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	<title>DeliDauerDienst &#187; Storys</title>
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	<description>Delikat essen in Berlin und anderswo</description>
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		<title>Au&#223;en hui, innen Innereien</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 07:55:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storys]]></category>
		<category><![CDATA[Kochbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=105,right,thumb]Es ist ein ausgesprochen sch&#246;nes Buch, das mir da gestern auf den Schreibtisch kam. In Leinen gebunden, in der Farbe eines alten Bordeaux, innen vornehm k&#252;hl gestaltet mit Fotos und Design aus dem Studio <a href="http://www.projekttriangle.com/">Projekttriangle</a> aus …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/02/siebeck.jpg" alt="Wolfram Siebeck, Das Kochbuch der verp&#246;nten K&#252;che" title="Wolfram Siebeck, Das Kochbuch der verp&#246;nten K&#252;che" width="430" height="296" class="alignnone size-full wp-image-354" /></p>
<p style="text-align: right"><font size=1>Bild KHH</font></p>
<p>
Ein sehr sch&#246;nes Buch kam mir gestern auf den Schreibtisch. Im Innern pr&#228;sentiert es sich frisch und k&#252;hl und hebt sich damit angenehm vom provencalischen Look der meisten anderen Kochb&#252;cher ab. Gebunden ist es in Leinen in der Farbe eines alten Bordeaux. Wolfram Siebeck hat sich mit diesem Band einmal mehr aufgemacht, die kulinarische Landschaft umzugestalten. Es geht um nachhaltige und zu Unrecht vergessene Gen&#252;sse. Es geht um all das, was man in der entwickelten Welt eigentlich nicht mehr zu essen bereit ist.
</p>
<p>
Nicht nur dank der &#228;u&#223;eren Erscheinung ist das &#8220;Kochbuch der verp&#246;nten K&#252;che&#8221; eine Mischung aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henriette_Davidis">Henriette Davidis</a> und London vor der Krise. Nein, dieses Buch spannt auch inhaltlich einen Bogen zwischen Tradition und Gegenwart, wie er aktueller kaum sein k&#246;nnte – rechnet man die Zeitverz&#246;gerung mit ein, die es nun einmal braucht, bis Trends von der Insel deutschen Boden erreichen.
</p>
<p>
Denn das was Siebeck da beschreibt – die R&#252;ckkehr zum ganzheitlichen Essen – das gibt es in London schon seit Jahren. Im <a href="http://www.stjohnrestaurant.co.uk/">Restaurant St. John</a> werden Markknochen und Schweinsf&#252;&#223;e genauso serviert wie Ochsenherz und Blutkuchen. Appetit bekommen? Nein, vermutlich noch nicht. Denn die Abneigung gegen Fleischliches jenseits von Steak und Kotelett ist uns dank der ungebrochenen Dominanz von Magerfleisch und Superm&#228;rkten tief eingebrannt.
</p>
<p>
Gerade deshalb ist dieses Buch so wichtig. Es beginnt mit harmloser Kalbsleber nach Berliner Art, wie sie manch verzagte Esser zumindest schon einmal probiert (und seither strikt abgelehnt) hat und steigert sich &#252;ber Kalbsherz mit Wei&#223;en Bohnen bis hin zu gebackenem Hirn oder Zunge mit Lauch und Curry. Dass dies alles dem Esser Hochgenuss bescheren kann, beginnt man zu ahnen, wenn man ein wenig in das Buch hinein liest. Mit der gewohnt beschwingten Art beschreibt Siebeck in wenigen Worten wie man Nieren mit Honig zubereitet, oder eine Scheibe Landbrot mit Knochenmark und Meersalz veredelt.
</p>
<p>
Und so ist dieser Band nicht nur ein Handbuch f&#252;r die anspruchsvolle K&#252;che, sondern eine Inspiration f&#252;r die Autoren von Speisekarten und deren Leser. Wieviel leichter w&#252;rde es fallen, einem anerkannten Koch in einem heimlichen Augenblick &#8220;Hirn und R&#252;hrei&#8221; abzukaufen, als dieses Gericht am Wochenende f&#252;r eine hungrige Wohngemeinschaft zuzubereiten. Der Sturm der Entr&#252;stung w&#252;rde jeden Genussmoment davon wehen, wie der W&#228;hlerwille Andrea Ypsilanti.
</p>
<p>
Dieses Buch soll dem Leser als Denkansto&#223; dienen. Denn wie traurig und kurzsichtig ist es, sich auf Schweinelendchen und Putenbrust zu versteifen, w&#228;hrend uns alles &#220;brige heimlich als Lyoner oder Bierschinken untergeschoben wird. Es wird einige Zeit dauern bis Innereien wieder den Massengeschmack treffen, aber eines Tages werden sicherlich Champagnerkutteln auf der weihnachtlichen Festtafel stehen. Abwegig? Vor zehn Jahren war Sushi f&#252;r die meisten Deutschen auch nur roher Fisch – und damit ungenie&#223;bar.
</p>
</p>
<p><em><strong>Wolfram Siebeck, &#8220;Das Kochbuch der verp&#246;nten K&#252;che&#8221;,</strong> Edition Braus, 200 Seiten, 39,90€, Gestaltung <a href="http://www.projekttriangle.com/">Projekttriangle</a>.</em></p>
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		<title>Kitsch (essbar)</title>
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		<pubDate>Mon, 19 May 2008 09:11:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storys]]></category>
		<category><![CDATA[Remoulade]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=86,right,thumb]D&#228;nen und Holl&#228;nder verf&#252;gen &#252;ber ein reichhaltiges Repertoire an Fastfood-Spezilit&#228;ten. Der werte Leser wei&#223; inzwischen, wie ich &#252;ber diese Kost denke: billige Schnellgerichte sind mir zuwider. Nur von Zeit zu Zeit &#252;berkommt es mich, dann …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/05/remoulade1.jpg" alt="D&#228;nische Remoulade" /></p>
<p>
D&#228;nen und Holl&#228;nder verf&#252;gen &#252;ber ein reichhaltiges Repertoire an Fastfood-Spezilit&#228;ten. Der werte Leser wei&#223; inzwischen, wie ich &#252;ber diese Kost denke: billige Schnellgerichte sind mir zuwider. Nur von Zeit zu Zeit &#252;berkommt es mich, dann finde ich mich bei McDonald&#8217;s oder in einem Thai-Imbiss wieder und hoffe, dass es mir nachdem Essen ein bisschen schlechter geht.
</p>
<p>
Was den Holl&#228;ndern ihre Frikandeln, sind den D&#228;nen ihre Hot Dogs. Und beides kommt mir nicht in den Magen, solange ich w&#228;hlen kann. Doch haben beide V&#246;lker f&#252;r ihre eigent&#252;mlichen Nationalgerichte etwas kreiert, um dass ich nicht ohne weiteres herum komme. Bei den Holl&#228;ndern ist es &#8220;Saté-Saus&#8221;, eine w&#252;rzige Erdnuss-So&#223;e, die man dort gemeinhin zu den (wirklich leckeren) Pommes isst, die sich aber auch auf manchem privaten Esstisch wieder findet.
</p>
<p>
Bei den D&#228;nen ist es eine gelbe Remoulade, mit denen sie ihre (knatsch-roten) Br&#252;hw&#252;rstchen schm&#252;cken. Und diese Remoulade ist wirklich ein Ph&#228;nomen. Sie ist s&#252;&#223; und w&#252;rzig, wirklich yummi, doch bald nachdem man sein Schinken-Br&#246;tchen verspeist hat, stellt sich eine Art Suchtverhalten ein: &#8220;Das Brot war gut, ich brauche noch eins.&#8221; Also macht man mehr und auch die Dosis wird erh&#246;ht, und man f&#252;rchtet sich vor dem Augenblick, wenn die Tube leer sein wird. Denn der Stoff ist schwer zu bekommen, auch wenn er billig ist.
</p>
<p>
Die Remouladenso&#223;e schmeckt tats&#228;chlich wie sie aussieht: total unentspannt, aber unterhaltsam. Dabei sind die Zutaten weitgehend klassisch (abgesehen von den diversen Stabilisatoren und Konservierungsstoffen): Eier, &#214;l, Saure Gurken, Essig, Senf, Blumenkohl (!?), Wei&#223;kohl und Zwiebeln. Gegen&#252;ber dem franz&#246;sischen Original unterscheidet sie sich vor allem durch die exorbitante Beigabe von Zucker. Die gelbe Farbe taucht auf der Zutatenliste nicht auf. Vermutlich kommt sie von den Eidottern. Es muss grell und es darf schwer sein in D&#228;nemark.
</p>
<p>
Um den Sportfans noch etwas zu bieten, m&#246;chte ich noch anmerken, dass es zwischen den Staaten eine weitere Gemeinsamkeit gibt: beide Nationalmannschaften sind bisher einmal Europameister geworden. Oranje gewann den Titel 1988 in M&#252;nchen, die D&#228;nen vier Jahre sp&#228;ter in G&#246;teborg. Das letzte Spiel gegeneinander 2001 in Kopenhagen endete unentschieden. Der n&#228;chste Schlagabtausch findet schon in der kommenden Woche statt. Mein Tipp: eine Wurst dazu, damit ist man auf jeden Fall auf der richtigen Seite.</p>
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		<title>KHH Goes East</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Apr 2008 09:22:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storys]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=81,right,thumb]Es hat Gr&#252;nde, dass der Blog in diesen Tagen recht unregelm&#228;&#223;ig aktualisiert wird – Kosmos Happa Happa ist umgezogen. Ich folgte dem Trend, habe dem Rhein den R&#252;cken gekehrt und eine sch&#246;ne, ungemein kosteng&#252;nstige Wohnung im …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/04/umzug.jpg" alt="KHH Goes East" /></p>
<p>
Es hat Gr&#252;nde, dass der Blog in diesen Tagen recht unregelm&#228;&#223;ig aktualisiert wird – Kosmos Happa Happa ist umgezogen. Ich folgte dem Trend, habe dem Rhein den R&#252;cken gekehrt und eine sch&#246;ne, ungemein kosteng&#252;nstige Wohnung im Prenzlauer Berg bezogen, das Verhalten vieler vor uns imitierend.
</p>
<p>
Wir hatten vorgearbeitet, f&#252;r die Osterzeit und f&#252;r den Umzug. W&#228;hrend ihr die neusten Texte lesen konntet, sa&#223; der Autor vermutlich gerade in seinem voll beladenen 3,5t-Transporter auf dem Standstreifen der A2 und telefonierte mit dem ADAC. Doch dass das Arbeitspensum auch Tage nach der (schlie&#223;lich gl&#252;cklichen) Ankunft noch l&#228;ngst nicht ersch&#246;pft sein w&#252;rde, darauf war ich nicht vorbereitet.
</p>
<p>
Die K&#252;che in ihrer jetzigen Form ein Provisorium zu nennen w&#228;re euphemistisch. Ich bin froh, dass ich mir heute morgen den ersten Kaffee kochen konnte. In zwei Tagen kommt endlich der K&#252;hlschrank. Wann an den W&#228;nden Schr&#228;nke und Regale h&#228;ngen werden, ist &#252;berhaupt noch nicht abzusehen. Dieses Durcheinander gibt mir jedoch zumindest Gelegenheit, die K&#252;che so zu planen, wie sie mir gef&#228;llt.
</p>
<p>
Es gibt einige Grunds&#228;tze, die man dabei beachten sollte. Der Herd sollte aus nahe liegenden Gr&#252;nden nicht neben dem K&#252;hlschrank (und schon gar nicht neben dem Gefrierschrank!) stehen. Andererseits sollten der K&#252;hlschrank, die gro&#223;e Arbeitsplatte und der Herd sich in unmittelbarer N&#228;he zueinander befinden, denn diese Orte sind es, die beim Kochen in erster Linie zum Einsatz kommen. Hier muss man sich ungest&#246;rt bewegen und arbeiten k&#246;nnen. In der N&#228;he wird bei mir au&#223;erdem der M&#252;lleimer stehen, so dass ich Eier- und Zwiebelschalen mit einer Bewegung entsorgen kann und nicht erst die K&#252;che durchqueren muss.
</p>
<p>
Man sollte darauf achten, dass das Tageslicht gut genutzt wird. Vor dem Fenster k&#246;nnte man beispielsweise die Sp&#252;le unterbringen, die sich gerne zu einem dunklen, ungeliebten Ort entwickelt, wenn man sie falsch platziert. Ein paar Blument&#246;pfe mit Kr&#228;utern auf die Fensterbank zu stellen bietet sich nat&#252;rlich auch an, auch wenn man sich in einer 50-qm-Wohnung alle Selbstversorger-Fantasien getrost aus dem Kopf schlagen kann.
</p>
<p>
Am Abend nach dem Einzug machte ich zum Dank f&#252;r die Helfer bei Freunden ein Essen mit Lammhaxen (aus Europas gr&#246;&#223;tem Biosupermarkt), Ratatouille und Rotweinso&#223;e. Leider wird dieses Essen bis auf weiteres das einzige bleiben, doch bis es mit dem Kochen weitergeht, gibt es Kritiken, Besprechungen und Kochgeschichten. Au&#223;erdem werden bald die Videoblogs wieder aufgenommen –  besser und sch&#246;ner denn je und ganz ohne Youtube.</p>
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		<title>Der Guide Michelin</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Mar 2008 11:08:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außer Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Storys]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=78,right,thumb]In diesen Tagen erscheint die neue Ausgabe eines Klassikers. Der "Guide Michelin" ist die rote Feinschmecker-Bibel, Fluch und Segen aller Spitzenk&#246;che. Er ist eine Supermacht der Gastronomie-Kritik, die &#252;ber Wohl und Wehe von …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/03/michelin.jpg" alt="Der Guide Michelin" /></p>
<p>
Vor mir liegt die aktuelle Ausgabe eines Klassikers. Der &#8220;Guide Michelin&#8221; – die rote Feinschmecker-Bibel, Fluch und Segen aller Spitzenk&#246;che. Er ist eine Supermacht der Gastronomie-Kritik, die &#252;ber Wohl und Wehe von Existenzen entscheidet. Es gibt ihn seit &#252;ber hundert Jahren, und seit mehr als vierzig Jahren auch auf Deutsch.
</p>
<p>
In der Gastronomie gibt es eine Faustregel die besagt, dass man f&#252;r jeden Michelin-Stern 100.000 Euro investieren muss. Das Geld flie&#223;t freilich nicht an die Kritiker, sondern wird in das Restaurant gesteckt, um die technische, bauliche und personelle Ausstattung zu gew&#228;hrleisten, die von einem Sterne-Haus verlangt wird. Man sieht: gutes Essen ist nicht alles. Hier geht es um den Luxus und seine Perfektionierung.
</p>
<p>
Die Abstufung von einem hin zu drei Sternen erkl&#228;ren die Autoren wie folgt: &#8220;Ein Stern: eine sehr gute K&#252;che, zwei Sterne: die K&#252;che verdient einen Umweg, drei Sterne: die K&#252;che ist eine Reise wert.&#8221; Wohin der Hungrige reisen sollte, zeigt eine &#220;bersichtskarte, auf der die Verteilung der Sterne abgebildet wird. Es war kaum anders zu erwarten: die gro&#223;en Restaurants finden sich zu Dutzenden entlang des Rheins, dort wo man den Glanz von Frankreichs K&#252;chen kennt (und wo das Geld der gro&#223;en Industrien zuhause ist). Von neun H&#228;usern, die sich mit drei Sternen schm&#252;cken d&#252;rfen, finden sich zwei in Baden-W&#252;rttemberg, zwei im Saarland, zwei in Nordrhein-Westfalen und jeweils eins in Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz
</p>
<p>
Im Nord-Osten hingegen herrscht eine kulinarische D&#252;rre, die fast nur von Oasen wie Hamburg oder Berlin durchbrochen wird. Und selbst in diesen Metropolen finden sich die erstklassigen Restaurants meist in den gro&#223;en Hotels, was bedeutet, dass Zugereiste zwar anst&#228;ndig versorgt werden, die Stammbev&#246;lkerung aber offensichtlich so wenig Wert auf gehobene K&#252;che legt, dass sich ambitionierte und eigenst&#228;ndige Gastronomen in diesen Gegenden nur schwer halten k&#246;nnen.
</p>
<p>
Dass es entlang der Elbe keine Drei-Sterne-H&#228;user gibt, d&#252;rfte dem Leser recht gleichg&#252;ltig sein. Leider setzt sich diese Bescheidenheit jedoch auch bis in die tieferen Gefilde fort: Es bleibt schwer in der mecklenburgischen Provinz eine gute Forelle oder einen sch&#246;nen Lammbraten zu bekommen. Auf Ferien in der &#8220;national befreiten Zone&#8221; sollte der passionierte Esser also auch weiterhin verzichten.
</p>
<p>
Insgesamt geht es jedoch deutlich aufw&#228;rts mit der deutschen K&#252;che, wie eine kleine Datenreihe beweist: W&#228;hrend 1980 insgesamt 150 Restaurants pr&#228;miert wurden, und zum ersten Mal in Deutschland drei Sterne vergeben wurden, sind es inzwischen 208 Auszeichnungen und 9 &#8220;Drei-Sterne-H&#228;user&#8221;. Und das bei einem steigenden Gesamtnieveau: &#8220;Mit einer original Speisekarte von 1970 w&#252;rde man heute wohl kaum noch einen Stern bekommen&#8221;, sagt Juliane Caspar, die Chefredakteurin des Michelin. Die Anspr&#252;che sind gestiegen – bei den Testern genauso wie bei den G&#228;sten und den K&#246;chen selbst.
</p>
<p>
Ein Angebot, dass den Leser besonders ansprechen d&#252;rfte, ist der so genannte &#8220;Bib Gourmand&#8221;, eine Sonderauszeichnung, mit der die Kritiker in der aktuellen Ausgabe 344 g&#252;nstigere Restaurants pr&#228;mierten, in denen, bevorzugt mit regionalem Bezug, handwerklich gut gekocht wird. Hier kann sich auch der ewige Student ein Mittagessen leisten ohne auf den Gaumen zu fallen.</p>
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		<title>Warte noch ein Weilchen</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Feb 2008 09:13:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storys]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Kochbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Siebeck]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=122,right,thumb]In kulinarischen Texten und Gespr&#228;chen l&#246;st der Name "Wolfram Siebeck" stets gespaltene Reaktionen aus. Ein guter Freund, der ihn einmal pers&#246;nlich kennenlernte, spart beispielsweise nicht mit genervten Kommentaren, wenn man ihn um  …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/02/wsiebeck.jpg" alt="Wolfram Siebeck" title="Wolfram Siebeck" width="430" height="323" class="alignleft size-full wp-image-1025" /></p>
<p>
In kulinarischen Gespr&#228;chen l&#246;st der Name Wolfram Siebeck stets gespaltene Reaktionen aus. Ein guter Freund, der ihn einmal pers&#246;nlich kennenlernte, spart beispielsweise nicht mit genervten Bemerkungen, wenn man ihn um seine  Einsch&#228;tzung des Kritikers bittet. Es mag freilich auch daran liegen, dass der Freund (im Rahmen eines ZEIT-Kochwettbewerbs) der Kritisierte war. Doch auch von Journalistenkollegen und Profik&#246;chen sind von Zeit zu Zeit verst&#228;ndnislose Kommentare zu h&#246;ren.
</p>
<p>
Ich selbst bin mit Siebeck aufgewachsen und verehre ihn seit jeher. Sein leichter aber pointierter Stil vermittelte mir w&#246;chentlich Eindr&#252;cke davon, was es in der Welt der Gastronomie zu entdecken gibt. W&#228;hrend mein Vater die ZEIT schm&#246;kerte, &#252;berlies er mir das beiliegende Magazin, jedoch nicht ohne vorher selbst einen Blick auf Siebecks Kolumne geworfen zu haben. Einige seiner Rezepte haben seit dem einen festen Platz in meinem Repertoire – so zum Beispiel die Entenbrust, die &#252;ber der Fettpfanne voll bestem Rotwein im Ofen gegrillt wird. Besser kann man dieses Fleisch nicht zubereiten.
</p>
<p>
Auch wenn man es ihm auf den Fotos nicht ansieht, der Meister steuert auf den 80-sten Geburtstag zu. Zwischen meinen B&#252;chern finden sich inzwischen f&#252;nf Werke aus seiner Feder – angefangen mit der &#8220;Kochschule&#8221;, &#252;ber Bildb&#228;nde mit Festmen&#252;s bis hin zu seinem j&#252;ngsten Werk &#8220;Die Deutschen und ihre K&#252;che&#8221;, das in diesen Tagen in der Post war. Darin pr&#228;sentiert er zwar auch einige Rezepte, die er weitgehend unbearbeitet aus historischen Quellen &#252;bernommen hat, vorwiegend widmet er sich jedoch dem Studium der deutschen Genusskultur im Wandel der Jahrhunderte.
</p>
<p>
Mit Weitblick geht er dabei auf die Verwerfungen ein, denen die Bewohner Mitteleuropas im Lauf der Zeit zum Opfer gefallen sind und freut sich dar&#252;ber, dass die deutsche K&#252;che inzwischen das ewige Hungertrauma &#252;berwunden hat und den Extravaganzen fr&#246;nt. Dass das so ist, ist nach eigenem Bekunden ma&#223;geblich auch sein Verdienst, und vielleicht stimmt das sogar. Wenn das Gespr&#228;ch auf den Neuen Patriotismus f&#228;llt, will er jedoch &#8220;sofort kotzen&#8221;, wie er dem Focus freim&#252;tig offenbarte. So h&#228;lt er auch nichts von den Anordnungen des Bundespr&#228;sidenten, m&#246;glichst viele deutsche Produkte in den K&#252;chen und Kellern von Schloss Bellevue zu verwenden. Seine Vorstellung geht eher in Richtung der regionalen K&#252;che der Slowfood-Bewegung, wobei ihm Staatsgrenzen recht egal sind.
</p>
<p>
Siebecks n&#228;chstes Buch wird sich dem Thema &#8220;Innereien&#8221; widmen. Er wird damit wieder ein Zeichen setzen, denn Nachhaltigkeit bedeutet auch, ein Tier ganz zu verwenden anstatt sich nur auf die w&#228;ssrigen Koteletts zu beschr&#228;nken. Damit betritt Siebeck wiederum Neuland, denn die Deutschen ekeln sich seit jeher vor Nieren, Kutteln, Bries und Leber. Es ist h&#246;chste Zeit, an dieser Stelle den Hebel anzusetzen. Dass das m&#246;glich ist, beweist beispielsweist seit Jahren das St.John&#8217;s Restaurant in London, das sich erfolgreich auf die abwegigen Nebenprodukte der Tiermast spezialisiert hat.
</p>
<p>
Bis das neue Buch erscheint nehmen wir aus Ermangelung an Alternativen den aktuellen Siebeck zur Hand und lassen uns erkl&#228;ren, wie Martin Luther der Esskultur den Gar aus machte. Wolfram Siebeck: Die Deutschen und ihre K&#252;che, Rowohlt Berlin Verlag, 24,90 Euro.</p>
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		<title>Café Frappé</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jan 2008 11:44:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storys]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffee]]></category>
		<category><![CDATA[Karamell]]></category>
		<category><![CDATA[Rum]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=44,right,thumb]In Deutschland kennt man Frappé vor allem durch eine alte Fernsehwerbung: Eine wei&#223;e Luxuslimousine steht im Wald und wippt heftig wie bei einem Sch&#228;ferst&#252;ndchen. "Mach es nochmal" ruft eine Frau. Daraufhin nimmt drinnen ein Mann …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/01/frappe.jpg" alt="Frappé-Pause in Griechenland" />
<p style="text-align: right"> Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/7925762@N06/">cafenatic</a></p>
<p><strong>Kaffee-Trilogie III.</strong></p>
<p>
In Deutschland kennt man Frappé vor allem durch eine alte Fernsehwerbung: Eine wei&#223;e Luxuslimousine steht im Wald und wippt heftig wie bei einem Sch&#228;ferst&#252;ndchen. &#8220;Mach es nochmal&#8221; ruft eine Frau. Daraufhin nimmt drinnen ein Mann (der aussieht wie ein Pornostar) einen Shaker zur Hand und sch&#252;ttelt noch einen Nescafé Frappé zurecht. Die Frau jauchzt vor Freude.
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Werbestrategen wissen es schon lange: Der Genuss von Nahrungsmitteln hat eine sexuelle Komponente. Eiskaffee macht da keine Ausnahme. Er ist s&#252;&#223;, anregend und k&#252;hlt erhitzte Gem&#252;ter. Nur schade ist, dass Frappé es nie wirklich in die deutsche Genusskultur geschafft hat. In Griechenland, wo er erfunden wurde, ist er omnipr&#228;sent und stets eine willkommene Erfrischung – f&#252;r 17-j&#228;hrige Rucksacktouristen ebenso wie f&#252;r gealterte albanische LKW-Fahrer. Jeder trinkt Frappé.
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<p>
Nun, wir haben statt dessen den echten Eiskaffee, den man viel zu selten trinkt. F&#252;r das folgende kleine Rezept datiere ich den Fr&#252;hling vor. Zun&#228;chst koche ich Kaffee. Ich lasse meine Espresso-Kanne auf dem Herd stehen bis der Inhalt fast auf Zimmertemperatur abgek&#252;hlt ist. In gro&#223;e Gl&#228;ser kommen nun zwei Kugeln gutes Vanille-Eis. Ich entscheide mich meistens f&#252;r eine bekannte Marke, unter der auch Restaurants und Hotels betrieben werden. Dann f&#252;lle ich die Gl&#228;ser mit Milch auf. Menschen, die mit akutem Untergewicht zu k&#228;mpfen haben, k&#246;nnten daf&#252;r auch S&#252;&#223;e Sahne nehmen. Zuletzt kommt der Kaffee ins Glas, ein halbes T&#228;sschen vielleicht. Obendrauf macht sich Schokoladen- oder die stets beliebte Karamellso&#223;e gut. Strohhalm rein, das Gesicht der Sonne zu wenden und genie&#223;en. Bombe.
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<p>
Zum Ende meiner Kaffee-Trilogie m&#246;chte ich nebenbei noch darauf hinweisen, dass ich die in Mode gekommenen Kaffee-Pads f&#252;r Quatsch halte. Die kleinen Beutelchen haben nur einen Zweck: Kaffee teurer an die Verbraucher zu verkaufen. Der Preisvergleich spricht B&#228;nde. Und noch etwas: Es ist zwar sch&#246;n, dass die Konsumenten inzwischen auf Sortenreinheit und unterschiedliche Aromen achten, aber Kaffee ist nicht Wein: &#196;thiopische oder Ecuadorianische Jahrgangsbohnen sind, genau wie die Pads, kaum mehr als ein Marketinggag. F&#252;r mich gibt es nur den italienischen Espresso oder solchen aus fairem Handel. Der schmeckt auch und sorgt f&#252;r ein reines Gewissen beim morgendlichen Koffeinkick. Alles andere: kalter Kaffee.</p>
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		<title>Silvesteressen</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jan 2008 09:08:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezepte]]></category>
		<category><![CDATA[Storys]]></category>
		<category><![CDATA[Erbsen]]></category>
		<category><![CDATA[Menü]]></category>
		<category><![CDATA[Silvester]]></category>
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		<description><![CDATA[[inspic=64,right,thumb]Nicht in allen WG's herrscht unab&#228;nderlich das Spaghetti-Regiment. Am Kollwitzplatz wurde der Sparzwang, der sich aus Nebenkosten-Abrechnungen, Handyvertr&#228;gen und kleineren Konflikten mit der &#246;ffentlichen Verwaltung ergibt, ignoriert, und statt dessen gro&#223;z&#252;gig …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/01/silvesteressen.jpg" alt="Silvesteressen" /></p>
<p style="text-align: right"> Bild: <a href="http://www.kosmos-happa-happa.de">KHH</a></p>
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Nicht in allen WG&#8217;s herrscht unab&#228;nderlich das Spaghetti-Regiment. Am Kollwitzplatz wurde der Sparzwang, der sich aus Nebenkosten-Abrechnungen, Handyvertr&#228;gen und kleineren Konflikten mit der &#246;ffentlichen Verwaltung ergibt, ignoriert, und statt dessen gro&#223;z&#252;gig in ein Feiertagsessen investiert. Vier feine G&#228;nge sollten es sein. Voller Bauch, statt Vollrausch.
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<p>
Das KaDeWe, in dem wir eigentlich am Silvestermorgen die Einkaufsliste abarbeiten wollten, verlie&#223;en wir geschockt und ergebnislos wieder, nachdem wir uns eine halbe Stunde lang an Horden von Austernschl&#252;rfern und Touristen vorbei geschoben hatten. Es stellte sich heraus, dass wir alle Zutaten auch im eigenen Kiez bekommen konnten: gut abgehangenes Rindfleisch, ein sch&#246;nes St&#252;ck Lachs, Zuckerschoten, Vanilleschoten, jede Menge Sahne, roten, schwarzen und gr&#252;nen Pfeffer, Portwein, S&#252;&#223;rahmbutter, Salat und frische Calamaris. Als wir alles beisammen hatten, war es bereits fr&#252;her Nachmittag.
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<p>
Auf dem Men&#252; standen: Erbsenschaumsuppe, ein zitroniger Salat mit kross angebratenem Lachs und w&#252;rzigen, zarten Calamaris, Filetsteaks vom Rind mit Kartoffelgratin, Zuckerschoten und Rotwein-Steinpilz-So&#223;e und als Dessert Crème Brulée mit Beeren. Die Rotweinso&#223;e und die Suppe setzte ich sofort am Nachmittag auf, das Fleisch und den Fisch hingegen musste ich direkt vor dem Servieren braten. In der Zwischenzeit k&#252;mmerte ich mich um die Salatso&#223;e, die Crème und vor allem das Kartoffelgratin, dass mindestens zwei Stunden in den Ofen musste.
</p>
<p>
Exemplarisch will ich die Erbsenschaumsuppe aus unserem Men&#252; vorstellen. F&#252;r zw&#246;lf Esser bei unserem Fest  brauche ich zwei Pakete gefrorene Erbsen. Im Supermarkt gab es nur relativ grobe Bioerbsen, die mich vor das (gl&#252;cklicherweise nicht unl&#246;sbare) Problem stellten, dass sie im Vergleich zu feineren Erbsen relativ lange gekocht werden m&#252;ssen, bis sie richtig gar werden. Sind sie noch roh, dann hinterlassen sie im Mund ein mehliges Gef&#252;hl, das jeder kennt, der schon einmal in einem Gem&#252;segarten rohe Erbsen genascht hat.
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<p>
Die Erbsen gebe ich in einen passenden Topf, in welchem ich sie mit einigen gew&#252;rfelten Schalotten anschwitze. Dann l&#246;sche ich sie mit einem halben Liter warmem Wasser und einem Becher s&#252;&#223;er Sahne ab und lasse sie kochen. Sobald sie sch&#246;n gar oder sogar matschig geworden sind, fange ich an, sie zu p&#252;rieren. Ich schreibe bewusst &#8220;anfangen&#8221;, denn p&#252;rieren soll man sie so lange wie m&#246;glich und im Laufe der Kochprozesses immer wieder, bis am Ende eine m&#246;glichst homogene, schaumige Fl&#252;ssigkeit entsteht.
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Von nun an gie&#223;e ich immer wieder Wasser und vor allem Sahne an. Ich achte einerseits darauf, dass die Konsistenz ansprechend ist, andererseits habe ich nun die M&#246;glichkeit, die Suppe soweit zu strecken, dass alle zw&#246;lf Esser auch wirklich zum Zuge kommen. Beim Abschmecken kommt es zun&#228;chst vor allem auf Salz und schwarzen Pfeffer an. Danach folgen Zitronensaft, roter Pfeffer und Chilipfeffer. Der rote Pfeffer gibt der Suppe ein blumiges Aroma, die Zitrone sorgt f&#252;r eine ausgeglichene Leichtigkeit und der Chilipfeffer erh&#246;ht die Spannung.
</p>
<p>
Um der Suppe noch eine gewisse Festlichkeit zu verleihen, erg&#228;nze ich sie mit drei Gimmicks. Ich schlage eine Mischung aus Sahne und Crème Fraiche mit einer Prise Salz kr&#228;ftig auf und gebe auf jede Portion zwei L&#246;ffel von der Masse, die sich wie ein feiner Schaum &#252;ber die ganze Suppe ausbreitet. Darauf lege ich dann einige ger&#246;stete Sonnenblumenkerne und als letztes einen Schnitt frische Kresse.
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Mit dieser Suppe schlie&#223;e ich an eine mediterrane Silvestertradition an, denn dort werden sehr oft Linsen- oder Erbsensuppen zum Jahreswechsel gegessen. Rote Unterw&#228;sche wurde in meiner Gegenwart leider nicht pr&#228;sentiert.</p>
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		<title>Der Wein zum Fest</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Jan 2008 10:55:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storys]]></category>
		<category><![CDATA[Bordeaux]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[Wein]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/01/giscours_1964.jpg" alt="Chateau Giscours 1964" /></p>
<p style="text-align: right"> Bild: <a href="http://www.kosmos-happa-happa.de">KHH</a></p>
<p>
Die Feiertage liegen nun hinter uns. F&#252;r die meisten Leser, und so auch f&#252;r mich selbst, sind sie das gro&#223;e Jahresfest des Fressens. Nicht umsonst steigen die Preise f&#252;r Delikatessen auf den Wochenm&#228;rkten ab Mitte Dezember deutlich an. Stopfleber, Tr&#252;ffel, feiner Schinken, Rinderfilet, Austern und Bresseh&#252;hner werden so begierig aufgekauft, wie sonst nie im Jahresverlauf.
</p>
<p>
Es ist eine Freude, zu dieser Gelegenheit auf einen gro&#223;en Weinkeller zugreifen zu k&#246;nnen, in dem Bordeaux&#8217; aus vier Jahrzehnten liegen. An Heiligabend sch&#246;pften wir aus dem Vollen: Chateau Giscours 1964. Die Fachliteratur bereitete uns auf einen Hochgenuss vor, doch die Spannung, beim &#214;ffnen von so alten Weinen l&#228;sst sich auch durch die Lekt&#252;re von Parker und Co. nicht mindern.
</p>
<p>
Der erste Augenblick beim &#214;ffnen der Flasche war ein Schock. Der Korken zerbr&#246;selte schon beim vorsichtigen Versuch ihn heraus zu ziehen. In der Mitte klaffte ein Loch, und drum herum sa&#223; der Verschluss so fest wie eh und je. Doch auch wenn es sich um edle, feinf&#252;hlige Tropfen handelt, sind sie doch robuster als man gemeinhin annimmt. Schlimm w&#228;re es gewesen, wenn der Korken schon w&#228;hrend der Lagerung seinen Dienst versagt h&#228;tte – dann w&#228;re Sauerstoff an die Flasche gekommen, der Wein w&#228;re zu Essig geworden.
</p>
<p>
Was nun folgte wird man sicher in keinem Handbuch f&#252;r Sommeliers entdecken, es hat uns aber eine kostbare Flasche gerettet. Ich fummelte zun&#228;chst den Korken ganz heraus und goss dann den gesamten Inhalt in ein Literma&#223;. Dann sp&#252;lte ich die Flasche gut aus und lie&#223; sie abtropfen. Als das geschehen war, goss ich den Wein, der inzwischen sicherlich mehr als genug Zeit zum Atmen hatte, mittels eines Trichters und eines Siebs in die alte Flasche zur&#252;ck.
</p>
<p>
Der Duft, den der Wein bei dieser Aktion verstr&#246;mte, stimmte hoffnungsfroh – eine frische Weinnote, als w&#228;re es ein junger Italiener und eine s&#252;&#223;e Tiefe, wie von einem frischen Obstkorb. Ein Volltreffer. Wir stellten den Wein beiseite und lie&#223;en ihn noch einmal zur Ruhe kommen, bis er nach der Bescherung seinen gro&#223;en Auftritt hatte. Dazu gab es &#252;brigens eine gemischtes Fondue, von dem ich vielleicht sp&#228;ter berichten werde.</p>
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		<title>Rattenscharf</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Sep 2007 12:35:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storys]]></category>
		<category><![CDATA[Ratatouille]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=56,right,thumb]Endlich kommt wieder ein Film ins Kino, der aus der Welt der K&#246;che berichtet – nicht aus den traurigen Schnitzelk&#252;chen, die Thomas Rach besucht, sondern aus der anspruchsvollen Welt der Sterne. Das Verbl&#252;ffende ist, dass es sich um einen Animationsfilm …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2007/10/ratatouille.jpg" alt="Ratatouille" />
<p style="text-align: right"> Bild: <a href="http://www.disney.de/">Walt Disney</a></p>
<p>
Endlich kommt wieder ein Film ins Kino, der aus der Welt der K&#246;che berichtet – nicht aus den traurigen Schnitzelk&#252;chen, die Thomas Rach besucht, sondern aus der anspruchsvollen Welt der Sterne. Das Verbl&#252;ffende ist, dass es sich um einen Animationsfilm handelt. Noch verbl&#252;ffender ist, dass er funktioniert.
</p>
<p>
Die Hauptfigur ist die Vorstadt-Ratte Remy, die von der Natur mit einem ausgezeichneten Geschmacks- und Geruchssinn versehen wurde und sich heimlich zu einem Gourmet entwickelt hat. Das Schicksal f&#252;hrt sie in das Sternerestaurant des verstorbenen K&#252;chenpapstes Auguste Gusteau. W&#228;hrend Remy heimlich Hand bzw. Pfote an die Gerichte legt, k&#228;mpft die K&#252;chen-Brigade gegen die Intrigen des Chefkochs und um den dritten Stern.
</p>
<p>
Remy bedient sich dabei des K&#252;chenjungen Linguini, der v&#246;llig ahnungslos in die gef&#228;hrliche Welt der K&#246;che geraten ist. Als unfreiwilliges Duo mischen sie den Restaurantbetrieb auf. Remy hilft dem Dreik&#228;sehoch so zu unverdientem Ruhm, w&#228;hrend er selbst seiner Leidenschaft nachgehen kann.
</p>
<p>
Dass ein solcher Film, bei dem sich (anders als etwa bei &#8220;Cars&#8221;) alles um sinnliche Gen&#252;sse dreht, als Animationsfilm funktioniert, beweist, wie weit dieses Genre inzwischen gediehen ist. Der Film steckt nicht nur voller appetitanregender Bilder von Speisen und Lebensmitteln, er imitiert auch den leicht maroden Charme des zeitgen&#246;ssischen franz&#246;sischen Films, wie man ihn von Jean-Pierre Jeunet (Fabelhafte Welt der Amélie, Delikatessen) kennt.
</p>
<p>
&#8220;Ratatouille&#8221; stammt aus dem Hause Pixar, dass seit einiger Zeit zu Walt Disney geh&#246;rt. Er kommt am 3. Oktober in die deutschen Kinos und dauert 111 Minuten. Ich kann ihn guten Gewissens empfehlen, denn auch hier dreht sich letztlich alles nur um den Genuss. Ein appetitliches Vergn&#252;gen.</p>
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		<title>We feed the world</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Sep 2007 07:42:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Storys]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=52,right,thumb]Ich bin mal wieder sp&#228;t dran, klar. Ich bespreche den Film trotzdem, denn hier geht es nicht um aktuelle Unterhaltung. “We Feed The World” erz&#228;hlt von den Merkw&#252;rdigkeiten der globalen Lebensmittelindustrie. Was der Film in 93 Minuten beschreibt, macht …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2007/10/nestle.jpg" alt="We Feed The World" />
<p style="text-align: right"> Bild: <a href="http://www.allegrofilm.at/">allegrofilm</a></p>
<p>
Ich bin mal wieder sp&#228;t dran, klar. Ich bespreche den Film trotzdem, denn hier geht es nicht um aktuelle Unterhaltung. “We Feed The World” erz&#228;hlt von den Merkw&#252;rdigkeiten der globalen Lebensmittelindustrie. Was der Film in 93 Minuten beschreibt, macht stutzig, treibt den Appetit aus und f&#252;hrt leider trotzdem nicht dazu, dass wir unsere Essgewohnheiten sofort sp&#252;rbar &#228;ndern. Langsam, ganz langsam – aber daf&#252;r dauerhaft – wandelt sich das Bewusstsein der Konsumenten.
</p>
<p>
Weltweit sieht die Nahrungsmittelproduktion nach wie vor alles andere als idyllisch aus. Fisch-Trawler r&#228;umen die Weltmeere leer, von der irischen See, bis zu den K&#252;sten Afrikas und der Antarktis; in Brasilien wird der Regenwald abgeholzt, damit Soya-Felder angelegt werden; in Spanien wird das Wasser knapp, damit wir geschmacklose Einheitstomaten kaufen k&#246;nnen; in den Schwellenl&#228;ndern vernichtet die Saatgut-Industrie traditionelle Strukturen und treibt die lokalen Bauern in die wirtschaftliche Abh&#228;ngigkeit. Das alles sieht man gut belegt in dem Film des &#246;sterreichischen Erwin Wagenhofer.
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<p>
Am Ende l&#228;cheln Menschen wie der Nestlé-Chef Peter Brabeck-Letmathe und weisen die Verantwortung f&#252;r soziale Konflikte weit von sich. Trinkwasser m&#252;sse zum Wirtschaftsgut werden, sagt er. Menschen, die es sich nicht leisten k&#246;nnen, sollten vom Staat in die Lage versetzt werden, es zu kaufen. Mit den Feinheiten seiner Idee besch&#228;ftigt er sich nicht und ein Menschenrecht auf Trinkwasser h&#228;lt er f&#252;r abwegig.
</p>
<p>
All das, was die Industrien mit minimalem Menschen-Aufwand produzieren, hat l&#228;ngst sein Aroma und seine Eigenheit verloren. Alles schmeckt gleich. Gleich fad. Die Tomaten sehnen sich nach Erde, statt nach Steinwolle, die industrielle Befischung zerst&#246;rt den Fisch, den wir essen, noch bevor er an Bord gehievt wird, das Gem&#252;se, das wir heute kaufen und f&#252;r unser Schweinefutter hungern Brasilianer.
</p>
<p>
Doch der Samen f&#252;r eine Ver&#228;nderung ist gesetzt. Es gibt Bio-Fleisch und Slow-Food, den Manufactum-Wurst-Versand und den Gem&#252;sebauern auf dem Markt. Es gibt Terroir-Weine und Vollkornbrot aus dem Holzofen. Es geht nicht nur um Politik, sondern auch um den Genuss einer heilen Welt, um den Geschmack des gesunden Menschenverstandes.</p>
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