwertung nicht finden kann. Also will er mehr, und noch mehr, und noch viel viel mehr. Dass das Zeug teilweise auch noch im Verdacht steht, neurologische Abl&#228;ufe durcheinander zu bringen (und Parkinson und Alzheimer zu bef&#246;rdern), setzt dem Ganzen die Krone auf. Das Gleiche gilt f&#252;r fettreduzierte Produkte, die zur Selbstkasteiung besser geeignet sind als zur Erzielung nennenswerter Di&#228;terfolge.
</p>
<p>
Schlussendlich geht es doch darum, den k&#246;rperlichen Abl&#228;ufen zu einem Gleichgewicht zu verhelfen. Ist es nicht offensichtlich, dass man seinem K&#246;rper nichts gutes tut, wenn man immer nur den billigsten D&#246;ner in ihn hinein schaufelt? Von Margarine, Formfleisch, Schmelzk&#228;se und Mickey-Maus-Joghurt l&#228;uft es mir kalt den R&#252;cken runter. Es kommt bei &#8220;Bio&#8221; eben nicht nur auf den Geschmack an, sondern auch auf Ehrlichkeit sich selbst gegen&#252;ber. Wer sich im Klaren dar&#252;ber ist, was er isst, der greift aber tendenziell eher zum Besseren, wenn er die Auswahl hat.
</p>
<p>
Zuletzt ein Beispiel f&#252;r die &#220;berlegenheit von Bioprodukten: die Banane. Seit dem Wirtschaftswunder liebt Deutschland die gelbe Obstwurst – obwohl jeder wei&#223;, welche Schande &#8220;United Fruit&#8221; den USA bereitet hat. Was heute &#8220;Chiquita&#8221; hei&#223;t, ist einer der Gr&#252;nde, warum Gringos in Lateinamerika nicht besonders gern gesehen sind: Hungerl&#246;hne, tote Oppositionelle, milit&#228;rische Interventionen und tonnenweise Pestizide im Grundwasser. Doch der Markt der guten alten Bananen befindet sich im Wandel. Inzwischen gibt es in jedem zweiten Supermarkt nachhaltige Alternativen zu den Produkten der Fruchtmultis. Und die sind nicht nur f&#252;r das Gewissen des gel&#228;uterten Verbrauchers gut, sie schmecken auch fluffiger, aromatischer und vollmundiger. Da muss ich gar nicht zum Kauf aufrufen, Bio-Bananen boomen auch so. Weil sie besser sind.</p>
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		<title>Goldene F&#228;den</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Nov 2007 08:32:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zutaten]]></category>
		<category><![CDATA[Gewürze]]></category>
		<category><![CDATA[Safran]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=59,right,thumb]Als ich ernsthaft zu kochen begann, mit 14 Jahren vielleicht, da war Safran meine erste gro&#223;e Entdeckung. Mich reizte der Duft und mich reizte, dass es das teuerste Gew&#252;rz der Welt war. Wenn meine So&#223;en ein ungew&#246;hnliches Aroma hatten, von zu viel …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2007/11/safran.jpg" alt="Safran, goldene F&#228;den" /></p>
<p>
Als ich ernsthaft zu kochen begann, mit 14 Jahren vielleicht, da war Safran meine erste gro&#223;e Entdeckung. Mich reizte der Duft und mich reizte, dass es das teuerste Gew&#252;rz der Welt war. Wenn meine So&#223;en ein ungew&#246;hnliches Aroma hatten, von zu viel frischem Thymian vielleicht, dann fragte mein Bruder mich &#8220;Hast Du Safran da rein getan&#8221;? Als besonders gut hingegen habe ich eine Orangen-Safran-So&#223;e in Erinnerung, die es zu gegrillter Entenbrust gab, die wir nach Wolfram Siebeck &#252;ber Rotwein gegart hatten.
</p>
<p>
Seit dem hat mich der Safran nicht mehr verlassen. Immer wieder bekomme Safran geschenkt, meistens echten, doch manchmal auch nur das, was auf den M&#228;rkten dieser Welt als Safran verkauft wird.<br />
Einmal war es sogar Chili-Pulver, das mir meine damalige Freundin als &#8220;Safran&#8221; aus Bolivien mitbrachte, vermutlich ein recht teures Chili. Einmal war der Safran mit winzigen gef&#228;rbten Holzraspeln gestreckt – ein Freund hatte sich auf einem t&#252;rkischen Basar hinters Licht f&#252;hren lassen.
</p>
<p>
Safran kommt aus dem Mittelmeer-Raum und dem mittleren Osten, weshalb er in der orientalischen K&#252;che am weitesten verbreitet ist. Doch sogar in der Schweiz wird er angebaut, und jeder von uns kennt die Zeile &#8220;Safran macht den Kuchen gel&#8221; aus dem Kinderlied &#8220;Backe backe Kuchen&#8221;, was beweist, dass er auch in der feinen b&#252;rgerlichen K&#252;che im alten Deutschland seine Verwendung fand.
</p>
<p>
Ich benutze ihn vor allem f&#252;r So&#223;en und will die Gelegenheit nutzen, mit dem Ger&#252;cht aufzur&#228;umen, dass zwei, drei F&#228;den gen&#252;gen. Man verwendet ihn, wie jedes andere Gew&#252;rz, in einer gro&#223;z&#252;gigen aber nicht &#252;bertriebenen Dosierung. Zun&#228;chst erscheint sein Aroma muffig, abgestanden, altbacken, aber in Wirklichkeit verleiht er den Speisen eine ungeahnte Tiefe, ein Hauch von &#8220;Was ist das denn?&#8221;, das Gef&#252;hl von etwas besonderem, einen neuen, appetitanregenden, vielleicht etwas h&#246;lzernen Duft.
</p>
<p>
In vielen Rezepten steht, dass es zwei Sorten Safran gibt: Pulver und F&#228;den. Ich hingegen bin der Meinung, dass man sich nur mit den F&#228;den zufrieden geben sollte. Das Pulver hat so gut wie kein Aroma, sondern f&#228;rbt nur. Und ob f&#252;r eine Mischung ausschlie&#223;lich Safran vermahlen wurde, oder nicht auch Kurkuma, wie es immer wieder passiert, ist ungewiss. Gefordert ist der Mut zum Luxus. Und ich, als stets dankbar beschenkter, glaube, dass er so teuer gar nicht sein kann, der Safran. Meine Vorr&#228;te jedenfalls sind gro&#223;z&#252;gig, denn allzu h&#228;ufig verwende ich mein Lieblingsgew&#252;rz nicht.</p>
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		<title>Pflanzencreme ist &#252;berfl&#252;ssig</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Nov 2007 12:22:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zutaten]]></category>
		<category><![CDATA[Margarine]]></category>
		<category><![CDATA[Unilever]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=36,right,thumb]Die Hersteller haben es geschafft eine hochpreisige Alternative f&#252;r Margarine auf dem Markt zu etablieren. Gl&#252;ckwunsch. Doch was bekommt der K&#228;ufer eigentlich f&#252;r sein Geld? Im Prinzip gen&#252;gt der Blick auf das Etikett f&#252;r eine schnelle Analyse: In der …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2007/11/bratcreme.jpg" alt="Pflanzencreme ist &#252;berfl&#252;ssig" /></p>
<p>
Die Hersteller haben es geschafft eine hochpreisige Alternative f&#252;r Margarine auf dem Markt zu etablieren. Gl&#252;ckwunsch. Doch was bekommt der K&#228;ufer eigentlich f&#252;r sein Geld? Im Prinzip gen&#252;gt der Blick auf das Etikett f&#252;r eine schnelle Analyse: In der Pflanzencreme sind 80% Pflanzliche &#214;le, Wasser, geh&#228;rtete pflanzliche &#214;le, Speisesalz, Lecithin, Aroma, Zitronens&#228;ure, Carotin und Stickstoff. Es sind fast die gleichen Inhaltsstoffe, nur eben etwas d&#252;nnfl&#252;ssiger – und teurer.
</p>
<p>
Ich f&#252;r meinen Teil empfehle zum Braten richtiges &#214;l zu nehmen, zum Beispiel von der Sonnenblume. Wenn ich das “feine Butteraroma” suche, dann gebe ich einen Stich Butter hinzu. Margarine hat in meinen Augen &#252;berhaupt keine Vorteile, und da es ja fast das gleiche Produkt ist, gilt das auch f&#252;r Pflanzencreme.
</p>
<p>
Nachtrag: Der Wikipedia-Artikel zum Thema Margarine f&#228;llt durch besondere Einseitigkeit auf. Eine kleine Recherche hat ergeben, dass ganze Abs&#228;tze des Artikels von einer IP-Adresse aus ver&#228;ndert wurden, die zum Margarine-Hersteller Unilever f&#252;hrt.</p>
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		<title>Richtig gutes Fleisch</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Nov 2007 03:03:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zutaten]]></category>
		<category><![CDATA[Fleisch]]></category>
		<category><![CDATA[Rind]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=57,right,thumb]Wer wissen will, warum ich auf Fleisch aus dem Supermarkt gerne verzichte, so gut es eben geht, der schaue sich einmal in Ruhe dieses herrliche St&#252;ck Rindfleisch an. Das Bild habe ich von "Nachgesalzen", dem Kochblog auf ZEIT online. Das erkl&#228;rt sich …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2007/11/rind.jpg" alt="Rindfleisch" />
<p style="text-align: right"> Bild: <a href="http://blog.zeit.de/nachgesalzen/">Nachgesalzen</a></p>
<p>Wer wissen will, warum ich auf Fleisch aus dem Supermarkt gerne verzichte, so gut es eben geht, der schaue sich einmal in Ruhe dieses herrliche St&#252;ck Rindfleisch an. Das Bild habe ich von &#8220;Nachgesalzen&#8221;, dem Kochblog auf ZEIT online. Das erkl&#228;rt sich von selbst oder?! So etwas kann in keiner Fleischfabrik entstehen, da steckt Liebe drin – wenn nicht zum Tier, dann doch zumindest zum Beruf.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kampf der Kaffeekocher</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Oct 2007 07:42:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zutaten]]></category>
		<category><![CDATA[Espresso]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=41,right,thumb]In meinem heutigen Beitrag tritt ein Klassiker gegen einen jungen Konkurrenten an. Es geht um Espressokannen. Die Gemeinsamkeiten der zwei Kontrahenten sind schnell aufgez&#228;hlt: Man bef&#228;llt sie mit Espresso-Pulver und Wasser, stellt sie auf …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2007/10/espresso.jpg" alt="Espressokannen" /></p>
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In meinem heutigen Beitrag tritt ein Klassiker gegen einen jungen Konkurrenten an. Es geht um Espressokannen. Die Gemeinsamkeiten der zwei Kontrahenten sind schnell aufgez&#228;hlt: Man bef&#228;llt sie mit Espresso-Pulver und Wasser, stellt sie auf den Herd, und ein paar Minuten nachdem es be&#228;ngstigend zu zischen und zu brodeln angefangen hat, dampft unter dem Deckel ein Kaffee, der mindestens so muffelig riecht, wie seine studentischen Trinker am fr&#252;hen Morgen.
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Auf der einen Seite steht die Alukanne. Sie ist fester Bestandteil in den Haushalten der Bohème. In der vor mir stehenden Ausf&#252;hrungen hat sie zehn Ecken, es gibt sie aber auch mit acht. Wegen des verwendeten Aluminiums hat es der Zahn der Zeit nur allzu leicht, an ihr seine Spuren zu hinterlassen. Sie wird braun, l&#228;uft an und wird schon nach dem ersten Gang durch die Sp&#252;lmaschine nie wieder so aussehen wie zuvor, denn leider steht nirgends geschrieben, dass unter den Einfl&#252;ssen der Reinigungsmittel die Beschichtung leidet. Die Verchromung wird matt und zur&#252;ck bleibt tr&#252;bes Blech, dass dennoch f&#252;r viele Menschen ein St&#252;ckchen Zuhause bedeutet.
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Aluminium steht im Verdacht Alzheimer zu erregen. Seit dem Erscheinen der ersten “Moka Express” im Jahr 1933 hat der allgemeine Wohlstand soweit zugenommen, dass es nun auch f&#252;r Edelstahlkannen genug K&#228;ufer gibt. Das Material ist dauerhafter und verh&#228;lt sich chemisch relativ neutral, sollte also f&#252;r diesen Zweck bestens geeignet sein.
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Leider haben die Hersteller nicht das bew&#228;hrte Konzept &#252;bernommen, sondern – vermutlich aus Marketinggr&#252;nden – stattdessen f&#252;r die Stahlkannen eine neue, runde Form ersonnen. Die kommt einerseits nichts so heimelig daher wie ihre Gro&#223;mutter, mit ihrem klassischen Design, und erf&#252;llt andererseits ihren Zweck schlechter.
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Das Prinzip ist bei beiden das gleiche: Auf dem Herd erhitzt sich das Wasser im unteren Teil der Kanne und wird vom entstehenden Wasserdampf nach oben durch das Pulver gedr&#252;ckt. Im oberen Teil sammelt sich der fertige Espresso. Wichtig ist dabei, dass das Wasser seinen Weg auch findet. Hierf&#252;r ist die Gummidichtung notwendig.<br />
Das Ergebnis meiner Untersuchungen zeigt, dass hier der Schwachpunkt der neuen Kannen liegt. Oft sammelt sich im unteren Teil eine braune Br&#252;he, eine verungl&#252;ckte Mischung aus Kaffeepulver und hei&#223;em Wasser, die dort nichts zu suchen hat. Im oberen Teil kommt in diesem Fall kaum Kaffee an. Nur wenn man die Kanne extrem fest verschraubt l&#228;sst sich das Problem l&#246;sen.
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Gleichzeitig entsteht dabei ein neues – denn die Kanne muss irgendwann auch wieder aufgeschraubt werden, was nur mit roher Gewalt und mit Hilfe eines Handtuchs m&#246;glich ist. Vom Geschmack her unterscheiden sich beide Kannen kaum. Das Resultat ist ein Espresso f&#252;r Anspruchslose, der jedoch als Milchkaffee immer noch um L&#228;ngen besser schmeckt, als jeder Filterkaffe.
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Dass in der Edelstahlkanne mit ihrer bauchigen Form stets eine Pf&#252;tze Wassers stehen bleibt, kann man als st&#246;rend empfinden, denn offensichtlich arbeitet die Kanne technisch nie wirklich zufrieden stellend. Trotz der schlechten Bedienbarkeit bleibe ich dennoch bei der Neuen, denn Gesundheit geht bei mir &#252;ber Bedienkomfort. Die ideale Kanne h&#228;tte das Design des Klassikers und w&#228;re aus Edelstahl gefertigt. Warum es das so nicht gibt, bleibt mir verborgen.</p>
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		<title>Zitronengras</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Aug 2007 23:42:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Frühlingszwiebel]]></category>
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		<description><![CDATA[[inspic=70,right,thumb]Heute machen wir mal wieder etwas Zutatenkunde – von Zeit zu Zeit ist ein bisschen Fachwissen nicht verkehrt. Es geht um Zitronengras. Das ist eine feine Sache: lecker, haltbar und leicht zu verwenden. Breche ich, zum Beispiel bei der Zubereitung einer H&#252;hnersuppe …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/02/zitronengras.jpg" alt="Zitronengras" />
<p style="text-align: right"> Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/pixel9/">Pixel9</a></p>
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Heute machen wir mal wieder etwas Zutatenkunde – von Zeit zu Zeit ist ein bisschen Fachwissen nicht verkehrt. Es geht um Zitronengras. Das ist eine feine Sache: lecker, haltbar und leicht zu verwenden.
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Breche ich, zum Beispiel bei der Zubereitung einer H&#252;hnersuppe oder eines Currys, eine Stange Zitronengras auf, dann sticht mir ein frischer Duft entgegen – so aromatisch und fruchtig, dass man daraus im Fernen Osten Erfrischungsgetr&#228;nke herstellt. Die Stangen legt man dann in die Sauce oder in den Sud und l&#228;sst sie einfach durchziehen. Zehn Minuten, oder zwanzig, oder drei&#223;ig, das spielt kaum eine Rolle. Es ver&#228;ndert sich lediglich die Intensit&#228;t des Aromas. Der Geschmack selbst ver&#228;ndert sich nicht.
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Heute gibt es jedoch eine Salatso&#223;e. Man k&#246;nnte mit viel M&#252;he Zitronengras pressen, und wer wei&#223;, vielleicht gibt es in den Herkunftsl&#228;ndern in Asien und Latein-Amerika auch eine frische Alternative, die sich wie ein Kraut verwenden l&#228;sst, doch ich greife auf ein Fertigprodukt zur&#252;ck. Zitronengras-Paste gibt es in besseren Superm&#228;rkten. Sie ist wei&#223;, duftet und hat die Konsistenz von gepresstem Knoblauch.
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Ich gebe gut einen Teel&#246;ffel davon in eine kleine Sch&#252;ssel, und nun fange ich an zu spielen: Ein wenig Feigenmarmelade, Zitronensaft, gemahlener roter und schwarzer Pfeffer, Salz aus der M&#252;hle, Raps&#246;l. Ich meine Salat sollte nicht zu sauer sein, entsprechend vorsichtig bin ich mit der Zitrone. Dann gebe ich die Sauce &#252;ber frischen Feldsalat, Lauchzwiebeln, ger&#246;stete Sonnenblumenkerne, Kresse und ein bisschen gehackten Dill. Das passt als Snack mit frischem Brot, oder auch zu einem dicken Steak.</p>
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		<title>Kaffeedurst</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Nov 2006 08:04:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zutaten]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>

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		<description><![CDATA[Was, und, bitte, ich meine das nicht abwertend, typisch deutsch ist, ist eine gewisse Liebe zu technischen Dingen. Kennen wir alle, daf&#252;r werden wir auf der ganzen Welt gesch&#228;tzt. Bedauernswert finde ich diese kalte Liebe, wenn man sich eine Espresso-Fabrik in die Wohnung oder ins B&#252;ro stellt, die locker ein paar Hunderter oder mehr kostet, [...]]]></description>
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Was, und, bitte, ich meine das nicht abwertend, typisch deutsch ist, ist eine gewisse Liebe zu technischen Dingen. Kennen wir alle, daf&#252;r werden wir auf der ganzen Welt gesch&#228;tzt. Bedauernswert finde ich diese kalte Liebe, wenn man sich eine Espresso-Fabrik in die Wohnung oder ins B&#252;ro stellt, die locker ein paar Hunderter oder mehr kostet, und dann die billigsten Bohnen in den Bohnen-Vorratsspeicher einf&#228;llt.
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Da kann die Technik noch so ausgekl&#252;gelt sein, da kann die Maschine selbstreinigend, tassenw&#228;rmend, dampfaussto&#223;end und treu ihren Dienst verrichten, guten Kaffee wird sie nicht herstellen. Kaffee ist teuer. Ein Luxusprodukt. Nun nehme ich eine achteckige Espressokanne, bef&#252;lle sie mit Espresso-Pulver aus einem italienischen Laden und stelle sie bei mittlerer Flamme auf den Herd. W&#228;hrend ich duschen gehe, sch&#228;umt und faucht es im Innern der Kanne, das hei&#223;e Wasser l&#246;st all die herrlichen Aromen aus dem Kaffeemehl. In Afrika und S&#252;d-Amerika haben Kaffeebauern geschuftet, damit ich morgens etwas sch&#246;nes trinke. Ich w&#252;rdige das mit mit lauwarmer Milch, in die ich den Espresso gie&#223;e.
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Wenn ich G&#228;ste habe, sch&#228;ume ich die Milch vorher auf. Ich wette, im Blindtest schl&#228;gt meine Alukanne jede platzraubende Hightech-Wunderwaffe.</p>
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		<title>Meersalz</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Oct 2006 07:43:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zutaten]]></category>
		<category><![CDATA[Salz]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenige Menschen kochen selbst, und diejenigen die es tun, machen wohl eher einen auf Spaghetti. F&#252;r alle die, die sich auch f&#252;r Gem&#252;se, Fisch und Biofleisch interessieren, schreibe ich nun auch &#252;ber&#8217;s Essen. Vielleicht erregt es auch die Geschmacksknospen derjenigen, die lieber Bratcreme kaufen als Oliven&#246;l und Butter.


Und nun zum Meersalz: Teuer ist es nicht. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Wenige Menschen kochen selbst, und diejenigen die es tun, machen wohl eher einen auf Spaghetti. F&#252;r alle die, die sich auch f&#252;r Gem&#252;se, Fisch und Biofleisch interessieren, schreibe ich nun auch &#252;ber&#8217;s Essen. Vielleicht erregt es auch die Geschmacksknospen derjenigen, die lieber Bratcreme kaufen als Oliven&#246;l und Butter.
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Und nun zum Meersalz: Teuer ist es nicht. Ok, es kostet keine 19 Cent pro Pfund, sondern vielleicht 99. Aber ehrlich, was ist schon ein Euro. Daf&#252;r bekommt man ein graues Granulat, das aussieht als w&#228;re es noch ein wenig feucht. Obwohl es ziemlich dicke K&#246;rner sind, l&#246;sen sie sich schnell auf, viel schneller als bei Steinsalz, das ich nicht empfehlen kann. Und schmeckt es besser? Ja! Und das Feeling ist ein anderes. Man muss schon sehr verliebt sein, um damit ein Essen zu versalzen, da es nicht auf das schiere Natriumchlorid reduziert wurde. Es steckt der ganze Geschmack des Meeres noch drin, das macht es milder. Frisches Wei&#223;brot, eine gute S&#252;&#223;rahmbutter, in der man ein paar Kr&#252;mmel von diesem Salz findet &#8211; das schmeckt.</p>
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