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	<title>Deli Dauerdienst &#187; Literatur</title>
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	<description>Berliner Hausmannskost</description>
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		<title>Was ist Nouvelle Cuisine?</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 13:20:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Berchem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Übersicht]]></category>

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		<description><![CDATA[Bild Pierre Ginet, Jean-Pierre Chatelin (unten) Die Nouvelle Cuisine Was wir heute als gelungene Hausmannskost betrachten, war vor 30 Jahren in Deutschland der brandhei&#223;e Shit. Die Regeln sind einfach: gute und frische Produkte schlicht aber gekonnt zubereitet. Kein Chichi, kein Tamtam, und, bitte, m&#228;&#223;igen Sie sich! Die ganze Angelegenheit begann f&#252;r uns Deutsche mit einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<a href="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2012/01/paul-bocuse.jpg"><img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2012/01/paul-bocuse.jpg" alt="Entenbrust, Paul Bocuse" title="Entenbrust, Paul Bocuse" width="420" class="alignleft size-full wp-image-7356" /></a></p>
<h6>Bild Pierre Ginet, Jean-Pierre Chatelin (unten)</h6>
<h1>Die Nouvelle Cuisine</h1>
<p><strong>Was wir heute als gelungene Hausmannskost betrachten, war vor 30 Jahren in Deutschland der brandhei&#223;e Shit. Die Regeln sind einfach: gute und frische Produkte schlicht aber gekonnt zubereitet. Kein Chichi, kein Tamtam, und, bitte, m&#228;&#223;igen Sie sich!</strong></p>
<p>Die ganze Angelegenheit begann f&#252;r uns Deutsche mit einem Missverst&#228;ndnis: „Meiner Ansicht nach sollte man beim Verlassen des Tisches noch ein bisschen Hunger haben“. Das schreibt Paul Bocuse, die Verk&#246;rperung der Nouvelle Cuisine (<em>dt. Neue K&#252;che</em>) im Vorwort seines gro&#223;en Kochbuchs <strong>La Cuisine du Marché</strong>, das l&#228;ngst ein Standardwerk der klassischen franz&#246;sischen K&#252;che geworden ist. Ein bisschen hungrig? Nach dem Essen??? Naja, wenn eh nur Froschschenkel auf der Karte stehen…</p>
<p><a href="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2012/01/tete-de-veau.jpg"><img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2012/01/tete-de-veau-150x150.jpg" alt="Kalbskopf (Tête de Veau)" title="Kalbskopf (Tête de Veau)" width="150" height="150" class="alignright size-thumbnail wp-image-7311" /></a>Der zugrunde liegende Gedanke erschlie&#223;t sich erst aus dem Kontext. In der Tradition von <strong>Auguste Escoffier</strong> (1846-1935), dem Meister der Haute Cuisine (<em>dt. Hohe K&#252;che</em>), entstanden die Gerichte als atemberaubende, barocke Kunstwerke. Es waren aufwendige Rezepturen, bei denen auf dem Teller von den Ausgangsmaterialien nur selten noch etwas zu erkennen war. Daf&#252;r waren die Sch&#252;sseln &#252;berladen und die G&#228;ste laut. Es musste prunkvoll sein und reichlich. Reichlich wurde auch gegessen, und zwar ohne R&#252;cksicht auf BMI, Blutdruck oder die Lebenserwartung.</p>
<p>Wie auch anderswo wurden in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankreich neue Konzepte ausprobiert. Im Film gab es die <em>Nouvelle Vague</em>, in der Musik keimte die <em>New Wave</em> (was w&#246;rtlich &#252;bersetzt genau das Gleiche bedeutet), die internationale Architektur befasste sich mit der Modernen Architektur und in den K&#252;chen verk&#252;ndeten die Kritiker Henri Gault und Christian Millau (Gault-Millau) schlie&#223;lich die <em>Nouvelle Cuisine</em>.</p>
<p>Es war die Zeit der Concorde und der Wohnmaschinen. Man glaubte an die Atomkraft und an sich selbst.  Doch statt industrieller N&#228;hrtabletten, wie sie in den Science-Fiction-Filmen serviert wurden, kamen klassische franz&#246;sische Rezepte auf den Tisch. Die Revolution &#252;berlie&#223; man den anderen. Die K&#252;che sollte sich am Angebot ausrichten. Der Markt (gemeint ist hier der Wochenmarkt) diktierte von nun an die Speisekarte. Die Suche nach dem perfekten Produkt und seiner bestm&#246;glichen Zubereitung wurde zu einem zentralen Element f&#252;r die Arbeit des Kochs.</p>
<p>Der Ansatz hat bis heute G&#252;ltigkeit. Das wegweisende Restaurant unserer Zeit, das <strong>NOMA</strong> in Kopenhagen, bringt diesen Gedanken zur Perfektion, indem es Lieferanten auftut, wo eigentlich gar keine sind. Zusammen mit Fischern, F&#246;rstern, G&#228;rtnern entsteht die neue Infrastruktur von der am Ende alle profitieren. Ruft man sich in Erinnerung, was damals in Deutschland auf den Tisch kam (im besten Fall Kotelett / Schnitzel / Rumpsteak), dann wird der Kontrast deutlich. Die Nouvelle Cuisine war tats&#228;chlich eine Revolution – allerdings nur hierzulande. </p>
<p>Es ist verbl&#252;ffend, welche Sprengkraft diese schlichten Ans&#228;tze in den 70ern und 80ern entfalteten, denn f&#252;r den zeitgen&#246;ssischen Leser wirken die Gerichte in Bocuses Kochbuch v&#246;llig unaufgeregt. Im Gegenteil kann man daraus eine wunderbare Hausmannskost ableiten, jetzt da es in den Superm&#228;rkten Auberginen, Schalotten und frische Kr&#228;uter gibt. Der Bezug zum Regionalen, die saisonale K&#252;che, leichte Saucen, der Verzicht auf allzu viel Fleisch: alldas hat Bocuse vorweg genommen. Und selbst seine vielen Deftigkeiten wie gebratene Leber, kr&#228;ftige Ragouts, gespickte Pasteten (und vielleicht eines Tages auch der Kalbskopf) kommen im Mainstream an. Merci Paule.</p>
</p>
<div class="myinlinepictureleft" style="width:58px">
<div class="myinlineborder"  style="width:58px"><img class="myinlinepictureimg" src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/myfotos/2012/bocuse-klein.jpg" alt="" title="" width="58" height="80"  /></div>
</div>
<p><strong>Die Neue K&#252;che</strong> (<a href="http://www.zvab.com/advancedSearch.do?author=Bocuse&#038;publisher=&#038;title=&#038;keyword=&#038;anyWords=Die+Neue+K%FCche&#038;isbn=&#038;publicationYearFrom=&#038;publicationYearTo=&#038;priceFrom=&#038;priceTo=&#038;itemMedium=al&#038;countryOfSeller=all&#038;languageOfBook=all&#038;lastXDays=-1&#038;displayCurrency=EUR&#038;itemsPerPage=25&#038;totalItemCount=200&#038;sortBy=1">nur antiquarisch</a>)<br />
Paul Bocuse<br />
Econ Verlag<br />
496 Seiten</p>
</p>
<div class="myinlinepictureleft" style="width:57px">
<div class="myinlineborder"  style="width:57px"><img class="myinlinepictureimg" src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/myfotos/2012/LaCuisineDuMarché-Bocuse.jpg" alt="" title="" width="57" height="80"  /></div>
</div>
<p><strong>La Cuisine du Marché</strong> (franz.)<br />
Paul Bocuse<br />
Verlag Flammarion<br />
303 Seiten<br />
24,99€</p>
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		<title>Modernist Cuisine</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/nathan-myhrvold-modernist-cuisine-deutsch/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/nathan-myhrvold-modernist-cuisine-deutsch/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 14:50:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Berchem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Übersicht]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=231,right,thumb]Mag sein, dass bei Taschen der neue Escoffier erschienen ist. In jedem Fall ist dem Verlag mit seinem ersten Kochbuch eine geh&#246;rige &#220;berraschung gelungen. Denn Modernist Cuisine ist keine herk&#246;mmliche Rezeptsammlung – es tritt an, um das Standardwerk der globalisierten K&#252;che zu werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img class="alignleft size-full wp-image-6234" title="Modernist Cuisine" src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2011/10/modernist-cuisine.jpg" alt="Modernist Cuisine" width="420" /></p>
<h6>Bilder Taschen Verlag</h6>
<h1>The Modernist Cuisine</h1>
<p><strong>Mit seinem ersten Kochbuch ist dem Taschen Verlag eine geh&#246;rige &#220;berraschung gelungen. Denn <em>Modernist Cuisine</em> ist keine herk&#246;mmliche Rezeptsammlung. Es tritt an, um das Standardwerk der globalisierten K&#252;che zu werden und bietet reichlich Lesestoff – f&#252;r K&#246;che und Esser gleicherma&#223;en.</strong></p>
<p><dc>Z</dc>weitausendvierhundertvierzig Seiten, das ist klassisches <em>Taschen</em>-Format. Der Verlag aus K&#246;ln ist spezialisiert auf opulente Ausgaben, gigantische Bildb&#228;nde und strahlende Gro&#223;projekte. Auf diese Weise hat <em>Taschen</em> den Markt der Kunstb&#252;cher f&#252;r die Massen ge&#246;ffnet und ist heute unangefochtener Platzhirsch im Segment. Der zweite Faktor, der zum Erfolg des Verlages beigetragen hat: Immer wieder treffen die K&#246;lner den Geschmack einer kunstorientierten, gut situierten Klientel, die mit den B&#252;chern ihre Wohnungen schm&#252;ckt und gleichzeitig ihr Verst&#228;ndnis f&#252;r die sch&#246;nen Dinge erweitert.</p>
<div style="float: left; margin: 4px 10px 4px 1px;" >


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<p>Nun hat <em>Taschen</em> sein erstes Kochbuch aufgelegt. Und was f&#252;r eins! K&#246;che vergleichen das Werk schon mit der Kochbibel schlechthin, dem <em>Guide Culinaire</em> von Escoffier. Ob <strong>Modernist Cuisine</strong> diesem Anspruch gerecht wird, das wird die Zeit zeigen. Denn viele der Techniken die die molekulare K&#252;che etabliert hat, wirken heute noch wie kurzlebige Moden, ungeeignet f&#252;r den Alltag und nur mit einem enormen Aufwand an technischen Ger&#228;ten, Zutaten und Zeit umzusetzen. Auf alle F&#228;lle ist das Kochbuch jedoch die umfangreichste Zusammenstellung von Produkten, Rezepten, Techniken und Gedanken, die seit Langem erschienen ist. Auch der katalanische Avantgardist Ferràn Adria ist im Vorwort voll des Lobes. Sein Einfluss auf das Werk ist nicht zu &#252;bersehen.</p>
<p>Derweil zeigt sich bei der Lekt&#252;re schnell, dass es hier nicht um billige Effekte und den Einzug der Lebensmittelindustrie in die K&#252;chen geht, wie ein oft ge&#228;u&#223;erter Vorwurf an die K&#252;chen-Modernisten lautet. Vielmehr tragen Nathan Myhrvold und seine Ko-Autoren Chris Young und Maxim Bilet eine Unzahl an Informationen zusammen, um daraus ein philosophisches Modell der zeitgen&#246;ssischen K&#252;che zu entwickeln. Den wichtigsten Bezug bilden dabei die Naturwissenschaften. Zwei der drei Autoren sind Physiker. Nathan Myhrvold selbst studierte zun&#228;chst Mathematik und promovierte anschlie&#223;end, machte daneben Abschl&#252;sse in Geophysik und Wirtschaftswissenschaften, um sich schlie&#223;lich unter Stephen Hawking mit Quantenmechanik zu besch&#228;ftigen. Wie so oft in diesem Beruf: Am Ende siegte die Leidenschaft und er wurde doch noch Koch.</p>
<p>Die Aussage seiner Biografie ist eindeutig: Um der neue Escoffier zu werden, muss man nicht durch das Feuer der Hotelk&#252;chen gegangen sein, man muss etwas von Prionen verstehen. Und von der spezifischen Kapazit&#228;t der W&#228;rme. Und von Elektromagnetismus. Ein grobes Verst&#228;ndnis davon vermittelt Myhrvol in ausgiebigen Abhandlungen, historischen Betrachtungen und technischen Erl&#228;uterungen. Er schlie&#223;t dabei nahtlos an die Arbeit von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hervé_This">Hervé This</a> an, der am Collège de France die Fundamente f&#252;r die molekulare K&#252;che legte.</p>
<p>Gleichzeitig folgt das Kochen damit deutlich versp&#228;tet den Entwicklungen der anderen K&#252;nste. Denn von allen Gattungen ist die Kochkunst konservativste. W&#228;hrend sich Maler schon im 19. Jahrhundert der Dekonstruktion widmeten, gefolgt von Komponisten, Schriftstellern, Architekten und Schauspielern, warteten die K&#246;che noch bis zur Jahrtausendwende, um ihre Kunst neu zu erfinden. Mancher Esser mag diesen Ansatz verurteilen. Genauso k&#246;nnte man Picasso ignorieren, Arnold Sch&#246;nberg verachten und vor Mies van der Rohe die Augen verschlie&#223;en. Zur Zielgruppe der typischen <em>Taschen</em>-Buch-Leser geh&#246;rte man dann ohnehin nicht. Und selbst wer sich nicht f&#252;r den Gebrauch von Stickstoff erw&#228;rmt, wem bei <a href="http://www.zeit.de/2008/36/Siebeck-Adria-36">hei&#223;em Eis</a> ein kalter Schauer den R&#252;cken herunterl&#228;uft, wenn er sich ernsthaft f&#252;r die Kochkunst interessiert, dann kommt er an den sechs B&#228;nden von Nathan Myhrvold nicht vorbei.</p>
<p><strong>Sechs B&#228;nde</strong><br />
I. Geschichte und Grundlagen<br />
II. Technik und Ausstattung<br />
III. Tiere und Pflanzen<br />
IV. Zutaten und Zubereitungen<br />
V. Chefgerichte<br />
VI. Rezept-Handbuch</p>

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	<div class="ngg-album">
		<div class="ngg-albumtitle"><a href="http://www.delidauerdienst.de/nathan-myhrvold-modernist-cuisine-deutsch/?album=1&amp;gallery=1">Bildergalerie – Modernist Cuisine</a></div>
			<div class="ngg-albumcontent">
				<div class="ngg-thumbnail">
					<a href="http://www.delidauerdienst.de/nathan-myhrvold-modernist-cuisine-deutsch/?album=1&amp;gallery=1"><img class="Thumb" alt="Bildergalerie – Modernist Cuisine" src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/gallery/modernist-cuisine/thumbs/thumbs_modernist_cuisine_pr_05.jpg"/></a>
				</div>
				<div class="ngg-description">
				<p>Überreich und elegant bebildert von der ersten bis zur letzten Seite – Modernist Cuisine</p>
								<p><strong>11</strong> Fotos</p>
							</div>
		</div>
	</div>

 	 	
	<!-- Pagination -->
 	<div class="ngg-clear"></div> 	
</div>


<p>Ein kurzes Video zum Buch gibt es <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Db-2_S0iGEY">hier</a>. Ein Interview mit Nathan Myhrvold ist <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,757511,00.html">hier</a> zu finden.</p>
<div class="myinlinepictureleft" style="width:65px">
<div class="myinlineborder"  style="width:65px"><img class="myinlinepictureimg" src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/myfotos/11/modernist-cuisine-box.png" alt="" title="" width="65" height="80"  /></div>
</div>
<p><strong>Modernist Cuisine</strong><br />
Nathan Myhrvold<br />
Taschen Verlag<br />
2440 Seiten, 5 B&#228;nde<br />
399 Euro</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Kochfilme / Die besten Filme &#252;ber das Kochen</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/die-besten-kochfilme/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/die-besten-kochfilme/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Mar 2011 13:55:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Berchem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Übersicht]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=207,right,thumb]Auf der Leinwand und im wahren Leben &#246;ffnet sich beim Essen eine T&#252;r nach innen. Vielleicht sind Filme &#252;ber das Kochen deshalb so erfolgreich. Die besten Streifen habe ich hier zusammengestellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<a href="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2011/03/babettes-gstebud.jpg"><img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2011/03/babettes-gstebud.jpg" alt="Babette&#039;s Fest" title="Babette&#039;s Fest" width="430" class="aligncenter size-medium wp-image-4734" /></a></p>
<h6>Bild MGM</h6>
<h1>Kochen f&#252;r die Leinwand</h1>
<p>
<strong>Auf der Leinwand und im wahren Leben &#246;ffnet sich beim Essen eine T&#252;r nach innen. Vielleicht sind Filme &#252;ber das Kochen deshalb so erfolgreich. Die besten Streifen <a href="http://www.delidauerdienst.de/filme/">habe ich hier zusammengestellt</a>.</strong>
</p>
<p>
<dc>E</dc>s gibt zwar deutlich weniger Filme &#252;ber das Kochen als, sagen wir, &#252;ber Musik, aber gleichwohl mehr als &#252;ber Schach, das Reiten oder &#252;ber Pantomime. Mehr als zwei Dutzend ernst zu nehmende Werke sind es, wenn man Kinderfilme, Trash und halbherzige Fernsehproduktionen nicht einrechnet.
</p>
<div style="float: left; margin: 4px 10px 4px 1px;" >


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</div>
<p>
Ein gutes Essen befriedigt den Mund, die Nase, den Magen. Intellektuelle Umwege nehmen die wenigsten Esser in Kauf. Ein guter Film ist hingegen Futter f&#252;r die Augen, Nahrung f&#252;r das storyhungrige Hirn. Film kommt auf die Leinwand, Essen auf den Teller. So k&#246;nnte man es auf ewig trennen. Trotzdem verbinden sich gute Geschichten und feine Speisen, so wie Eigelb und &#214;l bei einer Mayonnaise.
</p>
<p>
Wer eine kunstvolle Pastete auf die Leinwand bringt, braucht um die Gunst der Zuschauer nicht mehr zu werben. Eine Mahlzeit ist die perfekte Katharsis. Im Angesicht eines gedeckten Tischs wirken die sorgsam angelegten Konflikte schlagartig zehn Zentimeter kleiner. Der Streit wird bei einem Glas Wein beigelegt, &#252;ber einem Teller Suppe verfliegt jede Krankheit. Kehrt der Appetit erst zur&#252;ck, ist der Held endlich &#252;ber den Berg. Selbst wer sich vor lauter Verletzungen hermetisch vor der Welt verschlie&#223;t, muss sich zum Essen schlie&#223;lich &#246;ffnen.
</p>
<p>
Der Esstisch (oder bei martialischeren Filmen das Feuer) ist einer der dramatischsten Orte schlechthin. Wer ein Essen zubereitet, der sorgt sich um das Wohl seiner Mitmenschen und kann so schlecht nicht sein. Wenn der Koch allerdings den Braten vergiftet, dann ist er erst recht hinterh&#228;ltig, verschlagen, ja teuflisch, denn er missbraucht das Vertrauen seiner G&#228;ste. Eine solche Ungerechtigkeit muss der Autor vor dem Ende wieder ausgleichen. Das ist er dem Zuschauer einfach schuldig.
</p>
<p>
Gute K&#252;chenfilme sahnen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ratatouille_%28Film%29#Auszeichnungen">reihenweise</a> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bella_Martha#Auszeichnungen">Auszeichnungen</a> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Good_Fellas_%E2%80%93_Drei_Jahrzehnte_in_der_Mafia#Auszeichnungen">ab</a>. Zwei Filme aus der Liste haben den Oscar gewonnen. Die Reihe anderer internationaler Filmpreise ist fast endlos: L&#246;wen, Palmen, Leoparden, Europ&#228;ische, Deutsche und lateinamerikanische Filmpreise, in Christal, Bronze, Silber und Gold. Die Menschen lieben gutes Essen. Und Filme &#252;ber gutes Essen lieben die Menschen ganz besonders. Das Auge isst mit. Und nach dem Film geht&#8217;s ins Restaurant.
</p>
<p>
<em><strong><a href="http://www.delidauerdienst.de/filme/">Und hier geht es zu den Kochfilmen</a></strong></em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Carl Friedrich von Rumohr</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/carl-friedrich-von-rumohr/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/carl-friedrich-von-rumohr/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 15:20:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Berchem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Übersicht]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=190,right,thumb]Dieses 200 Jahre alte Kochbuch nimmt viele Ans&#228;tze der modernen K&#252;che vorweg. Als echter Gourmet musste der Autor damals manchen Spott ertragen. Heute ist das Werk ist ein Klassiker unter den Kochb&#252;chern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<a href="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2011/01/rumohr.jpg"><img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2011/01/rumohr.jpg" alt="Karl Friedrich von Rumohr" title="Karl Friedrich von Rumohr" width="430" height="286" class="aligncenter size-full wp-image-3568" /></a></p>
<h6>Bild <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Carl_Gr%C3%B6ger">Friedrich Carl  Gr&#246;ger</a></h6>
<h1>Geist der Kochkunst</h1>
<p>
<strong>Als echter Gourmet musste Karl von Rumohr manchen Spott ertragen. Heute ist sein Werk ein echter Klassiker unter den Kochb&#252;chern, denn viele Ans&#228;tze unserer modernen K&#252;che nahm er darin schon vor 200 Jahren vorweg.</strong>
</p>
<p>
<dc>E</dc>igentlich war er ein Wissenschaftler. Seiner Leidenschaft f&#252;r gutes Essen sch&#228;mte er sich so sehr, dass er sein gro&#223;es Kochbuch <em>Geist der Kochkunst</em> zun&#228;chst unter dem Namen seines Leibkochs Joseph K&#246;nig ver&#246;ffentlichen lies. Denn Meriten hatte Karl von Rumohr durch ein Kochbuch zu Anfang des 19. Jahrhunderts ohnehin nicht zu erwarten. In Deutschland h&#252;llte man sich in eine edle Scham, wenn man versuchte die rechten Worte f&#252;r ein gutes Essen zu finden. Nahrung diente dem &#220;berleben, nicht dem Genuss und schon gar nicht der Erbauung.
</p>
<div style="float: left; margin: 4px 10px 4px 1px;" >


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</div>
<p>
Der Schriftsteller Heinrich Laube &#228;tzte in seiner <em>Geschichte der Deutschen Literatur</em>, Rumohr habe „in seinem Buch das niedrigstgestellte Sinnenpaar, Geruch und Geschmack, abgehandelt“. Auch andere Zeitgenosse hatten nichts als bei&#223;enden Kritik f&#252;r ihn &#252;brig. Vielleicht wurde er ob des vielen Spotts bitter, denn auch danach wandte sich Rumohr (wie manch anderer Geschm&#228;hte) vermehrt dem Essen zu, was unschwer an sp&#228;teren Portraits zu erkennen ist.
</p>
<p>
Es ist beachtlich, was Rumohr an Rezepten und Zutaten f&#252;r sein Buch zusammentrug. Er berichtet von Tofu und Sojaso&#223;e, er begeistert sich f&#252;r die englische Metzgerkunst und die die ausgefeilten Techniken, um ein St&#252;ck Rindfleisch rosa zu braten und er schw&#228;rmt von erstklassigen, franz&#246;sischen Spezialit&#228;ten wie dem Bayonner Schinken. Seine gro&#223;e Leidenschaft ist jedoch die italienische K&#252;che, die er auf seinen Studienreisen als Kunsthistoriker entdeckte. Die Rezepte und Zutaten, die er dort kennenlernte, lobt er mehr als alles andere. Besonders die Verwendung des Oliven&#246;ls weckt seine Leidenschaft.
</p>
<p>
Seine Gedanken fasst Rumohr in einer verst&#228;ndnisreichen Systematik zusammen, die weite Teile des kulinarischen Wissens der Zeit widerspiegelt. Jedem Fleisch und jeder Pflanze widmet er passende Rezeptvorschl&#228;ge und geht auf die jeweiligen Eigenheiten und Bed&#252;rfnisse ein. Dabei verficht er den Gedanken einer klassischen Reinheit. Alles soll m&#246;glichst echt und gesund aus sich selbst hervorgehen.
</p>
<p>
Zu seiner Weitsicht paart sich aber leider auch eine gewisse Schw&#228;rmerei f&#252;r eine unbestimmte Vergangenheit, in der alles sch&#246;ner und besser gewesen sein soll, bis der unselige Zeitgeist es zerst&#246;rte. Wie falsch er mit dieser These liegt, beweisen etliche Kochb&#252;cher voller grauenvoller Pampen, mit denen die K&#246;che im Mittelalter ihre Herren versorgten. Besser als zu seiner Zeit hatte man wohl nie zuvor gegessen.
</p>
<p>
Rumohr neigt zu idealistischen &#220;berh&#246;hungen, wie auch der Titel „Geist der Kochkunst“ bezeugt. Sein Zeitgenosse <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Anthelme_Brillat-Savarin">Brillat-Savarin </a> betitelte sein Standardwerk viel pr&#228;ziser als „Physiologie des Geschmacks“. Dar&#252;ber hinaus stehen wohl beide Werke auf Augenh&#246;he, wenn auch das franz&#246;sische Buch deutlicher und umfangreicher ist. W&#228;hrend Brillat-Savarin heute so etwas wie ein Nationalheiliger der Franzosen geworden ist, war Rumohr schon zu Lebzeiten ein Au&#223;enseiter und ist heute fast vollst&#228;ndig aus dem &#246;ffentlichen Bewusstsein verschwunden. Einzig Eckhart Witzigmann hat mit seinem <a href="http://www.eckart-witzigmann.com/jahrhundertkoch/kalbsbries/">Kalbsbries Rumohr</a> dem Pionier ein w&#252;rdiges Denkmal gesetzt. Man sollte es mal kosten!
</p>
</p>
<div class="myinlinepictureleft" style="width:49px">
<div class="myinlineborder"  style="width:49px"><img class="myinlinepictureimg" src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/myfotos/11/geist_der_kochkunst.jpg" alt="" title="" width="49" height="80"  /></div>
</div>
<p><strong>GEIST DER KOCHKUNST</strong><br />
Karl Friedrich von Rumohr<br />
Insel Taschenbuch<br />
265 Seiten, 10,00 €</p></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gourmetspitzen</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/horrmann-gourmetspitzen/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/horrmann-gourmetspitzen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 20 Dec 2010 07:37:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Berchem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Übersicht]]></category>
		<category><![CDATA[Kochbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=182,right,thumb]Ein neuer Restaurantf&#252;hrer hat sich 100 Berliner Gastst&#228;tten vorgenommen. Das B&#252;chlein bietet einen n&#252;tzlichen &#220;berblick. Dar&#252;ber ob es wirklich nur die <em>besten</em> Restaurants abhandelt, l&#228;sst sich inzwischen erfreulicherweise sehr gut streiten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2010/12/heinz_horrmann.jpg" alt="Restaurant-Kritiker Heinz Horrmann" title="Heinz Horrmann" width="430" class="aligncenter size-full wp-image-3317" /></p>
<h6>Bild Horrmann</h6>
<h1>Jeden Tag eine gute Tarte</h1>
<p>
<strong>Ein neuer Restaurantf&#252;hrer hat sich 100 Berliner Gastst&#228;tten vorgenommen. Das B&#252;chlein bietet einen n&#252;tzlichen &#220;berblick. Dar&#252;ber ob es wirklich nur die <em>besten</em> Restaurants abhandelt, l&#228;sst sich inzwischen erfreulicherweise sehr gut streiten.</strong>
</p>
<p>
<dc>E</dc>s ist nicht so lange her, da w&#228;re ein solcher Auftrag vielleicht als anma&#223;end empfunden worden: Hundert Mal essen gehen und das in Berlin. Die geteilte Stadt war von den kulinarischen Errungenschaften im Westen so weit entfernt wie Julian Assange von einem b&#252;rgerlichen Beruf. Auch nach der Wende ging es in den besseren Restaurants lange Jahre mehr um gro&#223;e Portionen, als um die gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Verfeinerung. Inzwischen weht ein anderer Wind. Der kreative Geist der Stadt hat sich auch in den K&#252;chen ausgebreitet. Um sich einen &#220;berblick zu verschaffen, kommt das kleine Buch von Heinz Horrmann gerade recht.
</p>
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<p>
Sage und schreibe 13 Michelin-Sterne gibt es inzwischen in Berlin, und Horrmann hat an allen geknabbert. Seit Jahrzehnten ist er der Mann f&#252;rs Leibliche im Axel-Springer-Verlag. Aus seiner Kolumne <em>Gourmetspitzen</em>, die in der Berliner Morgenpost erscheint, hat er 100 Beitr&#228;ge zu einem Nachschlagewerk zusammengefasst. Ob es sich dabei wirklich um eine Auswahl „besten 100 Restaurants“ handelt, ist allerdings zweifelhaft, denn neben Hochkar&#228;tern wie dem Margaux oder Fischers Fritz finden sich auch Besprechungen des kurvenbetonten Hamburgerfilialisten Hooters, sowie eines abgehalfterten griechischen Lokals mit „Brandflecken in der blauwei&#223;en Kunststoffdecke“.
</p>
<p>
Horrmann ist ein Gastro-Kritiker der alten Garde. Ein Atlantik-Hummer ist ihm n&#228;her als eine Brandenburger Kalbszunge. Er liebt Tr&#252;ffel, Garnelen und Kaviar. Die „spanische Schule&#8221;, immerhin pr&#228;gend f&#252;r eine ganze Generation von K&#246;chen, verurteilt er pauschal als „grausam“. Das w&#228;re nicht weiter verwerflich, w&#252;rden sich zu seinem altmodischen Verst&#228;ndnis der gehobenen K&#252;che nicht auch noch gewisse stilistische Unsicherheiten hinzugesellen. Einmal bem&#228;ngelt Horrmann, dass in jedem zweiten Restaurant eine Apfeltarte serviert wird, ein andermal liest sich derselbe Kuchen schon auf der Karte “wahrlich gro&#223;artig“. Das gleiche passiert ihm mit dem Iberico-Schwein, dass er bei einem Besuch im h.h.m&#252;ller als „vielleicht bestes Fleisch der Welt” lobt, w&#228;hrend er f&#252;r das gleiche Produkt im Cochon Bourgeois nur noch bittere Verachtung empfindet.
</p>
<p>
Dabei wird deutlich, wie verw&#246;hnt und ungeduldig sich mancher Kritiker den Launen der Zeit hingibt. Anstatt dem Koch Gelegenheit zu geben, sich langsam und mit wachsendem Verst&#228;ndnis an ein Produkt heranzutasten, muss es einmal dies sein und einmal jenes. Tats&#228;chlich gilt f&#252;r einen Koch dasgleiche wie f&#252;r jeden anderen Kreativen: Er muss seinen Stil finden und ihm folgen. Erst durch die eigene Sprache wird der Meisterkoch zum K&#252;nstler. Wenn dazu die Perfektionierung eines Apfelkuchens geh&#246;rt, ist diese Aufgabe anspruchsvoll genug. Daf&#252;r braucht es allerdings den Kritiker, der diesen Weg begleitet.
</p>
<p>
Dank des beachtlichen Umfangs hat Heinz Horrmann mit „Gourmetspitzen“ dennoch eine Sammlung  vorgelegt, die Berliner Gerneessern n&#252;tzen wird. Denn gerade in einer so lebhaften Umgebung kann man solche Orientierung sehr gut gebrauchen. Kaum jemand bietet daf&#252;r bessere Vorraussetzungen als der Herr mit dem Einstecktuch. Dass man inzwischen &#252;ber die 100 besten Restaurants der Stadt streiten kann, und dabei sogar noch einige vergisst, wie zum Beispiel das Cantamaggio an der Volksb&#252;hne, den Bieberbau in Sch&#246;neberg oder das Papá Pane in Mitte, ist eine sehr erfreuliche Entwicklung.
</p>
</p>
<p><div class="myinlinepictureleft" style="width:59px">
<div class="myinlineborder"  style="width:59px"><img class="myinlinepictureimg" src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/myfotos/09/gourmetspitzen-cover.jpg" alt="" title="" width="59" height="80"  /></div>
</div>
<p><b>GOURMETSPITZEN</b><br />
Heinz Horrmann<br />
Verlag Berliner Morgenpost<br />
320 Seiten, 16,90 €</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Italienische K&#252;che</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/italienische-kueche/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/italienische-kueche/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 09:40:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Berchem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Übersicht]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Kochbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=133,right,thumb]Wie jedes Handwerk ist das Kochen den Launen des Zeitgeistes unterworfen. In den vergangenen hundert Jahren entwickelte sich die Mode von der fr&#252;hen b&#252;rgerlichen K&#252;che, in der noch Kilos von Butter und Fleisch …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2010/09/DELIZIA.jpg" alt="" title="DELIZIA!" width="430" height="277" class="aligncenter size-full wp-image-1259" /></p>
<h6>Bild Poppy Berry</h6>
<h1>Italienische K&#252;che</h1>
<p><strong>Sie ist die Gro&#223;mutter der Kochkunst, die Grande Dame am Herd. Ohne sie w&#252;rde man in Europa noch immer Gr&#252;tze essen. Zwei B&#252;cher n&#228;hern sich ihrer gro&#223;en Tradition – das eine theoretisch, das andere  praktisch.</strong></p>
<p><dc>W</dc>ie jedes Handwerk ist das Kochen den Launen des Zeitgeistes unterworfen. In den vergangenen hundert Jahren entwickelte sich die Mode von der fr&#252;hen b&#252;rgerlichen K&#252;che, in der noch Kilos von Butter und Fleisch verbraucht wurden, &#252;ber den Eintopfsonntag und die Nouvelle Cuisine bis hin zur Molekulark&#252;che, die in den vergangenen Jahren die Entwicklung bestimmte. Nun geht schlie&#223;lich auch die Zeit der Stickstoff-Wolken und Schweinebraten-Gelees zu Ende, denn die molekulare K&#252;che war ein wagnisreiches und <a href="http://www.morgenpost.de/brandenburg/article1131079/Koch_verliert_eine_Hand_bei_Kuechen_Experiment.html">aufregendes Experiment</a>, aber am Ende sitzt man eben doch lieber am warmen Kamin und nicht im Physiksaal, wenn man der Seele etwas Gutes tun will.</p>
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<p>Die gro&#223;en Avantgardisten <a href="http://dinersjournal.blogs.nytimes.com/2010/02/12/el-bulli-to-close-permanently/">schlie&#223;en ihre K&#252;chen</a>, um sich neu zu orientieren. An ihre Stelle treten besonnenere K&#246;che, wie zum Beispiel der D&#228;ne René Redzepi, der sich in den vergangenen drei Jahren mit seinem Kopenhagener Restaurant <a href="http://www.noma.dk/main.php?lang=en">NOMA</a> nach ganz oben gekocht hat. Vieles, was er und seine Mannschaft zubereiten, steht f&#252;r eine R&#252;ckkehr zum Produkt und seiner Herkunft. Damit verbreitet er ein un&#252;berh&#246;rbares Bekenntnis zum Regionalen.</p>
<p>Dieser Ansatz spielte in der Welt der Gourmets bisher kaum eine Rolle. Wenn das Gefl&#252;gel aus Frankreich das beste war, dann bestellte man es eben in Frankreich. Das Gleiche galt f&#252;r Fisch und frisches Gem&#252;se, die regelm&#228;&#223;ig aus Afrika oder von sonst woher eingeflogen wurden. Erst jetzt kehren wir endlich auch in der K&#252;che zu dem zur&#252;ck, was uns umgibt. Die neue Kunst besteht darin, das Beste aus dem zu machen, was wir haben. Ganz gleich, ob es sich dabei um einen Zander, eine Gans oder frische Pilze handelt: Wenn es aus der Umgebung kommt, hat es unsere Aufmerksamkeit verdient.</p>
<p>In Italien wird dieses System schon seit Jahrhunderten unver&#228;ndert betrieben. Der Stolz der Bauern und K&#246;che auf die eigenen Produkte und Rezepte ist ungebrochen. Die Aufl&#228;ufe, Nudelgerichte und Vorspeisen, die wir st&#228;ndig essen, sind eigentlich lokale Spezialit&#228;ten, die bis heute f&#252;r viele Menschen Identit&#228;t bedeuten. Eine sch&#246;ne Sammlung, weniger bekannter aber dabei klassischer Rezepte ist das Buch LA NONNA LA CUCINA LA VITA, in dem die Illustratorin Larissa Bertonasco Rezepte ihrer Gro&#223;mutter zusammengefasst hat. Es ist ein Kochbuch voller rustikaler Gerichte, wie Lammbraten, Bohnensuppe und Lasagne, das bereits in der 9. Auflage erschienen ist. </p>
<p>Wer seine Kenntnisse mit einer weiteren Lekt&#252;re historisch untermauern will, der sollte dazu DELIZIA! lesen. Der englische Journalist John Dickie folgt darin der italienischen K&#252;che anekdotenreich bis zu ihren mittelalterlichen Wurzeln. Richtig interessant wird es ab der Renaissance: <em>Pesto Genovese</em>, <em>Prosciutto di Parma</em> und <em>Spaghetti Napoli</em> sind Zeugen des Aufstiegs des B&#252;rgertums. Auf dem Land stellte man den Schinken her, aber in der Stadt wurde erdacht, bezahlt und gegessen. Ganz so wie hier und heute.</p>
<p>Und au&#223;erdem: <em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=KAYq9jSUKt4" target="_blank">So denken die SOPRANOS &#252;ber die italienische K&#252;che</a>.</em></p>
</p>
<div class="myinlinepictureleft" style="width:52px">
<div class="myinlineborder"  style="width:52px"><img class="myinlinepictureimg" src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/myfotos/09/Delizia_Dickie.jpg" alt="" title="" width="52" height="80"  /></div>
</div>
<p><b>DELIZIA!</b><br />
John Dickie<br />
Fischer Verlag<br />
446 Seiten, 22,95 €</p>
<p><div class="myinlinepictureleft" style="width:56px">
<div class="myinlineborder"  style="width:56px"><img class="myinlinepictureimg" src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/myfotos/09/La_Nonna.jpg" alt="" title="" width="56" height="80"  /></div>
</div>
<p><b>LA NONNA LA CUCINA LA VITA</b><br />
Larissa Bertonasco<br />
Gerstenberg Verlag<br />
225 Seiten, 19,90 €
</p></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Europa Kreuzweise</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/europa-kreuzweise/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/europa-kreuzweise/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 May 2009 08:04:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Berchem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Übersicht]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=111,right,thumb]Wer keinen Standpunkt bezieht, ist nicht da gewesen, hat nicht teilgenommen, nicht gesehen, nicht geh&#246;rt, nicht probiert oder geredet. Er geht wie er gekommen ist. BLIXA BARGELD hat zu allem eine Meinung. Das kann dem Leser auf die Nerven gehen. Aber weil er ein …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/05/blixa.jpg" alt="blixa" title="blixa" width="430" height="313" class="alignnone size-full wp-image-439" /></p>
<h6>Bild Residenzverlag</h6>
<h1>Europa Kreuzweise</h1>
<p>
<strong>Wenn Blixa Bargeld mit der Band auf Tour geht, verbringt der die Pausen in den besten Restaurants der Welt. Um ein klares Urteil ist er dabei selten verlegen: Blixa zwischen Gut und B&#246;se.</strong>
</p>
<p>
<dc>W</dc>er keinen Standpunkt bezieht, ist nicht da gewesen, hat nicht teilgenommen, nicht gesehen, nicht geh&#246;rt, nicht geschmeckt. Er geht, wie er gekommen ist. BLIXA BARGELD hat zu allem eine Meinung. Das kann dem Leser auf die Nerven gehen. Aber weil er ein super Typ ist, h&#246;ren wir erst einmal zu. Denn es gibt nicht viele Stars, die man noch verehrt, nachdem sie bei Biolek gekocht haben.
</p>
<div style="float: left; margin: 4px 10px 4px 1px;" >


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</div>
<p>
Jetzt hat Blixa Bargeld also ein Buch &#252;ber das Essen geschrieben. Der S&#228;nger der EINST&#220;RZENDEN NEUBAUTEN f&#228;hrt durch die Welt um Konzerte zu spielen und nutzt die Zeit dazwischen, um essen zu gehen und Ausstellungen zu besuchen. Dann schreibt er dar&#252;ber, macht ein Buch daraus und widmet sich wenige Tage sp&#228;ter schon seinem n&#228;chsten Projekt. So muss man es machen.
</p>
<p>
Es dauert nicht lange, bis man begreift, um was es in EUROPA KREUZWEISE geht. Im Mittelpunkt steht was Blixa mag und was er nicht so mag. Er mag zum Beispiel keine Design-Hotels, keine verspielte Micky-Mouse-K&#252;che, keine verrotteten Hotels, und schon gar keine mit d&#252;nnen W&#228;nden, keine Kartoffelchips, keine lauten Amis, keine Russen in Hosentr&#228;gern und sicherlich auch keine schlechten Speisekarten.
</p>
<p>
Zu studieren was er mag ist nat&#252;rlich viel erquicklicher: zum Beispiel das Men&#252; Bouillabaise im Restaurant CHEZ DOMINIQUE in Helsinki. Oder Schuhe aus Mailand, aus einem Laden neben dem Dom. &#8220;Spaghetti mit Seeigel und Kaffee&#8221; bei CRACCO in derselben Stadt machen ihn ebenso gl&#252;cklich wie der Hering bei LEIF MANNERSTR&#214;M in G&#246;teborg oder das &#8220;Verkostungsmen&#252;&#8221; im Kopenhagener NOMA.
</p>
<p>
Ich freue mich, dass Blixa gute K&#252;che sch&#228;tzt, und ich freue mich &#252;ber dieses Buch. Denn beides hat Stil. Doch auch wenn der Band mit kleineren Gedichten und Songelementen durchsetzt ist, bleiben die 123 Seiten inhaltlich recht &#252;berschaubar. Essen w&#252;rde ich mit ihm trotzdem gerne mal. Zum Beispiel im Restaurant CANTAMAGGIO, unweit der Volksb&#252;hne.
</p>
<p><div class="myinlinepictureleft" style="width:53px">
<div class="myinlineborder"  style="width:53px"><img class="myinlinepictureimg" src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/myfotos/09/rezension_europa_kreuzweise_eine_litanei_cover.jpg" alt="" title="" width="53" height="80"  /></div>
</div>
<p><strong>Europa Kreuzweise: Eine Litanei</strong><br />
Blixa Bargeld<br />
Residenzverlag<br />
123 Seiten, 14,90 €</p>
<p></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Kochbuch der verp&#246;nten K&#252;che</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/kochbuch-der-verpoenten-kueche/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/kochbuch-der-verpoenten-kueche/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 07:55:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Berchem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Übersicht]]></category>
		<category><![CDATA[Innereien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kosmos-happa-happa.de/?p=351</guid>
		<description><![CDATA[[inspic=105,right,thumb]Ein sehr sch&#246;nes Buch kam mir gestern auf den Schreibtisch. Im Innern pr&#228;sentiert es sich frisch und k&#252;hl und hebt sich damit angenehm vom provencalischen Look der meisten anderen Kochb&#252;cher ab. Gebunden ist es in Leinen in der Farbe eines …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/02/siebeck.jpg" alt="Wolfram Siebeck, Das Kochbuch der verp&#246;nten K&#252;che" title="Wolfram Siebeck, Das Kochbuch der verp&#246;nten K&#252;che" width="430" height="296" class="alignnone size-full wp-image-354" /></p>
<h6>Bild DD</h6>
<h1>Das Kochbuch der verp&#246;nten K&#252;che</h1>
<p><strong>Au&#223;en hui, aber innen Innereien. In Wolfram Siebecks neuem Buch geht es um Dinge, die viele Esser nicht gerne auf dem Teller haben. Nieren, Kutteln, Hirn und Konsorten. Wer es nicht kennt, der muss sich &#252;berwinden. Aber weise ist das allemal.</strong></p>
<p>Ein sehr sch&#246;nes Buch kam mir gestern auf den Schreibtisch. Im Innern pr&#228;sentiert es sich frisch und k&#252;hl und hebt sich damit angenehm vom provencalischen Look der meisten anderen Kochb&#252;cher ab. Gebunden ist es in Leinen in der Farbe eines alten Bordeaux. Wolfram Siebeck hat sich mit diesem Band einmal mehr aufgemacht, die kulinarische Landschaft umzugestalten. Es geht um nachhaltige und zu Unrecht vergessene Gen&#252;sse. Es geht um all das, was man in der entwickelten Welt eigentlich nicht mehr zu essen bereit ist.</p>
<p>Nicht nur dank der &#228;u&#223;eren Erscheinung ist das &#8220;Kochbuch der verp&#246;nten K&#252;che&#8221; eine Mischung aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henriette_Davidis">Henriette Davidis</a> und London vor der Krise. Nein, dieses Buch spannt auch inhaltlich einen Bogen zwischen Tradition und Gegenwart, wie er aktueller kaum sein k&#246;nnte – rechnet man die Zeitverz&#246;gerung mit ein, die es nun einmal braucht, bis Trends von der Insel deutschen Boden erreichen.</p>
<p>Denn das, was Siebeck da beschreibt – die R&#252;ckkehr zum ganzheitlichen Essen – das gibt es in London schon seit Jahren. Im <a href="http://www.stjohnrestaurant.co.uk/">Restaurant St. John</a> werden Markknochen und Schweinsf&#252;&#223;e genauso serviert wie Ochsenherz und Blutkuchen. Appetit bekommen? Nein, vermutlich noch nicht. Denn die Abneigung gegen Fleischliches jenseits von Steak und Kotelett ist uns dank der ungebrochenen Dominanz von Magerfleisch und Superm&#228;rkten tief eingebrannt.</p>
<p>Gerade deshalb ist dieses Buch so wichtig. Es beginnt mit harmloser Kalbsleber nach Berliner Art, wie sie manch verzagte Esser zumindest schon einmal probiert (und seither strikt abgelehnt) hat, und steigert sich &#252;ber Kalbsherz mit Wei&#223;en Bohnen bis hin zu gebackenem Hirn oder Zunge mit Lauch und Curry. Dass dies alles dem Esser Hochgenuss bescheren kann, beginnt man zu ahnen, wenn man ein wenig in das Buch hinein liest. Mit der gewohnt beschwingten Art beschreibt Siebeck in wenigen Worten, wie man Nieren mit Honig zubereitet, oder eine Scheibe Landbrot mit Knochenmark und Meersalz veredelt. </p>
<p>Und so ist dieser Band nicht nur ein Handbuch f&#252;r die anspruchsvolle K&#252;che, sondern eine Inspiration f&#252;r die Autoren von Speisekarten und deren Leser. Wie viel leichter w&#252;rde es fallen, einem anerkannten Koch in einem heimlichen Augenblick &#8220;Hirn und R&#252;hrei&#8221; abzukaufen, als dieses Gericht am Wochenende f&#252;r eine hungrige Wohngemeinschaft zuzubereiten. Der Sturm der Entr&#252;stung w&#252;rde jeden Genussmoment davon wehen, wie der W&#228;hlerwille Andrea Ypsilanti.</p>
<p>Dieses Buch soll dem Leser als Denkansto&#223; dienen. Denn wie traurig und kurzsichtig ist es, sich auf Schweinelendchen und Putenbrust zu versteifen, w&#228;hrend uns alles &#220;brige heimlich als Lyoner oder Bierschinken untergeschoben wird. Es wird einige Zeit dauern bis Innereien wieder den Massengeschmack treffen, aber eines Tages werden sicherlich Champagnerkutteln auf der weihnachtlichen Festtafel stehen. Abwegig? Vor zehn Jahren war Sushi f&#252;r die meisten Deutschen auch nur roher Fisch – und damit ungenie&#223;bar.</p>
<div class="myinlinepictureleft" style="width:55px">
<div class="myinlineborder"  style="width:55px"><img class="myinlinepictureimg" src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/myfotos/09/6641910__xl.jpg" alt="" title="" width="55" height="80"  /></div>
</div>
<p><strong>Das Kochbuch der verp&#246;nten K&#252;che</strong><br />
Wolfram Siebeck<br />
Edition Braus<br />
200 Seiten, 39,90€<br />
Gestaltung <a href="http://www.projekttriangle.com/">Projekttriangle</a></p>
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		<title>Die Deutschen und ihre K&#252;che</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Feb 2008 08:21:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Berchem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Übersicht]]></category>
		<category><![CDATA[Siebeck]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=126,right,thumb]In kulinarischen Texten und Gespr&#228;chen l&#246;st der Name "Wolfram Siebeck" stets gespaltene Reaktionen aus. Ein guter Freund, der ihn einmal pers&#246;nlich kennenlernte, spart beispielsweise nicht mit genervten Kommentaren, wenn man ihn um  …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/02/siebeck_die_deutschen_und_ihre_ku%CC%88che.jpg" alt="Wolfram Siebeck" title="Wolfram Siebeck" width="430" class="alignleft size-full wp-image-1025" /><br />
<h6>Bild DDD</h6>
<h1>Der Deutschen K&#252;che</h1>
<p>
<strong>Wolfram Siebeck polarisiert die Leser. Das zeigt zumindest, dass sein Stil einen Nerv trifft. Wenn er nun &#252;ber die Deutschen und deren K&#252;che schreibt, dann tut er das in der Gewissheit, dass er ein gutes St&#252;ck zu selbiger beigetragen hat.</strong>
</p>
</p>
<p>In kulinarischen Gespr&#228;chen l&#246;st der Name Wolfram Siebeck stets gespaltene Reaktionen aus. Ein guter Freund, der ihn einmal pers&#246;nlich kennenlernte, spart beispielsweise nicht mit genervten Bemerkungen, wenn man ihn um seine  Einsch&#228;tzung des Kritikers bittet. Es mag freilich auch daran liegen, dass der Freund (im Rahmen eines ZEIT-Kochwettbewerbs) der Kritisierte war. Doch auch von Journalistenkollegen und Profik&#246;chen sind von Zeit zu Zeit verst&#228;ndnislose Kommentare zu h&#246;ren.</p>
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<p>Ich selbst bin mit Siebeck aufgewachsen und verehre ihn seit jeher. Sein leichter aber pointierter Stil vermittelte mir w&#246;chentlich Eindr&#252;cke davon, was es in der Welt der Gastronomie zu entdecken gibt. W&#228;hrend mein Vater die ZEIT schm&#246;kerte, &#252;berlies er mir das beiliegende Magazin, jedoch nicht ohne vorher selbst einen Blick auf Siebecks Kolumne geworfen zu haben. Einige seiner Rezepte haben seit dem einen festen Platz in meinem Repertoire – so zum Beispiel die Entenbrust, die &#252;ber der Fettpfanne voll bestem Rotwein im Ofen gegrillt wird. Besser kann man dieses Fleisch nicht zubereiten.</p>
<p><dc>A</dc>uch wenn man es ihm auf den Fotos nicht ansieht, der Meister steuert auf den 80sten Geburtstag zu. Zwischen meinen B&#252;chern finden sich inzwischen f&#252;nf Werke aus seiner Feder – angefangen mit der &#8220;Kochschule&#8221;, &#252;ber Bildb&#228;nde mit Festmen&#252;s bis hin zu seinem j&#252;ngsten Werk &#8220;Die Deutschen und ihre K&#252;che&#8221;, das in diesen Tagen in der Post war. Darin pr&#228;sentiert er zwar auch einige Rezepte, die er weitgehend unbearbeitet aus historischen Quellen &#252;bernommen hat, vorwiegend widmet er sich jedoch dem Studium der deutschen Genusskultur im Wandel der Jahrhunderte.</p>
<p>Mit Weitblick geht er dabei auf die Verwerfungen ein, denen die Bewohner Mitteleuropas im Lauf der Zeit zum Opfer gefallen sind, und freut sich dar&#252;ber, dass die deutsche K&#252;che inzwischen das ewige Hungertrauma &#252;berwunden hat und den Extravaganzen fr&#246;nt. Dass das so ist, ist nach eigenem Bekunden ma&#223;geblich auch sein Verdienst, und vielleicht stimmt das sogar. Wenn das Gespr&#228;ch auf den neuen Patriotismus f&#228;llt, will er jedoch &#8220;sofort kotzen&#8221;, wie er dem Focus freim&#252;tig offenbarte. So h&#228;lt er auch nichts von den Anordnungen des Bundespr&#228;sidenten, m&#246;glichst viele deutsche Produkte in den K&#252;chen und Kellern von Schloss Bellevue zu verwenden. Seine Vorstellung geht eher in Richtung der regionalen K&#252;che der Slow-Food-Bewegung, wobei ihm Staatsgrenzen recht egal sind.</p>
<p>Siebecks n&#228;chstes Buch wird sich dem Thema &#8220;Innereien&#8221; widmen. Er wird damit wieder ein Zeichen setzen, denn Nachhaltigkeit bedeutet auch, ein Tier ganz zu verwenden, anstatt sich nur auf die w&#228;ssrigen Koteletts zu beschr&#228;nken. Damit betritt Siebeck wiederum Neuland, denn die Deutschen ekeln sich seit jeher vor Nieren, Kutteln, Bries und Leber. Es ist h&#246;chste Zeit, an dieser Stelle den Hebel anzusetzen. Dass das m&#246;glich ist, beweist beispielsweise seit Jahren das St.John&#8217;s Restaurant in London, das sich erfolgreich auf die abwegigen Nebenprodukte der Tiermast spezialisiert hat. Bis das neue Buch erscheint, nehmen wir aus Ermangelung an Alternativen den aktuellen Siebeck zur Hand und lassen uns erkl&#228;ren, wie Martin Luther der Esskultur den Gar aus machte. </p>
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<div class="myinlineborder"  style="width:53px"><img class="myinlinepictureimg" src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/myfotos/myg/siebeck-die-deutschen-und-ihre-k&#252;che.jpg" alt="" title="" width="53" height="80"  /></div>
</div>
<p><strong>Die Deutschen und ihre K&#252;che</strong><br />
Wolfram Siebeck<br />
Rowohlt Berlin Verlag<br />
256 Seiten, 24,90 Euro</p>
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		<title>Silvesteressen</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jan 2008 09:08:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Berchem</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Rezepte]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=64,right,thumb]Nicht in allen WG's herrscht unab&#228;nderlich das Spaghetti-Regiment. Am Kollwitzplatz wurde der Sparzwang, der sich aus Nebenkosten-Abrechnungen, Handyvertr&#228;gen und kleineren Konflikten mit der &#246;ffentlichen Verwaltung ergibt, ignoriert, und statt dessen gro&#223;z&#252;gig …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/01/silvesteressen.jpg" alt="Silvesteressen" /></p>
<p style="text-align: right"> Bild: <a href="http://www.kosmos-happa-happa.de">KHH</a></p>
<p>
Nicht in allen WG&#8217;s herrscht unab&#228;nderlich das Spaghetti-Regiment. Am Kollwitzplatz wurde der Sparzwang, der sich aus Nebenkosten-Abrechnungen, Handyvertr&#228;gen und kleineren Konflikten mit der &#246;ffentlichen Verwaltung ergibt, ignoriert, und statt dessen gro&#223;z&#252;gig in ein Feiertagsessen investiert. Vier feine G&#228;nge sollten es sein. Voller Bauch, statt Vollrausch.
</p>
<p>
Das KaDeWe, in dem wir eigentlich am Silvestermorgen die Einkaufsliste abarbeiten wollten, verlie&#223;en wir geschockt und ergebnislos wieder, nachdem wir uns eine halbe Stunde lang an Horden von Austernschl&#252;rfern und Touristen vorbei geschoben hatten. Es stellte sich heraus, dass wir alle Zutaten auch im eigenen Kiez bekommen konnten: gut abgehangenes Rindfleisch, ein sch&#246;nes St&#252;ck Lachs, Zuckerschoten, Vanilleschoten, jede Menge Sahne, roten, schwarzen und gr&#252;nen Pfeffer, Portwein, S&#252;&#223;rahmbutter, Salat und frische Calamaris. Als wir alles beisammen hatten, war es bereits fr&#252;her Nachmittag.
</p>
<p>
Auf dem Men&#252; standen: Erbsenschaumsuppe, ein zitroniger Salat mit kross angebratenem Lachs und w&#252;rzigen, zarten Calamaris, Filetsteaks vom Rind mit Kartoffelgratin, Zuckerschoten und Rotwein-Steinpilz-So&#223;e und als Dessert Crème Brulée mit Beeren. Die Rotweinso&#223;e und die Suppe setzte ich sofort am Nachmittag auf, das Fleisch und den Fisch hingegen musste ich direkt vor dem Servieren braten. In der Zwischenzeit k&#252;mmerte ich mich um die Salatso&#223;e, die Crème und vor allem das Kartoffelgratin, dass mindestens zwei Stunden in den Ofen musste.
</p>
<p>
Exemplarisch will ich die Erbsenschaumsuppe aus unserem Men&#252; vorstellen. F&#252;r zw&#246;lf Esser bei unserem Fest  brauche ich zwei Pakete gefrorene Erbsen. Im Supermarkt gab es nur relativ grobe Bioerbsen, die mich vor das (gl&#252;cklicherweise nicht unl&#246;sbare) Problem stellten, dass sie im Vergleich zu feineren Erbsen relativ lange gekocht werden m&#252;ssen, bis sie richtig gar werden. Sind sie noch roh, dann hinterlassen sie im Mund ein mehliges Gef&#252;hl, das jeder kennt, der schon einmal in einem Gem&#252;segarten rohe Erbsen genascht hat.
</p>
<p>
Die Erbsen gebe ich in einen passenden Topf, in welchem ich sie mit einigen gew&#252;rfelten Schalotten anschwitze. Dann l&#246;sche ich sie mit einem halben Liter warmem Wasser und einem Becher s&#252;&#223;er Sahne ab und lasse sie kochen. Sobald sie sch&#246;n gar oder sogar matschig geworden sind, fange ich an, sie zu p&#252;rieren. Ich schreibe bewusst &#8220;anfangen&#8221;, denn p&#252;rieren soll man sie so lange wie m&#246;glich und im Laufe der Kochprozesses immer wieder, bis am Ende eine m&#246;glichst homogene, schaumige Fl&#252;ssigkeit entsteht.
</p>
<p>
Von nun an gie&#223;e ich immer wieder Wasser und vor allem Sahne an. Ich achte einerseits darauf, dass die Konsistenz ansprechend ist, andererseits habe ich nun die M&#246;glichkeit, die Suppe soweit zu strecken, dass alle zw&#246;lf Esser auch wirklich zum Zuge kommen. Beim Abschmecken kommt es zun&#228;chst vor allem auf Salz und schwarzen Pfeffer an. Danach folgen Zitronensaft, roter Pfeffer und Chilipfeffer. Der rote Pfeffer gibt der Suppe ein blumiges Aroma, die Zitrone sorgt f&#252;r eine ausgeglichene Leichtigkeit und der Chilipfeffer erh&#246;ht die Spannung.
</p>
<p>
Um der Suppe noch eine gewisse Festlichkeit zu verleihen, erg&#228;nze ich sie mit drei Gimmicks. Ich schlage eine Mischung aus Sahne und Crème Fraiche mit einer Prise Salz kr&#228;ftig auf und gebe auf jede Portion zwei L&#246;ffel von der Masse, die sich wie ein feiner Schaum &#252;ber die ganze Suppe ausbreitet. Darauf lege ich dann einige ger&#246;stete Sonnenblumenkerne und als letztes einen Schnitt frische Kresse.
</p>
<p>
Mit dieser Suppe schlie&#223;e ich an eine mediterrane Silvestertradition an, denn dort werden sehr oft Linsen- oder Erbsensuppen zum Jahreswechsel gegessen. Rote Unterw&#228;sche wurde in meiner Gegenwart leider nicht pr&#228;sentiert.</p>
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