Kanzlei Krohn bei der Arbeit

Trinkwasser aus Brüssel

Bild cassidynorvell

Kanzlei Krohn bei der Arbeit

Was für eine Geschichte ist denn das? Da gibt der Informationsdienst der Wissenschaft eine Pressemitteilung heraus, in der er darauf aufmerksam macht, dass es aufgrund einer Brüsseler Verordnung verboten ist, auf Produkten daraufhin zu weisen, dass Wasser vor dem Austrocknen schützen kann. Eigentlich eine schöne Story für die Saure-Gurken-Zeit.

Doch zumindest einer der beiden Wissenschaftler, die die Europäische Kommission zu dieser Aussage getrieben haben, ist nicht ausschließlich dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn verpflichtet, sondern beispielsweise auch der Kanzlei Krohn, die sich nach eigenen Angaben auch dem Lobbyismus verschrieben hat. Die ganze Angelegenheit ist möglicherweise nicht mehr als der Versuch, die Brüsseler Behörden am Nasenring durch die Manege zu führen. Seht her, rufen die Wissenschaftler, so lachhaft sind die Gesetze.

In Wirklichkeit jedoch treibt sie etwas anderes. Es geht um die Health Claims Verordnung nach der gesundheitsfördernde Effekte auf Produkten nur noch dann beworben werden dürfen, wenn sie einwandfrei wissenschaftlich belegt sind. Und dagegen zieht die Industrie zu Feld. Bedeutet es doch, dass beispielsweise Actimel nicht mehr ist als ein süßer Joghurt mit Maximalpreis. Um das verhindern schießen die beiden Hannoveraner Wissenschaftler quer. Und der Informationsdienst der Wissenschaft macht gerne mit.

Auch bei einer Podiumsdiskussion des Hamburger Abendblatts durfte Professor Hagenmeyer seine Thesen verbreiten: Trotz Antibiotika und Dioxin – die Lebensmittel sind sicher. Und sollte doch einmal etwas passieren, dann sind die Behörden bestens aufgestellt.