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    Was, und, bitte, ich meine das nicht abwertend, typisch deutsch ist, ist eine gewisse Liebe zu technischen Dingen. Kennen wir alle, dafür werden wir auf der ganzen Welt geschätzt. Bedauernswert finde ich diese kalte Liebe, wenn man sich eine Espresso-Fabrik in die Wohnung oder ins Büro stellt, die locker ein paar Hunderter oder mehr kostet, und dann die billigsten Bohnen in den Bohnen-Vorratsspeicher einfällt.

    Da kann die Technik noch so ausgeklügelt sein, da kann die Maschine selbstreinigend, tassenwärmend, dampfausstoßend und treu ihren Dienst verrichten, guten Kaffee wird sie nicht herstellen. Kaffee ist teuer. Ein Luxusprodukt. Nun nehme ich eine achteckige Espressokanne, befülle sie mit Espresso-Pulver aus einem italienischen Laden und stelle sie bei mittlerer Flamme auf den Herd. Während ich duschen gehe, schäumt und faucht es im Innern der Kanne, das heiße Wasser löst all die herrlichen Aromen aus dem Kaffeemehl. In Afrika und Süd-Amerika haben Kaffeebauern geschuftet, damit ich morgens etwas schönes trinke. Ich würdige das mit mit lauwarmer Milch, in die ich den Espresso gieße.

    Wenn ich Gäste habe, schäume ich die Milch vorher auf. Ich wette, im Blindtest schlägt meine Alukanne jede platzraubende Hightech-Wunderwaffe.

    Erschienen am 7. November 2006


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