<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:georss="http://www.georss.org/georss">

<channel>
	<title>DeliDauerDienst</title>
	<atom:link href="http://www.delidauerdienst.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.delidauerdienst.de</link>
	<description>Delikat essen in Berlin und anderswo</description>
	<lastBuildDate>Thu, 11 Feb 2010 14:47:34 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.6</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>St&#252;tzstr&#252;mpfe f&#252;r die Seele</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/rezepte/stuetzstruempfe-fuer-die-seele/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/rezepte/stuetzstruempfe-fuer-die-seele/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Dec 2009 12:26:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezepte]]></category>
		<category><![CDATA[Käse]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzer Pfeffer]]></category>
		<category><![CDATA[Spätzle]]></category>
		<category><![CDATA[Zwiebeln]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.delidauerdienst.de/?p=1107</guid>
		<description><![CDATA[ 	

&#220;ber regionale Unterschiede, Rohmilchk&#228;se und Pfeffer


&#8220;Brrr&#8221;, sagt der Italiener, wenn er zwischen September und April &#252;ber die Alpen reist. &#8220;Kein Wunder, dass ihr so schlechte Laune habt.&#8221; Das Wetter ist schuld. Jede Klimazone bringt die Speisen hervor, die ihr angemessen sind. In der Karibik legt man, faul und breit wie man eben ist, einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/12/kaesespaetzle1.jpg" alt="K&#228;sesp&#228;tzle" title="K&#228;sesp&#228;tzle" width="430" height="291" class="alignright size-full wp-image-1124" /></p>
<p>
<strong>&#220;ber regionale Unterschiede, Rohmilchk&#228;se und Pfeffer</strong>
</p>
<p>
&#8220;Brrr&#8221;, sagt der Italiener, wenn er zwischen September und April &#252;ber die Alpen reist. &#8220;Kein Wunder, dass ihr so schlechte Laune habt.&#8221; Das Wetter ist schuld. Jede Klimazone bringt die Speisen hervor, die ihr angemessen sind. In der Karibik legt man, faul und breit wie man eben ist, einen Fisch in ein Bananenblatt und dieses neben das Feuer, in Russland liebt man <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Borschtsch">fette Suppen</a>, die auch bei Minus 40 Grad die Durchblutung der F&#252;&#223;e gew&#228;hrleisten, und hierzulande gibt es eben Mehlspeisen, W&#252;rste oder Kartoffeln. Gegen graues Regenwetter helfen K&#228;sesp&#228;tzle eben besser als eine <a href="http://pascal.moron.free.fr/rec/salade-nicoise.jpg">Salade Niçoise</a> oder gegrillte Kalmare.
</p>
<p>
K&#228;sesp&#228;tzle bestehen nur aus wenigen Zutaten, die aber sehr schmackhaft miteinander kombiniert werden: K&#228;se, Zwiebeln, vielleicht ein bisschen Speck und vor allem <a href="http://www.spaetzle.de/wissenswertes.html">Sp&#228;tzle</a>. Ich verzichte darauf, sie frisch zu schaben. Stattdessen nehme ich die eingeschwei&#223;te Frischware aus dem Supermarkt. Ein Beutel von 400 Gramm reicht f&#252;r zwei hungrige Esser. Ohne Probleme gehen auch getrocknete aus der Packung, die vor der Zubereitung entsprechend gekocht werden m&#252;ssen.
</p>
<p>
Daneben brauchen wir nur noch zwei mittelgro&#223;e Zwiebeln, knapp 200 Gramm frisch geriebenen K&#228;se und etwas gew&#252;rfelten Speck – das ist schon alles. Der Speck ist nicht verpflichtend, aber eine Handvoll gibt dem Essen noch ein bisschen mehr Substanz. Die beiden Zwiebeln schneide ich in Streifen und lasse sie vier bis f&#252;nf Minuten mit Butter in einer gro&#223;en Pfanne and&#252;nsten bis sie glasig und ein kleines bisschen braun sind. Wenn ich einen Bauchspeck habe, kommt der jetzt auch schon hinein, Schinkenspeck erst etwas sp&#228;ter, weil er sonst zu trocken werden w&#252;rde.
</p>
<p>
Dann kommen die Sp&#228;tzle dazu. Da sie schon gekocht sind, m&#252;ssen sie nicht mehr garen. Sie sollen vor allem hei&#223; werden und ein bisschen br&#228;unen. Nun salze ich auch schonmal. Wenn das alles richtig schon zischelt und brutzelt, kommt der K&#228;se dazu. Wir haben Raclette-K&#228;se genommen, weil er sch&#246;n schmilzt und eine tolle Kruste bildet. Grunds&#228;tzlich geht jeder feste K&#228;se. Wer die Wahl hat, nimmt einen milden Rohmlich-K&#228;se, wie zum Beispiel einen Appenzeller, statt einem &#8220;jungen Gouda&#8221; aus dem Flachland, der kaum eigene Aromen hat.
</p>
<p>
Beim W&#252;rzen kommt es einmal mehr auf die <a href="http://www.automatick.de/2008/10/03/peugeot-404/">Pfefferm&#252;hle</a> an. Wer mit dem gemahlenen grauen Puder aus dem Gew&#252;rzglas zur Sache geht, hat im Nu eine Menge falsch gemacht. Denn in der Fabrik hat der Pfeffer l&#228;ngst seinen Duft verloren. Was zur&#252;ckbleibt ist im besten Fall eine langweilige Sch&#228;rfe. Im schlimmsten Fall schmeckt er sogar alt und muffig und verdirbt damit das ganze Essen. Mit der kleinen Schraube am Kopf der Pfefferm&#252;hle kann man verstellen, wie fein die K&#246;rner zerkleinert werden. Ich mag es etwas gr&#246;ber, weil man den Pfeffer dann noch bemerkt. So werden auch die anspruchsvollen Italiener ihren Frieden mit dem Wetter und der K&#252;che auf der Nordseite der Alpen machen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.delidauerdienst.de/rezepte/stuetzstruempfe-fuer-die-seele/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>In den See!</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/rezepte/in-den-see/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/rezepte/in-den-see/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 13:57:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezepte]]></category>
		<category><![CDATA[Käse]]></category>
		<category><![CDATA[Weißwein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.delidauerdienst.de/?p=990</guid>
		<description><![CDATA[[inspic=124,right,thumb]Auf den Pf&#252;tzen perlt der Regen. Autos rauschen durch das fahle Licht kurzer Tage. Es ist fast Winter in Berlin. Um von dieser leblosen Tristesse nicht vollends niedergestreckt  zu werden, muss man sich zu helfen wissen. Die einen fahren nach Bad Saarow…]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/11/Fondue.jpg" alt="Fondue" title="Fondue" width="430" height="283" class="alignleft size-full wp-image-991" /></p>
<p>
<strong>&#220;ber Alkohol, Comics und Sturmgewehre</strong>
</p>
<p>
Auf den Pf&#252;tzen perlt der Regen. Autos rauschen durch das fahle Licht kurzer Tage. Es ist fast Winter in Berlin. Um von dieser leblosen Tristesse nicht vollends niedergestreckt  zu werden, muss man sich zu helfen wissen. Die einen fahren nach <a href="http://www.bad-saarow.de/">Bad Saarow</a> in die Therme, andere gehen aufs <a href="http://www.arena-berlin.de/badeschiff.aspx">Badeschiff</a>, wo es jetzt auch wieder eine Sauna gibt. Unsere eigene Antwort besteht aus einer geballten Portion schweizer Gem&#252;tlichkeit, die uns durch den Sp&#228;therbst helfen wird.
</p>
<p>
Die Idee ist schlicht und deshalb umso bestechender. Man nehme eine ordentliche Portion K&#228;se, zerkleinere ihn und versetze ihn mit mit einem feinherben Wei&#223;wein (und etwas St&#228;rke, damit die Konsistenz stimmt), bringe das ganze zum Schmelzen und tauche dann mit einer langen Gabel frische Wei&#223;brotw&#252;rfel hinein. Dabei trinkt und redet es sich wie von allein. Das w&#228;rmt die Seele und liefert Energie (und Kalorien) f&#252;r viele kalte Tage.
</p>
<p>
<em>La Fondue</em> hat sich in kurzer Zeit zu einem schweizerischen Nationalgericht entwickelt. &#220;ber die Urheberschaft streiten sich die Eidgenossen mit den Franzosen, doch seit das Rezept in den 50er-Jahren in einem Truppenkochbuch auftauchte, gibt es in jedem Haushalt neben dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sturmgewehr_90">Sturmgewehr</a> auch ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Caquelon">Caquelon</a>, den typischen Steinguttopf, in dem die Fondue zubereitet wird. Je nach Region benutzt man heute verschiedene K&#228;sesorten, vom echten Emmentaler, &#252;ber Comté und Beaufort bis zum Appenzeller reichen die Rezepte.
</p>
<p>
Die Grundlage f&#252;r unsere Fondue ist die klassische Mischung <em>moitié-moitié</em>, bei der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vacherin_Fribourgeois">Freiburger Vacherin</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Greyerzer">Greyerzer</a> zu gleichen Teilen vermischt werden. Pro Esser rechnet man mit 200 Gramm K&#228;se. Er wird ohne Rinde fein zerkleinert und mit Wei&#223;wein und Speisest&#228;rke vermischt. Es empfiehlt sich ein trockener, mineralischer Wein, wie der schweizerische Fendant oder ein fr&#228;nkischer Silvaner. Auf je 200 Gramm K&#228;se kommen 150ml Wein und ein geh&#228;ufter Teel&#246;ffel St&#228;rke f&#252;r die Bindung. Die Mischung wird im Topf mit schwarzem Pfeffer und einer feingehackten Knoblauchzehe erg&#228;nzt und auf dem Herd zum schmelzen gebracht. Auf dem Tisch steht ein Rechaud oder St&#246;vchen, auf die Mischung danach warm und fl&#252;ssig gehalten wird.
</p>
<p>
Wer m&#246;chte, tunkt seine Wei&#223;brotw&#252;rfel in ein Gl&#228;schen mit Obstler, bevor er es in den K&#228;se taucht. Doch man sollte sich vorsehen: Der Alkohol im K&#228;se gelangt zu einem gro&#223;en Anteil ins Blut, statt wie bei vielen anderen Speisen schon beim Kochen zu verdunsten. Im Comic f&#252;hrt das immerhin dazu, dass Obelix im Vollrausch &#252;ber die Alpen getragen werden muss. Aus dem Band <a href="http://www.hotzesworld.de/FLO/BA-Alpen/in-den-See.jpg">Asterix bei den Schweizern</a> stammt auch das Reglement f&#252;r die Fondue-S&#252;nde schlechthin: Wer zum ersten mal sein Brot im K&#228;se verliert, riskiert f&#252;nf Stockschl&#228;ge, beim zweiten Mal setzt es zwanzig Peitschenhiebe und beim dritten Mal geht es mit einem Gewicht an den F&#252;&#223;en in den Genfer See. Im Gegensatz zum Kochrezept werden diese Anweisungen heute nicht mehr angewendet.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.delidauerdienst.de/rezepte/in-den-see/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sch&#246;ne Beine, Schweinchen</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/vermischtes/schoene-beine-schweinchen/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/vermischtes/schoene-beine-schweinchen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 11:19:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>
		<category><![CDATA[Schinken]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.delidauerdienst.de/?p=954</guid>
		<description><![CDATA[[inspic=123,right,thumb]'Riecht nach Leiche', sagt meine Freundin, doch ihre Mitbewohner sehen das anders. Die beachtliche linke Hinterkeule eines iberischen Schweins, die in der K&#252;che aufgebaut ist, wird von Tag zu Tag d&#252;nner. Ein St&#252;ckchen im Vorbeigehen, ein Scheibchen w&#228;hrend der Nebenkostenabrechnung …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/11/schinken1.jpg" alt="schinken" title="schinken" width="430" height="318" class="alignleft size-full wp-image-959" /></p>
<p>
<strong>&#220;ber Eicheln, Hufe  und Lachsmesser</strong>
</p>
<p>
&#8216;Riecht nach Leiche&#8217;, sagt meine Freundin, doch ihre Mitbewohner sehen das anders. Die beachtliche linke Hinterkeule eines iberischen Schweins, die in der K&#252;che aufgebaut ist, wird von Tag zu Tag d&#252;nner. Ein St&#252;ckchen im Vorbeigehen, ein Scheibchen w&#228;hrend der Nebenkostenabrechnung, ein beherzter Schnitt mit dem Glas Rotwein in der Hand – das Mitbringsel aus Spanien ist ein Volltreffer in der genusshungrigen WG. Nach zwei Wochen ist nur noch ein abgefetzter Knochen &#252;brig.
</p>
<p>
Ohne Zweifel kommt aus Spanien der beste Schinken der Welt. Sogar die selbstbewussten Katalanen lieben den Jamón Ibérico, und das obwohl sie sonst alles spanische mit gro&#223;er Geste von sich weisen. Hierzulande freut sich der K&#228;ufer vielleicht &#252;ber einen Serrano-Schinken in der Fleischtheke des Supermarktes, denn damit hat man immerhin eine Alternative zum rumpeligen Schwarzw&#228;lder Schinken gefunden, f&#252;r den echten Ibérico, vor allem f&#252;r den &#8220;Pata Negra&#8221;, ist der Serrano Schinken jedoch keine Konkurrenz.
</p>
<p>
Die Qualit&#228;t, und damit auch der unglaubliche Geschmack des Jamón beruht auf zwei Vorausetzungen: der Rasse des Schweins (je mehr von einem echten iberischen drinsteckt, desto besser) und der F&#252;tterung. Ein Schwein, das sich sein Leben lang fast ausschlie&#223;lich mit Eicheln satt fressen durfte, hat gute Chancen, zu einem Jamón Ibérico de Bellota verarbeitet zu werden. Bis zu 1.000 Euro kann ein besonders wohlgen&#228;hrtes, gut gereiftes Schwein f&#252;r jeden seiner Hinterl&#228;ufe verlangen.
</p>
<p>
Ein wichtiges Indiz f&#252;r die Qualit&#228;t ist der charakteristische schwarze Huf, die &#8220;Pata Negra&#8221;, der iberischen Schweine. Damit man ihn auch herzeigen kann, bleibt der Fu&#223; bis zuletzt an der Keule. In unserem Fall war das Schwein jedoch hellh&#228;utig. Das mag auf den meisten Kontinenten ein Sch&#246;nheitsideal sein, beim iberischen Schwein ist es ein Makel, der dem Genuss jedoch nicht zwangsl&#228;ufig im Wege steht. Auch unser relativ einfacher Schinken treibt mir das Wasser im Munde zusammen. Schon der Duft verbreitet das nussige Aroma, und der Geschmack ist &#228;u&#223;erst &#8216;yummi&#8217; und sehr vielschichtig. Es l&#246;st noch im selben Augenblick den Hunger nach mehr aus.
</p>
<p>
Um sich dem Fleisch zu n&#228;hern, braucht man ein scharfes Messer, am besten ein Lachsmesser, mit einer m&#246;glichst langen und flexiblen Klinge, die aus einem weichen und somit besonders scharfen Stahl besteht. Damit kann man mit langen, ruhigen Bewegungen m&#246;glichst d&#252;nne Scheiben herunterschneiden. Dazu trinkt man Rotwein und isst ein bisschen Wei&#223;brot mit Salz und Oliven&#246;l. Das Essen l&#228;sst sich nat&#252;rlich nach Belieben erweitern, denn h&#228;ufig kommt der Schinken zusammen mit unz&#228;hligen Tapas auf den Tisch.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.delidauerdienst.de/vermischtes/schoene-beine-schweinchen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Freuden des Alters</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/vermischtes/freuden-des-alters/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/vermischtes/freuden-des-alters/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 08:04:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>
		<category><![CDATA[Zutaten]]></category>
		<category><![CDATA[Rotwein]]></category>
		<category><![CDATA[Wein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.delidauerdienst.de/?p=865</guid>
		<description><![CDATA[[inspic=117,right,thumb]m Gegensatz zu Long Island Ice Tea, Apfelsaft oder Mezzo Mix, wird Wein h&#228;ufig besungen, und daf&#252;r gibt es gute Gr&#252;nde. Wein ist sanft und aromatisch, er klebt nicht und er sagt auch nicht "Du h&#228;ttest es besser wissen m&#252;ssen" – wie der letzte J&#228;germeister …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/11/rotwein.jpg" alt="rotwein" title="rotwein" width="430" height="318" class="alignnone size-full wp-image-866" /></p>
<p>
<strong>&#220;ber Oden, Micky Maus und 1972</strong>
</p>
<p>
Im Gegensatz zu Long Island Ice Tea, Apfelsaft oder Mezzo Mix, wird Wein h&#228;ufig besungen, und daf&#252;r gibt es gute Gr&#252;nde. Wein ist sanft und aromatisch, er klebt nicht und er sagt auch nicht &#8220;Du h&#228;ttest es besser wissen m&#252;ssen&#8221; – wie der letzte J&#228;germeister vor dem Nachhauseweg. Man muss nicht Wilhelm Busch sein, um zu wissen, dass ein sch&#246;nes Fl&#228;schchen f&#252;r viele irdische Unzul&#228;nglichkeiten durch Wirkung und Geschmack entsch&#228;digt.
</p>
<p>
Bei der Wahl des Getr&#228;nks spielt es zun&#228;chst keine Rolle, ob ein italienischer Tischwein oder ein feiner Tropfen aus dem Burgund auf dem Tisch steht. Solange die Weine ehrlich hergestellt werden und trinkbar sind, ist alles in Ordnung. Leider gilt das f&#252;r viele Weine nicht, allen voran die g&#252;nstigen Flaschen aus dem Discounter. Man merkt das oft daran, dass ein Wein eine Woche ge&#246;ffnet in der WG herumsteht und danach immer noch ok ist. Jeder richtige Wein w&#228;re l&#228;ngst sauer geworden, aber in der Industrie gelten andere Gesetze.
</p>
<p>
In vielen Gro&#223;kellereien wird, wie in einer Erd&#246;lraffinerie, solange gepanscht, verschnitten, geschwefelt und gezuckert, bis der Wein die popul&#228;re S&#252;ffigkeit und zus&#228;tzlich ein, zwei pr&#228;gnante Aromen inne hat. Das f&#228;llt bei der ersten Verkostung vielleicht noch angenehm auf, doch wer die gleiche Sorte ein weiteres Mal nach Hause tr&#228;gt, wird feststellen, dass es sich mit diesen Weinen verh&#228;lt, wie mit Nescafé: Egal, was man damit anstellt, wo, wann und wie man ihn zu sich nimmt – er schmeckt immer gleich. Dass damit nichts von dem &#252;brig bleibt, woraus der Wein gewachsen ist, aus dem Klima, dem Boden, der Traube und der Tradition des Winzers, ist dabei sogar gew&#252;nscht. Am Ende trinkt man einen langweiligen Micky-Maus-Wein, der ein bisschen nach Kirschen oder Brombeeren duftet.
</p>
<p>
Billiger Wein wird billig schmecken, aber auch Wasser kostet wenig, und die meisten Menschen trinken es t&#228;glich. Also muss man schauen, was man da zu sich nimmt und auch f&#252;r den billigen Wein nach kleinen Gesch&#228;ften suchen. Dort wird man vielleicht eine Vorstellung davon bekommen, was einen Wein wirklich ausmacht. Um einen leckeren und harmonischen Wein herzustellen, braucht es das Handwerk des Kellermeisters und seine besten Trauben. Je teurer der Wein, desto raffinierter die Strukturen, der Duft, der Trinkgeschmack und der Nachhall, der sich noch im Mund bewegt, w&#228;hrend der Wein selbst l&#228;ngst die Kehle hinter sich hat. Guter Wein kann die gleiche tiefe Freude bereiten, wie eine Ausstellung von Richard Avedon oder ein Konzert von The Whitest Boy Alive.
</p>
<p>
Und dann ist da noch das Spiel mit dem Alter. W&#228;hrend die meisten Weine besser fr&#252;her als sp&#228;ter getrunken werden sollten, gibt es doch Perlen, denen zwanzig und mehr Jahre nichts auszumachen scheinen. Der Wein auf dem Foto war ein Argentinier von 1972. Dass er noch trinkbar war, ist bei diesem Alter nicht selbstverst&#228;ndlich. Der erste Geschmack war m&#228;&#223;ig. Sein R&#252;cken war schon leicht gebeugt und die jugendliche Frische hatte er l&#228;ngst verloren. Doch die alten Anekdoten kannte er noch, und einen Tag sp&#228;ter, bei der zweiten Ann&#228;herung, hatte er sich pl&#246;tzlich ver&#228;ndert. An der Luft war er noch einmal zur&#252;ck gekommen und schmeckte jetzt leicht, w&#252;rzig und angenehm. Ein echtes Geschenk f&#252;r mich und eine wahre Freude.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.delidauerdienst.de/vermischtes/freuden-des-alters/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Herbst sucks, Kartoffelsuppe nicht</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/rezepte/herbst-sucks-kartoffelsuppe-nicht/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/rezepte/herbst-sucks-kartoffelsuppe-nicht/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 20:21:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezepte]]></category>
		<category><![CDATA[Blauschimmelkäse]]></category>
		<category><![CDATA[Croûtons]]></category>
		<category><![CDATA[Kartoffeln]]></category>
		<category><![CDATA[Suppe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.delidauerdienst.de/?p=680</guid>
		<description><![CDATA[[inspic=116,right,thumb]Wenn es drau&#223;en nass rauscht und die F&#252;&#223;e kalt werden, muss man sich zu helfen wissen. Etwas warmes braucht der Mensch, singt Gr&#246;nemeyer und hat dabei hat sicher nicht an Kartoffelsuppe gedacht. Doch mit ein, zwei Gimmicks wird auch daraus ein Hit. Genau…]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/11/kartoffelsuppe.jpg" alt="kartoffelsuppe" title="kartoffelsuppe" width="430" height="328" class="alignnone size-full wp-image-718" /></p>
<p>
<strong>&#220;ber Gr&#246;nemeyer, W&#228;rme und Konsistenzen</strong>
</p>
<p>
Wenn es drau&#223;en nass rauscht und die F&#252;&#223;e kalt werden, muss man sich zu helfen wissen. Etwas warmes braucht der Mensch, singt Gr&#246;nemeyer und hat dabei hat sicher nicht an Kartoffelsuppe gedacht. Doch mit ein, zwei Gimmicks wird auch daraus ein Hit. Genau wie der deutsche Herbert, denn der w&#228;re ohne seine begnadeten Begleitmusiker auch nur ein schwer verdaulicher St&#228;rkeklo&#223;. Nachkriegskost.
</p>
<p>
Das Wesen einer guten Suppe beginnt schon bei der Konsistenz. Sie sollte nicht moorig fest sein, sondern cremig fl&#252;ssig vom L&#246;ffel flie&#223;en. Das gilt f&#252;r alle gebundenen Suppen, ob sie nun aus K&#252;rbis sind, aus Karotten, Erbsen oder eben Erd&#228;pfeln. Dieses Problem ist jedoch gar keins, denn ohne Schwierigkeiten kann man die Suppe mit etwas Sahne, Br&#252;he oder auch Wasser und mit Hilfe eines P&#252;rierstabs entsprechend manipulieren.
</p>
<p>
Aber beginnen wir mit zwei Zwiebeln und einer gesch&#228;lten Karotte, die wir geschnitten in einem gro&#223;en Topf in etwas &#214;l anschwitzen. Die M&#246;hre steuert einerseits ihren Geschmack bei, andererseits aber auch ihre Farbe. Das ist sehr wichtig, denn dadurch wird die Suppe strahlend gelb statt mehlig. In den Topf kommen au&#223;erdem drei Lorbeerbl&#228;tter, ein paar gesto&#223;ene Wacholderbeeren, ein wenig Majoran und eine erste Prise Salz.
</p>
<p>
Derweil w&#252;rfle ich sechs mittelgro&#223;e, gesch&#228;lte Kartoffeln. Damit haben wir ein Hauptgericht f&#252;r zwei oder eine Vorspeise f&#252;r vier Personen. Die Kartoffeln sind vorwiegend festkochend. In vielen Rezepten steht, dass sie mehlig kochend sein sollten, aber dadurch wird die Suppe weniger cremig. Bei festkochenden besteht hingegen die Gefahr, dass eine fast schleimige Konsistenz entsteht. Ich gie&#223;e nun soviel Wasser dazu, dass alles gerade bedeckt ist, gebe einen L&#246;ffel gek&#246;rnte Gem&#252;sebr&#252;he dazu und lasse die Kartoffeln gar kochen.
</p>
<p>
Nun habe ich Zeit, mich um die Croûtons zu k&#252;mmern. Wie man die macht, habe ich hier im Blog schon mehrfach beschrieben. Wichtig ist, dass die Pfanne h&#246;chstens eine mittlere Hitze hat, denn die Brotw&#252;rfel werden am besten langsam ger&#246;stet. Dass man ein vern&#252;nftiges &#214;l verwenden sollte, erkl&#228;rt sich von selbst, denn die Brotst&#252;cke saugen reichlich davon auf. Dann gebe ich auch noch etwas Sesam in die Pfanne, der sein feines Aroma beisteuert.
</p>
<p>
Wenn die Kartoffeln gar gekocht sind, fische ich die Lorbeerbl&#228;tter aus dem Topf und arbeite mit dem P&#252;rierstab alles gr&#252;ndlich durch. Das kann man kaum intensiv genug machen, denn es sollen keine St&#252;ckchen mehr zu finden sein. Nun gie&#223;e ich so lange mit s&#252;&#223;er Sahne an, bis mir die Konsistenz gef&#228;llt, dabei benutze ich weiterhin den P&#252;rierstab. In die Suppe kommen nun noch einige Kapern, abgeschmeckt wird mit Salz, gek&#246;rnter Br&#252;he und reichlich Pfeffer aus der M&#252;hle. Das alles lasse ich noch ein paar Minuten ziehen. Ist die Suppe schlie&#223;lich in den Tellern, gebe ich vorsichtig die Croûtons darauf und streue ein wenig zerkleinerten Blauschimmelk&#228;se dar&#252;ber, dessen Aroma sich fantastisch mit der Suppe verbindet. So wird aus dem grauen Klassiker eine w&#228;rmende Delikatesse.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.delidauerdienst.de/rezepte/herbst-sucks-kartoffelsuppe-nicht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gute Unterhaltung</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/rezepte/ueber-den-tellerrand/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/rezepte/ueber-den-tellerrand/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 12:14:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezepte]]></category>
		<category><![CDATA[Kaninchen]]></category>
		<category><![CDATA[Marinade]]></category>
		<category><![CDATA[Pilzsoße]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.delidauerdienst.de/?p=544</guid>
		<description><![CDATA[[inspic=115,right,thumb]CALIFONRNICATION, SIX FEET UNDER, HOW I MET YOUR MOTHER, ENTOURAGE, THE WEST WING, FUTURAMA, FAMILY GUY – Hollywood produziert einen durchkomponierten Serien-Kracher nach dem anderen. Im Land von ARD und ZDF hingegen laufen altbackene Sozial-Dramen…]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/10/kaninchen.jpg" alt="Kaninchen" title="Kaninchen" width="430" height="276" class="alignnone size-full wp-image-543" /></p>
<p>
<strong>&#220;ber Fernsehserien, Kaninchen und Dr. Oetker</strong>
</p>
<p>
CALIFONRNICATION, SIX FEET UNDER, ENTOURAGE, THE WEST WING, FUTURAMA, FAMILY GUY, HOW I MET YOUR MOTHER – Hollywood produziert einen durchkomponierten Serien-Kracher nach dem anderen. Im Land von ARD und ZDF hingegen laufen altbackene Sozial-Dramen und schlampige Abg&#252;sse einer grauen Realit&#228;t. Schon beim Vorspann von TIERARZT DR. MERTENS vergeht dem geneigten Zuschauer der Appetit.
</p>
<p>
W&#228;hrend man den Programmdirektoren einen Blick &#252;ber den Tellerrand nahelegen will, braten wir uns einen Klassiker. Jeder gute Stoff vertr&#228;gt eine Prise Shakespeare. In diesem Fall ist Hamlet ein Kaninchen von Netto. Dieser Supermarkt ist zwar eine Karma-H&#246;lle, doch zwischen unterbezahlten Mitarbeitern und Aktionsware vom letzten Herbst finden sich von Zeit zu Zeit echte Perlen: Wachteln, Perlh&#252;hner, Wildlachs oder eben Keulen vom Bio-Kaninchen aus der Brandenburger Mark.
</p>
<p>
Dies ist nicht das welke Fleisch von Horst Tappert, also legen wir die St&#252;cke in eine w&#252;rzige Marinade, anstatt sie, wie es seit Jahrzehnten vom Dr.Oetker-Kochbuch empfohlen wird, mit Senf einzureiben. Dadurch wird das Fleisch saftiger und der sanfte Wildgeschmack kommt besser heraus. Die Marinade besteht aus Oliven&#246;l, gesto&#223;enem Wacholder, Lorbeerbl&#228;ttern, etwas Pfeffer und Knoblauch. So eingelegt und mit einer Frischhaltefolie abgedeckt, stelle ich das Fleisch f&#252;r 24 Stunden in den K&#252;hlschrank. Immer wenn ich daran vorbei komme, wende ich die Schenkel, damit das &#214;l von allen Seiten in das magere Fleisch einziehen kann.
</p>
<p>
Mit meinem Stallhasen kann nun fast nichts mehr schiefgehen, wenn wir uns bei der Zubereitung an die Standardmethode halten. Daf&#252;r braten wir die St&#252;cke in der Pfanne auf beiden Seiten gr&#252;ndlich an und lassen sie danach im Backofen bei niedriger Hitze weiterziehen. Die Kaninchenkeulen haben einen Knochen, das verl&#228;ngert die Gartezit. Nach acht Minuten auf der hei&#223;en Herdplatte und zehn Minuten im Ofen sollten sie innen sch&#246;n saftig sein. Um heraus zu finden, wie gar sie tats&#228;chlich sind, kann man entweder einen kleinen, tiefen Testschnitt wagen oder diesen <a href="http://www.lustaufgenuss.de/so_braten_sie_ihr_steak_richtig_/node15350">Test</a> versuchen. Mit etwas Erfahrung l&#228;sst sich damit gut feststellen, ob das Fleisch noch rosa oder schon durch ist.
</p>
<p>
Als Beilage gibt es Bandnudeln und Pilzso&#223;e. Das alles nehme ich mit vor den Bildschirm. Doch statt mich auf der Suche nach Unterhaltung durch ARD, ZDF und die privaten zu zappen, schaue ich mir auf ARTE eine Folge von LIEBLING KREUZBERG an. Das sieht zwar auch nicht so gut aus, wurde aber von Jurek Becker geschrieben. Qualit&#228;t eben – leider selten im deutschen Fernsehen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.delidauerdienst.de/rezepte/ueber-den-tellerrand/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Elch (historisch), Hirsch (frisch)</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/ausserhaus/ja-bedienung-bitte/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/ausserhaus/ja-bedienung-bitte/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 18:36:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außer Haus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.delidauerdienst.de/?p=510</guid>
		<description><![CDATA[[inspic=114,right,thumb]<strong></strong><strong>&#220;ber das Neue Museum, gute Kellner und das Cantamaggio</strong>
<p>
Eine Cafeteria haben wir im Neuen Museum auf der Museumsinsel zwar nicht entdeckt. Aufgrund der wilden Mischung arch&#228;ologischer Funde aus rund 8.000 Jahren waren wir … </p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/10/cantamaggio.jpg" alt="cantamaggio" title="cantamaggio" width="430" height="283" class="alignnone size-full wp-image-512" /></p>
<p>
<strong>&#220;ber das Neue Museum, gute Kellner und das Cantamaggio</strong>
</p>
<p>
Eine Cafeteria haben wir im Neuen Museum auf der Museumsinsel zwar nicht entdeckt. Aufgrund der wilden Mischung arch&#228;ologischer Funde aus rund 8.000 Jahren waren wir aber zumindest historisch am Ende gut ges&#228;ttigt. Ein etwas seltsames Exponat, das neben der Nofretete jedoch stark verblasst, ist das Skelett eines Elchs, der vor vor geraumer Zeit dort verstarb, wo heute die Berliner U-Bahn ihre Runden dreht. Wie er ins Jenseits schlurfte, ist unbekannt. Dass sein Fleisch nicht auf den Tellern des CANTAMAGGIO gelandet sein durfte, kann hingegen als gesichert gelten – auf der Speisekarte findet sich zwar Hirsch, von Elch jedoch keine Spur.
</p>
<p>
Das Restaurant in der Alten Sch&#246;nhauser Stra&#223;e geh&#246;rt zu den festen Gr&#246;&#223;en in der gastronomischen Landschaft Berlins und sein guter Ruf eilt dem Besucher entgegen, nicht allein weil Blixa Bargeld es als eines seiner Lieblingsrestaurants angibt. Mit der &#252;bersichtlichen, aber feinen Speisekarte vor Augen, sollte man es ihm, dem bekennenden Fischliebhaber, nachtun: Der Kabeljau mit Fenchel war eine wahre Freude. Die Haut appetitlich und knusprig gebraten, das Fleisch so zart und saftig, dass Atlantikwellen um den Gaumen sp&#252;len.
</p>
<p>
Und auch der Hirsch macht seiner Verwandschaft im Neuen Museum keine Schande. Das Fleisch war zart und rosa, wie man es sich w&#252;nscht, die Beilagen liebevoll zubereitet und die So&#223;en perfekt abgeschmeckt. Die kr&#228;ftigen Wild- und Waldaromen wurden durch die Weinauswahl des Kellners gl&#228;nzend erg&#228;nzt. Auf unsere Bitte hin, w&#228;hlte Michael Egger mit viel Geschmack auch zum Kabeljau einen herrlichen Rotwein aus.
</p>
<p>
Der Service ist ohnehin eine der vielen St&#228;rken des CANTAMAGGIO. Die ruhige Freundlichkeit ist vorbildlich und nicht zu vergleichen mit dem unterw&#252;rfigen Geschw&#228;tz, das einem sonst so oft begegnet. Man arbeitet mit Respekt: vor den Speisen, sich selbst und nicht zuletzt dem Gast, der sich kein oberfl&#228;chliches L&#228;cheln w&#252;nscht, sondern gen&#252;gend Sachverstand. &#8220;S&#252;&#223;e Verf&#252;hrungen&#8221;, Konjunktiv-Orgien und Solariumsbr&#228;une gibt es hier nicht, statt dessen jedoch humorvolle Spontanit&#228;t.
</p>
<p>
Die Patronin ist zurecht stolz darauf. Also gew&#228;hrt sie ihren Obern einen hervorgehobenen Platz im Internet-Auftritt des Restaurants. In unterhaltsamen kleinen Filmen geben die Herren Einblick in die Philosophie ihres Handwerks und erz&#228;hlen nebenbei, welche T&#228;tgkeiten sie zuvor aus&#252;bten:  Aushilfsskilehrer, Musiker, Schornsteinfeger, Makler oder Preisboxer wird da genannt. Am Ende sind sie zum Gl&#252;ck Kellner geworden. Und wir ihre G&#228;ste.<br />
<font COLOR="#666666"><br />
Restaurant Cantamaggio<br />
Alte Sch&#246;nhauser Stra&#223;e 4<br />
10119 Berlin-Mitte<br />
Telefon 030 / 283 18 95<br />
<a href="http://www.cantamaggio.de">www.cantamaggio.de<br />
</a></font></p></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.delidauerdienst.de/ausserhaus/ja-bedienung-bitte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Balkan und die Feigen</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/ausserhaus/von-sarajevo-bis-istanbul-mit-feigen/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/ausserhaus/von-sarajevo-bis-istanbul-mit-feigen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 12:20:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außer Haus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kosmos-happa-happa.de/?p=461</guid>
		<description><![CDATA[[inspic=113,right,thumb]Wer den Balkan bereist, der geht auch gern bei Rot &#252;ber die Stra&#223;e und genie&#223;t den Aufenthalt in den Grenzregionen zivilisatorischer Ordnung. Zwar bet&#228;tigen sich auch hier Investoren, um mit ihren griffigen …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/09/feigen.jpg" alt="Feigen" title="Feigen" width="430" height="302" class="alignnone size-full wp-image-462" /></p>
<p>
<strong>&#220;ber Sarajevo, Handelsketten und Blut</strong>
</p>
<p>
Wer den Balkan bereist, der geht auch gern bei Rot &#252;ber die Stra&#223;e und genie&#223;t den Aufenthalt in den Grenzregionen zivilisatorischer Ordnung. Zwar bet&#228;tigen sich auch hier Investoren, um mit ihren griffigen Gesch&#228;ftsmodellen der Welt ihre Ordnung zu verpassen, doch noch geh&#246;rt Mut zum Investment. Soll die Krise ruhig weiter toben, wenn dadurch Belgrad, Sarajevo und Istanbul ihre laute und staubige Erscheinung etwas l&#228;nger behalten k&#246;nnen, und die Menschen ihr Fastfood weiterhin selbst zubereiten.
</p>
<p>
Sarajevo zum Beispiel liegt wie eine antike Tonschale in den T&#228;lern des Dinarischen Gebirges. W&#228;hrend diese abgelegene Lage den 300.000 Einwohnern im B&#252;rgerkrieg zum Verh&#228;ngnis wurde, ist sie heute gleichsam eine Metapher f&#252;r eine Welt jenseits der seelischen Verfettung. In Sarajevo gibt es weder McDonalds, noch Wienerwald, Kentucky, Starbucks oder eine Ikea-Cafeteria. Vermutlich ist das in erster Linie ein Zeichen von mangelnder Kaufkraft, doch gleichzeitig macht das die Hauptstadt Bosniens zu einem Ort, der anders funktioniert als andere Metropolen. Statt Werbung f&#252;r Victorias Secret schm&#252;cken 25 Jahre alte Reklamen aus Solingen die &#246;ffentlichen Verkehrsmittel. Statt Hugendubel und Douglas reihen sich Familienbetriebe aneinander. Statt privaten, unterbezahlten Wachleuten bestimmen traumatisierte Soldaten das Stadtbild.
</p>
<p>
Ein leckeres Beispiel aus dieser Welt sind die Feigen, die es bei jedem Kleinh&#228;ndler zu kaufen gibt. Sie haben weder Normma&#223;e, noch sind sie besonders ansehnlich, denn ihre gr&#252;ne Farbe neigt sich h&#228;ufig dem Braun zu. Doch wenn andere Fr&#252;chte faulen, beginnt bei der Feige eine zweite Reife. Dann entwickelt sich ein Geschmack, der wegen seiner Fruchtigkeit und seiner vulg&#228;ren S&#252;&#223;e seinesgleichen sucht. Mit jedem Bissen in diese gr&#252;ne Schlichtheit &#246;ffnet sich ein warmes, flauschiges Nest. Diese kleine traditionelle Frucht ist viel s&#252;&#223;er und aromatischer als ihre in feinen Pelz geh&#252;llte, violette EU-Schwester. Wer die kleine Frucht von innen heraus erkundet, begreift was die Autoren der Osmanen in ihren Liedern besangen. Angeregt durch die Konsistenz rauscht das Blut durch den K&#246;rper, pumpt und f&#252;llt was zu f&#252;llen ist.
</p>
<p>
Nun w&#228;re es schade, eine ganze Region auf eine unscheinbare Frucht zu reduzieren. Denn nat&#252;rlich gibt es auch duftend Brote aus dem Steinofen, K&#246;ftes und Kebabs, Çaçik und Humus, Auberginen und gef&#252;llte Weinbl&#228;tter, Lamm und Fisch, gebacken, gebraten oder geschmort. Doch so gut eine gef&#252;llte Muschel am Ufer des Goldenen Horns in Istanbul auch mundet, am Ursprung von alldem liegen Kleinigkeiten wie die Feigen. Wer solche Fr&#252;chte kennt, der begreift, welche was die Welt zu bieten hat. Auch wenn es auf den ersten Blick braun und h&#228;sslich ist – oder laut und staubig.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.delidauerdienst.de/ausserhaus/von-sarajevo-bis-istanbul-mit-feigen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schenkel und Croûtons</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/rezepte/schenkel-und-croutons/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/rezepte/schenkel-und-croutons/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 11:43:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezepte]]></category>
		<category><![CDATA[Croûtons]]></category>
		<category><![CDATA[Geschmortes]]></category>
		<category><![CDATA[Huhn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kosmos-happa-happa.de/?p=450</guid>
		<description><![CDATA[[inspic=112,right,thumb]Als ich Gisbert zu Knyphausen h&#246;re, kommt die Klarheit zur&#252;ck. Das ist sie endlich, die Stimme die mit ihrem Ich f&#252;r mein Wir spricht. Mit diesem Mann gibt es endlich jemanden aus meinem Jahrgang, den ich bewundere. Und der Blick in der K&#252;hlschrank…]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/06/schenkel.jpg" alt="H&#228;hnchenschenkel mit Croutons" title="H&#228;hnchenschenkel mit Croutons" width="430" height="303" class="alignnone size-full wp-image-452" /></p>
<p>
Als ich <a href="http://www.myspace.com/gisbertzuknyphausen">Gisbert zu Knyphausen</a> h&#246;re, kommt die Klarheit zur&#252;ck. Das ist sie endlich, die Stimme die mit ihrem Ich f&#252;r mein Wir spricht. Mit diesem Mann gibt es endlich jemanden aus meinem Jahrgang, den ich bewundere. Und der Blick in der K&#252;hlschrank bringt schnell Klarheit. Zu dieser Musik koche ich etwas herbes, was aber schmackhafter nicht sein k&#246;nnte.
</p>
<p>
Um es kurz zu machen: es gibt H&#228;hnchenschenkel und Croûtons. Die Fleischst&#252;cke brate ich zuerst mit Salz, Pfeffer und einigen Knoblauchzehen in einem gro&#223;en Topf in Oliven&#246;l an, das darf ruhig ein paar Minuten dauern, denn sie sollen schon ein wenig Farbe annehmen. Nachher werden sie lange schmoren, und auf diesen Weg kann ich ihnen damit schon mal ein paar Aromen mitgeben. Daf&#252;r behalte ich sie aber gut im Auge und wende sie regelm&#228;&#223;ig, damit sie von allen Seiten Farbe annehmen.
</p>
<p>
Wenn es soweit ist, gebe ich einen guten Essl&#246;ffel Tomatenmark aus der Tube hinzu und schwitze es mit an. Nun kommt der erste kleine Trick, um das Gericht zu einem Erfolg zu machen. Entweder gebe ich ein wenig Paprikapulver hinzu, dass kurz mit anbr&#228;t, oder einige gehackte getrocknete Tomaten. Beides gibt dem Essen eine ganz leichte, herbe Note.
</p>
<p>
In den Topf wandern nun ein Str&#228;u&#223;chen frischer Rosmarin, einige Lorbeerbl&#228;tter, getrockneter Oregano und Majoran, gen&#252;gend Salz und frischer Pfeffer und zuletzt ein Glas Wasser, um alles zu beruhigen. Wie ein Coq Au Vin soll dass ganze nun sch&#246;n langsam zusammen schmoren, damit sich aller Aromen, besonders die des H&#228;hnchens, entfalten und mit einander verbinden k&#246;nnen. Das sollte ruhig eine halbe Stunde dauern. Dann ist das Fleisch gar und zart und l&#246;st sich fast von alleine vom Knochen.
</p>
<p>
In der Zwischenzeit bereitet man die Croutons zu. Besonders gut sind sie, wenn man daf&#252;r ein K&#246;rnerbrot nimmt und die W&#252;rfel mit einer Prise Salz auf kleiner Flamme in etwas Oliven&#246;l ausb&#228;ckt. Solche Brotw&#252;rfel mit einem Hauptgang zu servieren, habe ich in der Toskana gelernt. Dort wurde fr&#252;her in der bescheidenen Landk&#252;che manches Gericht mit altem Brot angereichert, was im Zusammenspiel mit einer guten So&#223;e eine ausgezeichnete Verwendung ist.
</p>
<p>
Auf dem Teller findet sich das Gericht schlie&#223;lich neben ein wenig Frisee-Salat wieder. Der ist auch leicht herb und passt damit hervorragend zum Fleisch. Und wenn der Besuch nicht rechtzeitig zum Mittagessen kommt, tut es mir leid, aber dann esse ich alles alleine. Kein Problem meinerseits.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.delidauerdienst.de/rezepte/schenkel-und-croutons/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Blixa zwischen Gut und B&#246;se</title>
		<link>http://www.delidauerdienst.de/vermischtes/blixa-zwischen-gut-und-boese/</link>
		<comments>http://www.delidauerdienst.de/vermischtes/blixa-zwischen-gut-und-boese/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 May 2009 09:18:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kosmos-happa-happa.de/?p=437</guid>
		<description><![CDATA[[inspic=111,right,thumb]Wer keinen Standpunkt bezieht, ist nicht da gewesen, hat nicht teilgenommen, nicht gesehen, nicht geh&#246;rt, nicht probiert oder geredet. Er geht wie er gekommen ist. BLIXA BARGELD hat zu allem eine Meinung. Das kann dem Leser auf die Nerven gehen. Aber weil er ein …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> 	<img src="http://www.delidauerdienst.de/wp-content/uploads/2009/05/blixa.jpg" alt="blixa" title="blixa" width="430" height="313" class="alignnone size-full wp-image-439" /></p>
<p style="text-align: right"><font size="-2">Foto Residenzverlag</font></p>
<p>
Wer keinen Standpunkt bezieht, ist nicht da gewesen, hat nicht teilgenommen, nicht gesehen, nicht geh&#246;rt, nicht geschmeckt. Er geht wie er gekommen ist. BLIXA BARGELD hat zu allem eine Meinung. Das kann dem Leser auf die Nerven gehen. Aber weil er ein super Typ ist, h&#246;ren wir erst einmal zu. Denn es gibt nicht viele Stars, die man noch verehrt, nachdem sie bei Biolek gekocht haben.
</p>
<p>
Jetzt hat Blixa Bargeld also ein Buch &#252;ber das Essen geschrieben. Der S&#228;nger der EINST&#220;RZENDEN NEUBAUTEN f&#228;hrt durch die Welt um Konzerte zu spielen und nutzt die Zeit dazwischen um essen zu gehen und Ausstellungen zu besuchen. Dann schreibt er dar&#252;ber, macht ein Buch daraus und widmet sich wenige Tage sp&#228;ter schon seinem n&#228;chsten Projekt. So muss man es machen.
</p>
<p>
Es dauert nicht lange bis man begreift, um was es in EUROPA KREUZWEISE geht. Im Mittelpunkt steht was Blixa mag und was er nicht so mag. Er mag zum Beispiel keine Design-Hotels, keine verspielte Micky-Mouse-K&#252;che, keine verrotteten Hotels, und schon gar keine mit d&#252;nnen W&#228;nden, keine Kartoffelchips, keine lauten Amis, keine Russen in Hosentr&#228;gern und sicherlich auch keine schlechten Speisekarten.
</p>
<p>
Zu studieren was er mag ist nat&#252;rlich viel erquicklicher: Zum Beispiel das Men&#252; Bouillabaise im Restaurant CHEZ DOMINIQUE in Helsinki. Oder Schuhe aus Mailand, aus einem Laden neben dem Dom. &#8220;Spaghetti mit Seeigel und Kaffee&#8221; bei CRACCO in derselben Stadt machen ihn ebenso gl&#252;cklich wie der Hering bei LEIF MANNERSTR&#214;M in G&#246;teborg oder das &#8220;Verkostungsmen&#252;&#8221; im Kopenhagener NOMA.
</p>
<p>
Ich freue mich, dass Blixa gutes K&#252;che sch&#228;tzt, und ich freue mich &#252;ber dieses Buch. Denn beides hat Stil. Doch auch wenn der Band mit kleineren Gedichten und Songelemente durchsetzt ist, bleiben die 123 Seiten inhaltlich recht &#252;berschaubar. Essen w&#252;rde ich mit ihm trotzdem gerne mal. Zum Beispiel im Restaurant CANTAMAGGIO, unweit der Volksb&#252;hne.
</p>
<p>
<em>Blixa Bargeld: Europa Kreuzweise<br />
Residenzverlag<br />
123 Seiten, 14,90 €</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.delidauerdienst.de/vermischtes/blixa-zwischen-gut-und-boese/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
