Gnocchi mit Gorgonzolasoße

Auch dieses Gericht stammt aus der Italienischen Küche. Gnocchi mit Gorgonzolasoße sind nice and simple, aber hier kann der Koch zeigen, was er drauf hat. Denn leichte und luftige Gnocchi kann man nicht kaufen, die muss man selber machen.

An diesem Essen können Köche zeigen, dass sie’s drauf haben. Die handgemachte Variante der inzwischen allseits bekannten Knödelchen vermag als luftige und duftige Vorspeise jedes Feinschmeckerherz zu brechen. Doch wer sich im Supermarkt mit Fabrikware eingedeckt hat, muss enttäuscht feststellen, dass in der italienischen Küche nichts über Handarbeit geht: Wer einmal das Original probierte, für den schmeckt das Fertigprodukt wie Kartoffelstärke und liegt im Magen wie Rohkautschuk.

gnocchi

Die besten Gnocchi habe ich im La Grappa bekommen. Es war nur ein halbes Dutzend. Sie thronten auf einer Stockfischcreme, die ich schon seit vielen Jahren probieren wollte. Nicht nur Wolfram Siebeck beklagt in seiner Kolumne, wie selten sie zu finden ist. Dieser Zwischengang war das himmlische Gegenstück zur vakuumverpackten Streumunition. Einfach unglaublich!

Für den Hausgebrauch habe ich inzwischen einen Kompromiss gefunden. Nach einem Ausstellungsbesuch im Hamburger Bahnhof lohnt sich der Abstecher zu Mitte Meer. Dieser Großhändler hat sich sein Konzept vermutlich bei Goedeken in Hamburg abgeschaut. In einer großen Halle verkauft er Fisch, Fleisch und Frischwaren, Oliven, Öl, Konserven und Tiefkühlprodukte. Den Fisch würde ich allerdings nur kaufen, wenn er einen tadellosen Eindruck macht, was leider nicht immer der Fall ist.

Aber es gibt eben auch Nudelprodukte, und zwar in einer schlichteren Verpackung und in höherer Qualität als in den Supermärkten der Republik. Will man die Gnocchi nicht selbst herstellen, sollte man hier einkaufen. Die Auswahl ist groß und die Qualität sehr gut. Und wenn die richtigen Produkte beieinander sind, ist die Zubereitung dieses Gerichts denkbar einfach.

Für zwei Personen brauche ich ein Pfund Gnocchi, einen Becher Sahne, eine kleine Zwiebel oder Schalotte und Blauschimmelkäse, am besten Gorgonzola. That’s it! Während ich in einem großen Topf ausreichend Wasser zum Sieden bringe, dünste ich die klein gehackte Zwiebel in etwas Butter an. Wenn sei glasig geworden sind, gieße ich die Sahne hinzu und lasse sie kurz aufkochen. Dann zerkleinere ich den Käse, nur achtzig oder hundert Gramm, denn wir wollen sein Aroma und die Würze, aber nicht seine penetrante Fäulnis zu den Gnocchi.

Das alles wird auf mittlerer Flamme gründlich durchgerührt, bis wir eine cremige Soße haben, die nur noch einen Schuss Zitronensaft, eine Prise Salz und etwas schwarzen Pfeffer braucht. Derweil kommen die Gnocchi für wenige Minuten in das siedende Salzwasser, bis sie heiß sind. Und das war’s schon! Eine wahnsinnig gute Vorspeise oder ein sättigendes Hauptgericht… 

2 Antworten auf Gnocchi mit Gorgonzolasoße

  1. Josh sagt

    Schön und schlicht! Ich mag das Bild–!

  2. Dani sagt

    Ja da hast de recht, selbstgemacht ist immer noch etwas feiner. Ich hab mal bei dem La Grappa reingeschaut, weißt du, ab wann man die online bekommt? Der Shop scheint noch in der Mache zu sein.

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