Kartoffelsuppe mit Kapern

Etwas Warmes hat noch keinem geschadet. Besonders wenn es die richtige Konsistenz hat. Also gibt es heute eine herzhafte Kartoffelsuppe. Die schlichten Rezepte sind eben oft die besten!

Wenn es draußen nass rauscht und die Füße kalt werden, muss man sich zu helfen wissen. Etwas Warmes braucht der Mensch, singt Grönemeyer und hat dabei hat sicher nicht an Kartoffelsuppe gedacht. Doch mit ein, zwei Gimmicks wird auch daraus ein Hit. Genau wie der deutsche Herbert, denn der wäre ohne seine begnadeten Begleitmusiker auch nur ein schwer verdaulicher Stärkekloß. Nachkriegskost.

Kartoffelsuppe mit Kapern

Das Wesen einer guten Suppe liegt in der Konsistenz. Sie sollte nicht moorig fest sein und nicht mehlig gebunden, sondern cremig flüssig vom Löffel fließen. Das gilt für alle Creme-Suppen, ob sie nun aus Kürbis sind, aus Karotten, Erbsen oder eben Erdäpfeln. Dieses Problem ist jedoch gar keins, denn ohne Schwierigkeiten kann man die Suppe mit etwas Sahne, Brühe oder auch Wasser und mithilfe eines Pürierstabs entsprechend manipulieren.

Aber beginnen wir mit zwei Zwiebeln und einer geschälten Karotte, die wir geschnitten in einem großen Topf in etwas Öl anschwitzen. Die Möhre steuert einerseits ihren Geschmack bei, andererseits aber auch ihre Farbe. Das ist sehr wichtig, denn dadurch wird die Suppe strahlend gelb statt mehlig und grau. In den Topf kommen außerdem ein oder zwei Lorbeerblätter, ein paar gestoßene Wacholderbeeren, ein wenig Majoran und eine erste Prise Salz.

Derweil würfle ich sechs mittelgroße, geschälte Kartoffeln. Damit haben wir ein Hauptgericht für zwei oder eine Vorspeise für vier Personen. Die Kartoffeln sind vorwiegend festkochend. In vielen Rezepten steht, dass sie mehlig kochend sein sollten, aber dadurch wird die Suppe weniger cremig. Bei festkochenden besteht hingegen die Gefahr, dass eine fast schleimige Konsistenz entsteht. Ich gieße nun so viel Wasser dazu, dass alles gerade bedeckt ist, gebe einen Löffel gekörnte Gemüsebrühe dazu und lasse die Kartoffeln gar kochen.

Nun habe ich Zeit, mich um die Croûtons zu kümmern. Wie man die macht, habe ich hier im Blog schon mehrfach beschrieben. Wichtig ist, dass die Pfanne höchstens eine mittlere Hitze hat, denn die Brotwürfel werden am besten langsam geröstet. Dass man ein vernünftiges Öl verwenden sollte, erklärt sich von selbst, denn die Brotstücke saugen reichlich davon auf. Dann gebe ich auch noch etwas Sesam in die Pfanne, der sein feines Aroma beisteuert.

Wenn die Kartoffeln gar gekocht sind, fische ich die Lorbeerblätter aus dem Topf und arbeite mit dem Pürierstab alles gründlich durch. Das kann man kaum intensiv genug machen, denn es sollen keine Stückchen mehr zu finden sein. Nun gieße ich so lange mit süßer Sahne an, bis mir die Konsistenz gefällt, dabei benutze ich weiterhin den Pürierstab. In die Suppe kommen nun noch einige Kapern, abgeschmeckt wird mit Salz, gekörnter Brühe und reichlich Pfeffer aus der Mühle. Das alles lasse ich noch ein paar Minuten ziehen. Ist die Suppe schließlich in den Tellern, gebe ich vorsichtig die Croûtons darauf und streue ein wenig zerkleinerten Blauschimmelkäse (zum Beispiel Roquefort) darüber, dessen Aroma sich fantastisch mit der Suppe verbindet. So wird aus dem grauen Klassiker eine wärmende Delikatesse.

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