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	<title>DeliDauerDienst &#187; Außer Haus</title>
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	<description>Delikat essen in Berlin und anderswo</description>
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		<title>Elch (historisch), Hirsch (frisch)</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 18:36:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außer Haus]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=114,right,thumb]<strong></strong><strong>&#220;ber das Neue Museum, gute Kellner und das Cantamaggio</strong>
<p>
Eine Cafeteria haben wir im Neuen Museum auf der Museumsinsel zwar nicht entdeckt. Aufgrund der wilden Mischung arch&#228;ologischer Funde aus rund 8.000 Jahren waren wir … </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/10/cantamaggio.jpg" alt="cantamaggio" title="cantamaggio" width="430" height="283" class="alignnone size-full wp-image-512" /></p>
<p>
<strong>&#220;ber das Neue Museum, gute Kellner und das Cantamaggio</strong>
</p>
<p>
Eine Cafeteria haben wir im Neuen Museum auf der Museumsinsel zwar nicht entdeckt. Aufgrund der wilden Mischung arch&#228;ologischer Funde aus rund 8.000 Jahren waren wir aber zumindest historisch am Ende gut ges&#228;ttigt. Ein etwas seltsames Exponat, das neben der Nofretete jedoch stark verblasst, ist das Skelett eines Elchs, der vor vor geraumer Zeit dort verstarb, wo heute die Berliner U-Bahn ihre Runden dreht. Wie er ins Jenseits schlurfte, ist unbekannt. Dass sein Fleisch nicht auf den Tellern des CANTAMAGGIO gelandet sein durfte, kann hingegen als gesichert gelten – auf der Speisekarte findet sich zwar Hirsch, von Elch jedoch keine Spur.
</p>
<p>
Das Restaurant in der Alten Sch&#246;nhauser Stra&#223;e geh&#246;rt zu den festen Gr&#246;&#223;en in der gastronomischen Landschaft Berlins und sein guter Ruf eilt dem Besucher entgegen, nicht allein weil Blixa Bargeld es als eines seiner Lieblingsrestaurants angibt. Mit der &#252;bersichtlichen, aber feinen Speisekarte vor Augen, sollte man es ihm, dem bekennenden Fischliebhaber, nachtun: Der Kabeljau mit Fenchel war eine wahre Freude. Die Haut appetitlich und knusprig gebraten, das Fleisch so zart und saftig, dass Atlantikwellen um den Gaumen sp&#252;len.
</p>
<p>
Und auch der Hirsch macht seiner Verwandschaft im Neuen Museum keine Schande. Das Fleisch war zart und rosa, wie man es sich w&#252;nscht, die Beilagen liebevoll zubereitet und die So&#223;en perfekt abgeschmeckt. Die kr&#228;ftigen Wild- und Waldaromen wurden durch die Weinauswahl des Kellners gl&#228;nzend erg&#228;nzt. Auf unsere Bitte hin, w&#228;hlte Michael Egger mit viel Geschmack auch zum Kabeljau einen herrlichen Rotwein aus.
</p>
<p>
Der Service ist ohnehin eine der vielen St&#228;rken des CANTAMAGGIO. Die ruhige Freundlichkeit ist vorbildlich und nicht zu vergleichen mit dem unterw&#252;rfigen Geschw&#228;tz, das einem sonst so oft begegnet. Man arbeitet mit Respekt: vor den Speisen, sich selbst und nicht zuletzt dem Gast, der sich kein oberfl&#228;chliches L&#228;cheln w&#252;nscht, sondern gen&#252;gend Sachverstand. &#8220;S&#252;&#223;e Verf&#252;hrungen&#8221;, Konjunktiv-Orgien und Solariumsbr&#228;une gibt es hier nicht, statt dessen jedoch humorvolle Spontanit&#228;t.
</p>
<p>
Die Patronin ist zurecht stolz darauf. Also gew&#228;hrt sie ihren Obern einen hervorgehobenen Platz im Internet-Auftritt des Restaurants. In unterhaltsamen kleinen Filmen geben die Herren Einblick in die Philosophie ihres Handwerks und erz&#228;hlen nebenbei, welche T&#228;tgkeiten sie zuvor aus&#252;bten:  Aushilfsskilehrer, Musiker, Schornsteinfeger, Makler oder Preisboxer wird da genannt. Am Ende sind sie zum Gl&#252;ck Kellner geworden. Und wir ihre G&#228;ste.<br />
<font COLOR="#666666"><br />
Restaurant Cantamaggio<br />
Alte Sch&#246;nhauser Stra&#223;e 4<br />
10119 Berlin-Mitte<br />
Telefon 030 / 283 18 95<br />
<a href="http://www.cantamaggio.de">www.cantamaggio.de<br />
</a></font></p></p>
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		<title>Der Balkan und die Feigen</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 12:20:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außer Haus]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=113,right,thumb]Wer den Balkan bereist, der geht auch gern bei Rot &#252;ber die Stra&#223;e und genie&#223;t den Aufenthalt in den Grenzregionen zivilisatorischer Ordnung. Zwar bet&#228;tigen sich auch hier Investoren, um mit ihren griffigen …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/09/feigen.jpg" alt="Feigen" title="Feigen" width="430" height="302" class="alignnone size-full wp-image-462" /></p>
<p>
<strong>&#220;ber Sarajevo, Handelsketten und Blut</strong>
</p>
<p>
Wer den Balkan bereist, der geht auch gern bei Rot &#252;ber die Stra&#223;e und genie&#223;t den Aufenthalt in den Grenzregionen zivilisatorischer Ordnung. Zwar bet&#228;tigen sich auch hier Investoren, um mit ihren griffigen Gesch&#228;ftsmodellen der Welt ihre Ordnung zu verpassen, doch noch geh&#246;rt Mut zum Investment. Soll die Krise ruhig weiter toben, wenn dadurch Belgrad, Sarajevo und Istanbul ihre laute und staubige Erscheinung etwas l&#228;nger behalten k&#246;nnen, und die Menschen ihr Fastfood weiterhin selbst zubereiten.
</p>
<p>
Sarajevo zum Beispiel liegt wie eine antike Tonschale in den T&#228;lern des Dinarischen Gebirges. W&#228;hrend diese abgelegene Lage den 300.000 Einwohnern im B&#252;rgerkrieg zum Verh&#228;ngnis wurde, ist sie heute gleichsam eine Metapher f&#252;r eine Welt jenseits der seelischen Verfettung. In Sarajevo gibt es weder McDonalds, noch Wienerwald, Kentucky, Starbucks oder eine Ikea-Cafeteria. Vermutlich ist das in erster Linie ein Zeichen von mangelnder Kaufkraft, doch gleichzeitig macht das die Hauptstadt Bosniens zu einem Ort, der anders funktioniert als andere Metropolen. Statt Werbung f&#252;r Victorias Secret schm&#252;cken 25 Jahre alte Reklamen aus Solingen die &#246;ffentlichen Verkehrsmittel. Statt Hugendubel und Douglas reihen sich Familienbetriebe aneinander. Statt privaten, unterbezahlten Wachleuten bestimmen traumatisierte Soldaten das Stadtbild.
</p>
<p>
Ein leckeres Beispiel aus dieser Welt sind die Feigen, die es bei jedem Kleinh&#228;ndler zu kaufen gibt. Sie haben weder Normma&#223;e, noch sind sie besonders ansehnlich, denn ihre gr&#252;ne Farbe neigt sich h&#228;ufig dem Braun zu. Doch wenn andere Fr&#252;chte faulen, beginnt bei der Feige eine zweite Reife. Dann entwickelt sich ein Geschmack, der wegen seiner Fruchtigkeit und seiner vulg&#228;ren S&#252;&#223;e seinesgleichen sucht. Mit jedem Bissen in diese gr&#252;ne Schlichtheit &#246;ffnet sich ein warmes, flauschiges Nest. Diese kleine traditionelle Frucht ist viel s&#252;&#223;er und aromatischer als ihre in feinen Pelz geh&#252;llte, violette EU-Schwester. Wer die kleine Frucht von innen heraus erkundet, begreift was die Autoren der Osmanen in ihren Liedern besangen. Angeregt durch die Konsistenz rauscht das Blut durch den K&#246;rper, pumpt und f&#252;llt was zu f&#252;llen ist.
</p>
<p>
Nun w&#228;re es schade, eine ganze Region auf eine unscheinbare Frucht zu reduzieren. Denn nat&#252;rlich gibt es auch duftend Brote aus dem Steinofen, K&#246;ftes und Kebabs, Çaçik und Humus, Auberginen und gef&#252;llte Weinbl&#228;tter, Lamm und Fisch, gebacken, gebraten oder geschmort. Doch so gut eine gef&#252;llte Muschel am Ufer des Goldenen Horns in Istanbul auch mundet, am Ursprung von alldem liegen Kleinigkeiten wie die Feigen. Wer solche Fr&#252;chte kennt, der begreift, welche was die Welt zu bieten hat. Auch wenn es auf den ersten Blick braun und h&#228;sslich ist – oder laut und staubig.</p>
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		<title>Mima, K&#246;ln</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Mar 2008 09:19:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außer Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Fastfood]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=80,right,thumb]Vor einigen Wochen traf ich bei "Lo Sfizio" in der K&#246;lner Sudermannstra&#223;e, einem kleinen Tempel der italienischen Spezialit&#228;ten, meinen Schulfreund Wolfgang wieder. W&#228;hrend ich mich mit Caffè Latte und einem Sandwich versorgte …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/03/mima.jpg" alt="Bruscadineria Mima, Venloer Stra&#223;e, K&#246;ln," /></p>
<p>
Vor einigen Wochen traf ich bei &#8220;Lo Sfizio&#8221; in der K&#246;lner Sudermannstra&#223;e einen Schulfreund wieder. W&#228;hrend ich mich mit Caffè Latte und einem Sandwich versorgte, kaufte Wolfgang Wurst und Schinken en gros. Ich staunte &#252;ber das Wiedersehen und beinahe noch mehr &#252;ber seine Einkaufsliste. Und so erz&#228;hlte er mir von seinen Gesch&#228;ften.
</p>
<p>
Mit drei Freunden betreibt er in der Venloer Stra&#223;e die Bruscadineria MIMA. Bruscadine sind frisch gebackene Teigfladen, die mit verschiedenen K&#228;se- und Schinkensorten gef&#252;llt werden. Dazu kommen frischer Pfeffer, Kr&#228;uter, ein Schuss Oliven&#246;l und das ein oder andere Gimmick wie zum Beispiel eingelegte Auberginenscheiben. Aus alldem ergibt sich ein feinw&#252;rziger Snack, der jeden D&#246;ner wie ein Relikt aus schlechten Zeiten aussehen l&#228;sst – w&#252;rzig und frisch, herzhaft und grundehrlich.
</p>
<p>
Nicht zuletzt das Design hat mich &#252;berzeugt. Das MIMA strahlt eine ruhige Gelassenheit aus: W&#228;hrend drau&#223;en der Verkehr vorbei rauscht, sitzt man drinnen wie auf einer Insel, trinkt einen Espresso und schaut dem Koch beim Backen der Teigfladen zu. Hier ist alles frisch, alles sieht gut aus, alles ist entspannt – eine Perle der Langsamkeit. Dieser Eindruck kommt nicht von ungef&#228;hr, denn Wolfgang hat Design studiert und das komplette Gesch&#228;ft, bis hin zum Mobiliar, selbst entworfen.
</p>
<p>
Ein erfrischendes Programm, wenn man es mit der Konkurrenz im Imbiss-Sektor vergleicht, denn was dort sonst geboten wird ist nicht immer appetitlich. Auch wenn ich mich wiederhole: man h&#246;re einmal in sich hinein, wenn man den n&#228;chsten D&#246;ner isst. Schmeckt er &#252;berw&#252;rzt und nach Curry, nach allem blo&#223; nicht nach Fleisch? Besteht der Spie&#223; aus einer grauen Teigmasse, die von einigen Scheiben Fleisch zusammengehalten wird? Kostet er nur 2,30? An dieser Stelle solltet ihr auf Medien-Lekt&#252;re verzichten, denn eine Gammelfleisch-Schlagzeile k&#246;nnte uns schlagartig den Appetit verderben.
</p>
<p>
Gerade beim Fastfood gibt es enorme Qualit&#228;tsunterschiede. Hier stehen sich Hoffnung und Verzweiflung unmittelbar gegen&#252;ber. L&#228;den wie das MIMA beweisen, dass auch ein kleiner Snack Genuss bedeuten kann. Das ist zwar unverhohlene Werbung, aber an diesem Punkt ist mein Gewissen rein.</p>
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		<title>Der Guide Michelin</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Mar 2008 11:08:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außer Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Storys]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=78,right,thumb]In diesen Tagen erscheint die neue Ausgabe eines Klassikers. Der "Guide Michelin" ist die rote Feinschmecker-Bibel, Fluch und Segen aller Spitzenk&#246;che. Er ist eine Supermacht der Gastronomie-Kritik, die &#252;ber Wohl und Wehe von …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/03/michelin.jpg" alt="Der Guide Michelin" /></p>
<p>
Vor mir liegt die aktuelle Ausgabe eines Klassikers. Der &#8220;Guide Michelin&#8221; – die rote Feinschmecker-Bibel, Fluch und Segen aller Spitzenk&#246;che. Er ist eine Supermacht der Gastronomie-Kritik, die &#252;ber Wohl und Wehe von Existenzen entscheidet. Es gibt ihn seit &#252;ber hundert Jahren, und seit mehr als vierzig Jahren auch auf Deutsch.
</p>
<p>
In der Gastronomie gibt es eine Faustregel die besagt, dass man f&#252;r jeden Michelin-Stern 100.000 Euro investieren muss. Das Geld flie&#223;t freilich nicht an die Kritiker, sondern wird in das Restaurant gesteckt, um die technische, bauliche und personelle Ausstattung zu gew&#228;hrleisten, die von einem Sterne-Haus verlangt wird. Man sieht: gutes Essen ist nicht alles. Hier geht es um den Luxus und seine Perfektionierung.
</p>
<p>
Die Abstufung von einem hin zu drei Sternen erkl&#228;ren die Autoren wie folgt: &#8220;Ein Stern: eine sehr gute K&#252;che, zwei Sterne: die K&#252;che verdient einen Umweg, drei Sterne: die K&#252;che ist eine Reise wert.&#8221; Wohin der Hungrige reisen sollte, zeigt eine &#220;bersichtskarte, auf der die Verteilung der Sterne abgebildet wird. Es war kaum anders zu erwarten: die gro&#223;en Restaurants finden sich zu Dutzenden entlang des Rheins, dort wo man den Glanz von Frankreichs K&#252;chen kennt (und wo das Geld der gro&#223;en Industrien zuhause ist). Von neun H&#228;usern, die sich mit drei Sternen schm&#252;cken d&#252;rfen, finden sich zwei in Baden-W&#252;rttemberg, zwei im Saarland, zwei in Nordrhein-Westfalen und jeweils eins in Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz
</p>
<p>
Im Nord-Osten hingegen herrscht eine kulinarische D&#252;rre, die fast nur von Oasen wie Hamburg oder Berlin durchbrochen wird. Und selbst in diesen Metropolen finden sich die erstklassigen Restaurants meist in den gro&#223;en Hotels, was bedeutet, dass Zugereiste zwar anst&#228;ndig versorgt werden, die Stammbev&#246;lkerung aber offensichtlich so wenig Wert auf gehobene K&#252;che legt, dass sich ambitionierte und eigenst&#228;ndige Gastronomen in diesen Gegenden nur schwer halten k&#246;nnen.
</p>
<p>
Dass es entlang der Elbe keine Drei-Sterne-H&#228;user gibt, d&#252;rfte dem Leser recht gleichg&#252;ltig sein. Leider setzt sich diese Bescheidenheit jedoch auch bis in die tieferen Gefilde fort: Es bleibt schwer in der mecklenburgischen Provinz eine gute Forelle oder einen sch&#246;nen Lammbraten zu bekommen. Auf Ferien in der &#8220;national befreiten Zone&#8221; sollte der passionierte Esser also auch weiterhin verzichten.
</p>
<p>
Insgesamt geht es jedoch deutlich aufw&#228;rts mit der deutschen K&#252;che, wie eine kleine Datenreihe beweist: W&#228;hrend 1980 insgesamt 150 Restaurants pr&#228;miert wurden, und zum ersten Mal in Deutschland drei Sterne vergeben wurden, sind es inzwischen 208 Auszeichnungen und 9 &#8220;Drei-Sterne-H&#228;user&#8221;. Und das bei einem steigenden Gesamtnieveau: &#8220;Mit einer original Speisekarte von 1970 w&#252;rde man heute wohl kaum noch einen Stern bekommen&#8221;, sagt Juliane Caspar, die Chefredakteurin des Michelin. Die Anspr&#252;che sind gestiegen – bei den Testern genauso wie bei den G&#228;sten und den K&#246;chen selbst.
</p>
<p>
Ein Angebot, dass den Leser besonders ansprechen d&#252;rfte, ist der so genannte &#8220;Bib Gourmand&#8221;, eine Sonderauszeichnung, mit der die Kritiker in der aktuellen Ausgabe 344 g&#252;nstigere Restaurants pr&#228;mierten, in denen, bevorzugt mit regionalem Bezug, handwerklich gut gekocht wird. Hier kann sich auch der ewige Student ein Mittagessen leisten ohne auf den Gaumen zu fallen.</p>
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		<title>Pappa E Ciccia, Berlin</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Feb 2008 09:49:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außer Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Antipasti]]></category>
		<category><![CDATA[Pasta]]></category>

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		<description><![CDATA[[inspic=54,right,thumb]"Schmeckt besser als es aussieht!" Es ist nicht das erste Mal an diesem Abend, dass uns die Kellnerin mit einer spr&#246;den Ansage &#252;berrascht. Diesmal ist der Grund, dass die "Panna Cotta zusammengefallen ist" – "weil zuviel Sahne drin ist". Die Kellnerin …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/02/pappa.jpg" alt="Pappa E Ciccia, Berlin" /></p>
<p style="text-align: right"> Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/timlawrenz/">Tim Lawrenz</a>
</p>
<p>&#8220;Schmeckt besser als es aussieht!&#8221; Es ist nicht das erste Mal an diesem Abend, dass uns die Kellnerin mit einer spr&#246;den Ansage &#252;berrascht. Diesmal ist der Grund, dass die &#8220;Panna Cotta zusammengefallen ist&#8221; – &#8220;weil zuviel Sahne drin ist&#8221;. Die Kellnerin hat Recht behalten, und trotzdem denken wir uns, dass es h&#228;tte anders laufen m&#252;ssen.</p>
<p>
Wir wurden mit einem Grappa entsch&#228;digt, der schlechtesten aller Alternativen. Da h&#228;tte sie uns lieber ein anderes Dessert anbieten sollen, uns ein wenig warten lassen k&#246;nnen, bis das Problem mit der Panna Cotta behoben ist oder mit ein paar freundlichen Worten die Schuld auf den Azubi schieben. So war es wie in einer WG-K&#252;che, wo die Pfannkuchen missgl&#252;ckt sind.
</p>
<p>
Das Pappa e Ciccia ist an sich kein schlechtes Restaurant. Als ich zum ersten Mal dort war, im Fr&#252;hsommer zur Mittagszeit, probierte ich Tortelloni mit einer wunderbar leichten Minzso&#223;e und eine anst&#228;ndige Minestrone mit Parmesan. Beides stellte mich zufrieden und erleichterte mir die Entscheidung, beizeiten nach Berlin zu ziehen. Gutes Essen, kreative K&#252;che aus einfachen Zutaten.
</p>
<p>
Diesmal bestellten wir ein bisschen ausgiebiger, denn mit dem Abendessen wollten wir nebenbei die Zusage f&#252;r meine neue Wohnung feiern. Dem Umzug steht nichts mehr im Wege. Zuerst gab es Antipasti, die durch gute Qualit&#228;t auffielen, aber ansonsten weitgehend das Bekannte abdeckten: ein wenig Wurst, getrocknete Tomaten (die eindeutig besser waren als die &#252;blichen Supermarktprodukte), eine undefinierbare aber schmackhafte Koriander-Rolle, ein wenig Mozzarella, eingekochte Schalotten, etwas Salat…
</p>
<p>
Als Hauptgang a&#223;en wir hausgemachte Pasta: Bandnudeln mit Muscheln und Nudeltaschen, die mit einer Pistazienmasse gef&#252;llt waren. Beides war nicht schlecht, aber auch kein herausragendes Geschmackserlebnis, wie es die Minzso&#223;e damals f&#252;r mich gewesen ist. Solide gekocht, aber keine Sensation.
</p>
<p>
Das Pappa e Ciccia ist ein guter Ort f&#252;r ein launiges Abendessen unter Freunden – ein kulinarischer H&#246;hepunkt der jungen Berliner K&#252;che, in der aus Mangel an zahlungskr&#228;ftigen Kunden so oft fantastische Gerichte aus einfachen Produkten entstehen, ist es leider nicht mehr. Gut, dass es in der Berliner Gastro-Landschaft noch viel zu entdecken gibt. Die Vorfreude steigt, trotz kleiner Entt&#228;uschungen.</p>
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		<title>Gorki Park, Berlin</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jan 2008 08:34:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außer Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Ekel]]></category>

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		<description><![CDATA[Es muss sein, es ist meine Pflicht als Kritiker: Mein erster Verriss. Es war am Ende eines Neujahrsspaziergangs. Mit nassen F&#252;&#223;en liefen wir umher, der Alkohol und die Erlebnisse der Nacht steckten und noch in den Knochen. Es d&#228;mmerte schon und wir …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Es muss sein, es ist meine Pflicht als Kritiker: Mein erster Verriss. Es war am Ende eines Neujahrsspaziergangs. Mit nassen F&#252;&#223;en liefen wir umher, der Alkohol und die Erlebnisse der Nacht steckten und noch in den Knochen. Es d&#228;mmerte schon und wir wollten nicht mehr als einen Tee trinken. Das Café im Weinbergspark schien uns zu bieder, also stapften wir weiter, die Stra&#223;e hinunter, hinein ins Verderben. Das &#8220;Gorki Park&#8221; sah auf den ersten Blick heimelig aus. Ein einzelner Tisch f&#252;r vier war im Nebenraum auch noch frei. Nur der Sowjet-Kitsch an den W&#228;nden war auffallend lieblos drapiert.
</p>
<p>
Im folgenden entpuppte sich der Laden als eine echte Touristenfalle. Die Kellnerin lie&#223; sich in den ersten zehn Minuten gar nicht blicken. Dann brachte sie gestresst (und offensiv Kaugummi kauend) Getr&#228;nke an einen Nebentisch und bedeutete uns, dass sie gleich wiederkommen w&#252;rde. Dort zog inzwischen der junge Gast angeekelt den L&#246;ffel aus seinem Tee. Etwas eingetrocknetes, wei&#223;es klebte noch daran. Als die Kellnerin wieder kam nahm sie den Tee – ohne Entschuldigung! – wieder mit und schlie&#223;lich unsere Bestellung auf. Es verging etwa eine Stunde bis wir unsere Getr&#228;nke hatten. Doch Frude kam nicht auf. Die Gl&#228;ser und Tassen sahen aus, als w&#228;ren sie mit Spucke gesp&#252;lt worden und ich bekam die abscheulichste Hei&#223;e Zitrone meines Lebens vorgesetzt. Irgendetwas instant-m&#228;&#223;iges, bitter und b&#228;h.
</p>
<p>
W&#228;hrenddessen bestellten andere G&#228;ste flei&#223;ig russische Gerichte von der Karte. Ich bedauerte sie, hatte aber nicht den Mut sie zu warnen. Wir wollten so schnell wie m&#246;glich gehen und lie&#223;en unsere Getr&#228;nke halb ausgetrunken stehen. Auf dem Weg zum Ausgang kamen wir an der Sp&#252;lk&#252;che vorbei. Sie war nicht zu &#252;bersehen: In dem etwa zwei Quadratmeter gro&#223;en Raum stapelte sich das schmutzige Geschirr am Boden und alles war verklebt mit Essensresten, begleitet von einem entsprechenden Geruch. Die Wirte scheinen sich daf&#252;r nicht zu sch&#228;men, denn eine T&#252;r gibt es hier nicht.
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Der Abschied der Kellnerin war zuletzt das Gegenbeispiel von Gastfreundlichkeit. Vielleicht war es der Feiertagsstress, vielleicht war der K&#252;chenjunge verkatert oder gar nicht zum Dienst erschienen, die Sp&#252;lmaschine kaputt oder aber einfach zu viel los. Alles ganz egal, die Verkettung solcher Ekelhaftigkeiten, Pampigkeiten und Geschmacklosigkeiten macht diesen Laden zu einer Tabuzone f&#252;r jeden geschmacks- und gesundheitsbewussten Gast. Infektionsgefahr!</p>
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		<title>Sarah Wiener</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jan 2008 13:50:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2008/01/sarahwiener.jpg" alt="Sarah Wiener, Hamburger Bahnhof" /></p>
<p style="text-align: right"> Bild: <a href="http://www.sarahwieners.de">Sarah Wiener</a></p>
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Zuletzt bin ich in Berlin dann auch noch einmal essen gegangen. Nach einem Besuch im Hamburger Bahnhof, wo mir vor allem die Ausstellung von Roman Signer gefiel, der sich selbst mit Raketenantrieben und Feuerwehrl&#246;schern in Szene setzt und dabei filmt, machten wir Pause im &#8220;Restaurant Sarah Wiener&#8221;. Die Patronin d&#252;rfte aufmerksamen Fernseh-Zuschauern ja inzwischen leidlich vertraut sein: zuletzt war sie bei Kerners K&#246;chen, mit einer eigenen Kochshow auf arte, bei &#8220;Wetten, dass..?&#8221; und bei Alfred Biolek zu sehen.
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Angefangen hat sie einst mit einem Catering-Service f&#252;r Filmproduktionen. Dankbar werden Schauspieler, Maskenbildner, Kameraleute oder Beleuchter ihre bodenst&#228;ndige, &#246;sterreichisch angehauchte K&#252;che angenommen haben – was man sonst am Set vorgesetzt bekommt sind allzu oft traurige Frikadellen, Bockw&#252;rste und herzlos geschmierte Stullen. F&#252;r die Kreativen sicher kein Quell der Inspiration und f&#252;r die Produktionsgesellschaften nur allzu oft ein Posten, bei dem sich noch ein Euro einsparen l&#228;sst.
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<p>
Inzwischen hat die fr&#246;hliche Wienerin dem Film den R&#252;cken gekehrt und betreibt in Berlin mehrere eigene Restaurants, in denen sie selbstverst&#228;ndlich nicht mehr selbst kocht. Daf&#252;r hat sie ein Rudel K&#246;che, mit denen sie versucht ihren unstillbaren Hunger in den Griff zu bekommen. Das &#8220;Restaurant Sarah Wiener&#8221; im Hamburger Bahnhof ist eigentlich mehr ein Bistro oder ein klassisches Museums-Café. Im Saal herrscht laute Betriebsamkeit, Kinder toben sich in ihren Malb&#252;chern aus und &#228;ltliche Damen aus dem Kulturbetrieb finden Gelegenheiten schon zur Mittagszeit mit dem einen oder anderen Glas Schaumwein ihre nerv&#246;sen Seelen zu beruhigen.
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Wir bestellten &#8220;Saltimbocca von der Forelle&#8221; und &#8220;Schwammerlstrudel&#8221;, kleine Happen, um die Neugier und den Bauch  zu befriedigen. Wenn sie auch offensichtlich vorbereitet waren und nicht auf die Minute zubereitet wurden, was bei Preisen um 10 Euro sicherlich zu verzeihen ist, waren beide Gerichte gelungene Kreationen. Zu den Forellenfilets, die mit einer Scheibe Schinken gebraten worden waren, gab es eine Kugel Gorgonzola-Eis, die zur zus&#228;tzlichen Belustigung auch noch mit Prickelpulver bestreut war. Geschmacklich interessant, doch stellte sich nach dem dritten oder vierten L&#246;ffel der eiskalten Crème ein gewisser Widerwille gegen diese K&#228;sekreation ein.
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Der Pilzstrudel kam klassischer daher. Saftige, aromatische Pilze einer unbekannten Sorte, gebacken in einem knusprigen Strudelteig und dann auf einen Salat gelegt. Das Preis-Leistungs-Verh&#228;ltnis beider Gerichte war ausgesprochen gut. Was die Weinkarte hergibt haben wir, anders als die Kulturtanten neben uns, so fr&#252;h am Tag noch nicht zu testen gewagt.</p>
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		<title>Oki, Berlin</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Nov 2007 23:51:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außer Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Entenbrust]]></category>
		<category><![CDATA[Restaurant]]></category>
		<category><![CDATA[Sushi]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	Lang lebe das Internet, wo ich Otto Pfeiffer entdeckte, einen jungen Koch, der sich mit dem Oki in der Oderberger Stra&#223;e im Prenzlauer Berg in Berlin selbstst&#228;ndig gemacht hat. Nach dem was man &#252;ber sein Restaurant lesen kann, gibt es dort eine Fusion aus norddeutscher und japanischer K&#252;che – was man jedoch getrost als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	Lang lebe das Internet, wo ich Otto Pfeiffer entdeckte, einen jungen Koch, der sich mit dem Oki in der Oderberger Stra&#223;e im Prenzlauer Berg in Berlin selbstst&#228;ndig gemacht hat. Nach dem was man &#252;ber sein Restaurant lesen kann, gibt es dort eine Fusion aus norddeutscher und japanischer K&#252;che – was man jedoch getrost als Koketterie verstehen sollte. Was wir zu zweit bestellten, hatte seinen Ursprung gleicherma&#223;en in Bayern und in Frankreich, wie auf Hokkaido oder in Schleswig Holstein.</p>
<p>
Wir a&#223;en Maki-Sushi, Schweinebraten mit P&#252;ree und knusprigem Speck, Entenbrust auf orangenen Linsen und Kalbsb&#228;ckchen mit Bratkartoffeln. Man sollte die Namen der Speisen jedoch nicht zu ernst nehmen, was sich anhand der Bratkartoffeln verdeutlichen l&#228;sst: Es waren keinesfalls schwere, und vor allem haufenweise vorliegende Kartoffelscheiben mit Speck, sondern halbierte, junge Kartoffeln, die sich als Begleiter zur So&#223;e anboten.
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<p>
Auch der Schweinebraten entt&#228;uschte auf angenehme Weise. Statt eines fettigen Krustenbratens brachte die freundliche Hausdame kleine H&#228;ppchen, die perfekt gegart waren und einen unvergleichlichen angenehm-schweinigen Geschmack verbreiteten, der seinen Ursprung vielleicht auch in der hallisch-schw&#228;bischen Abstammung des seligen Tieres hatte. Zusammen mit einigen Bacon-Splittern und einem aromatischen P&#252;ree war das eine wahre Freude. Die Kalbsb&#228;cken waren saftig und m&#252;rbe und wurden von zwei etwas vereinsamten So&#223;en gerahmt, deren Aromen sich mir leider nicht erschlossen haben, was jedoch nichts daran &#228;ndert, dass sie au&#223;erordentlich schmackhaft waren.
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Die verschiedenen Schokoladen-Tartes am Ende sorgten daf&#252;r, dass wir nur m&#252;hsam den Weg bis nach Hause bew&#228;ltigten, erinnerten uns aber in Form eines stillen Drucks auch noch eine ganze Weile daran, wie gut wir soeben gegessen hatten.</p>
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		<title>La Paradeta, Barcelona</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Oct 2007 18:24:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außer Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Barcelona]]></category>
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		<description><![CDATA[[inspic=39,right,thumb]Man muss es richtig machen, wenn man fern der K&#252;ste Fisch oder Meeresfr&#252;chte bestellt. Dann h&#228;lt man sich zum Beispiel an Anthony Bourdain, der in seinem Buch “Kitchen Confidential” empfiehlt, niemals Dienstags Fisch zu ordern – denn dann ist die Chance gro&#223; …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2007/10/dscn1631.jpg" alt="La paradeta" /></p>
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Man muss es richtig machen, wenn man fern der K&#252;ste Fisch oder Meeresfr&#252;chte bestellt. Dann h&#228;lt man sich zum Beispiel an Anthony Bourdain, der in seinem Buch “Kitchen Confidential” empfiehlt, niemals Dienstags Fisch zu ordern – denn dann ist die Chance gro&#223;, die nicht mehr ganz tadellosen &#220;berbleibsel vom Wochenende vorgesetzt zu bekommen. Montag ist in der Regel Ruhetag, ein Tag mehr, um den Waren ihre Frische zu nehmen.
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<p>
Am Meer jedoch braucht man sich diese Sorgen nicht zu machen, denn selbst wenn die Globalisierung der &#246;rtlichen Fischereiwirtschaft schon den Gar aus gemacht hat, kennen sich die Mensch doch immer noch mit Fisch aus und wissen Qualit&#228;t zu sch&#228;tzen. Alles was den K&#252;stenbewohnern den Appetit verdirbt wird ins Binnenland verfrachtet und findet dort sicherlich einen Abnehmer.
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<p>
Ein Ort, den ich bedingungslos immer wieder empfehlen kann, um einmal wirklich gute Meeresfr&#252;chte zu essen, liegt in Barcelona. Aus Gr&#252;nden des Klimaschutzes rate ich niemandem, allein f&#252;r diesen Genuss nach Katalonien zu fliegen, aber wenn man schon einmal da ist, dann sollte man sich den Abstecher auf keinen Fall entgehen lassen.
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<p>
“La Paradeta” sieht aus wie eine Kantine: An langen schlichten Holztischen sitzen gleicherma&#223;en Yuppies auf dem Absprung in die Nacht, vielk&#246;pfige Familien und Gesch&#228;ftsleute. Sie alle kommen nur wegen der Meeresfr&#252;chte. Die liegen in einer gro&#223;en Theke, wie bei einem Fischgesch&#228;ft, und schon beim Eintritt zeigt man hierauf und dorthin und stellt so eine Wanne voller Krabben, Muscheln, Garnelen, Schnecke und anderem Kleingetier zusammen, die dann mit einer Nummer versehen und in die K&#252;che gebracht wird.
</p>
<p>
Diese Nummer muss man sich gut merken, denn immer, wenn sie &#252;ber den tr&#246;tigen Lautsprecher aufgerufen wird, ist wieder ein Gericht fertig und kann an der Ausgabestelle abgeholt werden. Dazu trinkt man am besten einen jungen, tr&#252;ben Wei&#223;wein, der zuf&#228;llig auch noch der billigste auf der Karte ist. So ist man einen ganzen Abend lang besch&#228;ftigt, bekommt Venusmuscheln in Marinade, ged&#228;mpfte Langusten oder winzige Tintenfische, die mit einem Backteig umh&#252;llt und frittiert werden. Am Ende sehen sie aus wie Pommes, werden mit Zitronensaft betr&#228;ufelt, und nebenbei gegessen, w&#228;hrend man auf das n&#228;chste Highlight wartet.
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Am Ende ist man leicht berauscht, gleicherma&#223;en vom Eiwei&#223; wie von dem leichten Wein und f&#252;hlt sich frisch und stark wie ein Stier.</p>
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		<title>Schmutzige Schnitzelk&#252;che</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Sep 2007 23:40:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außer Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Schnitzel]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich gebe es gerne zu, ich schaue nachts bis in die Puppen Fernsehen. Mir ist bewusst, dass das Medium einen schlechten Leumund hat, doch das schreckt mich nicht. Andere Leute kommen nicht von den Zigaretten los, auch zu dieser Gruppe geh&#246;re ich leider, doch mein wahres Laster ist die Glotze.


Weil ich mich nicht gerne sch&#228;me, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>
Ich gebe es gerne zu, ich schaue nachts bis in die Puppen Fernsehen. Mir ist bewusst, dass das Medium einen schlechten Leumund hat, doch das schreckt mich nicht. Andere Leute kommen nicht von den Zigaretten los, auch zu dieser Gruppe geh&#246;re ich leider, doch mein wahres Laster ist die Glotze.
</p>
<p>
Weil ich mich nicht gerne sch&#228;me, fallen f&#252;r mich Gerichts-Sendungen, Partnertausch-Shows und Big-Brother-Formate in der Regel aus. Anders heute Nacht: Es ist ungef&#228;hr 3 Uhr. W&#228;hrend ich mich hin und her w&#228;lze erwische ich pl&#246;tzlich auf RTL die Wiederholung einer Wiederholung von &#8220;Der Restaurant-Tester&#8221;. Hier konfrontiert der Hamburger Koch Thomas Rach Gastst&#228;ttenbesitzer mit der der bitteren Pille Wahrheit. &#8220;Das ist ja ekelerregend&#8221; sagt Rach zum Beispiel, ganz zurecht. Ich sch&#228;me mich f&#252;r mit.
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Der Wirt hat es nicht anders gewollt. Er hat Rach gerufen um das Restaurant auf Vordermann zu bringen. Keine leichte Aufgabe: Er schwitzt beim kochen, als ginge es um sein Leben. Im Gastraum gibt es weder Tageslicht noch frische Luft. Der Kellner ist des interessiert, genervt und &#252;berfordert, und auf den Tischen liegen Kr&#252;mmel vom letzten Jahr. Die Gastst&#228;tte ist die altdeutsche H&#246;lle: H&#228;sslichkeit hat hier System, begleitet von Lieblosigkeit, Ahnungslosigkeit, Furcht vor Ver&#228;nderung, Morbidit&#228;t und Dosenfra&#223;.
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Durch einen gemeinsamen Kurz-Besuch in Wien gelingt es Rach, dem Wirt zu zeigen, wie gute Schnitzel schmecken k&#246;nnen. Und obwohl man zun&#228;chst nichts bemerkt, geht ihm Wirt doch ein Licht auf. Es folgen noch Menge R&#252;ckschl&#228;ge, doch der Wirt beginnt langsam zu verstehen, was kochen bedeutet, dass der Gast Qualit&#228;t und Frische sp&#252;rt, ob er etwas vom Essen versteht oder nicht.
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Am Ende sieht die Pinte zwar immer noch unheimlich aus, doch hat sich etwas ver&#228;ndert. Der Wirt hat verstanden, worum es geht. Die Schnitzel werden geklopft, von Hand paniert und kurz ausgebacken, der Salat auf dem Buffet ist frisch, und der Wirt tr&#228;gt mit Stolz eine Kochjacke statt eines versifften T-Shirts. Vielleicht schaut er jetzt auch mal in ein Kochbuch. Mutig, was Rach da macht. Das ist Arbeit an der Basis. Der Mann leistet was, wenn auch mit Hilfe eines traurigen Reality-Formats.</p>
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