Eiswein-Streit

Trauben für Eiswein

Trauben für den Eiswein

Dass auch in der feinen Welt des Weines reichlich gefrevelt wird, ist Teil der uralten Geschichte der Weinproduktion. Kürzlich beschäftigte ein Streit um die Herstellung von Eiswein die Gerichte. Für diese Spezialität lässt man üblicherweise die Trauben bis zum frühen Winter am Stock. In einer kalten Nacht werden sie dann geerntet und – noch gefroren – ausgepresst. Wegen des fruchtigen und konzentrierten Geschmacks wird daraus ein gefragter Süßwein. Für eine halbe Flasche werden bisweilen 100 Euro und mehr bezahlt.

Auch weil die Bedingungen längst nicht in jedem Jahr geeignet sind, ist Eiswein eine relativ seltene (und kostbare) Spezialität. So ein Geschäft lässt sich mancher Winzer nicht gern entgehen. Zumal die Trauben früher oder später verloren sind, wenn der knackige Frost auf sich warten lässt. So geschehen im Winter 2011/2012. Als im Januar die Trauben immer noch am Stock hingen, entschieden sich einige Winzer in Rheinland-Pfalz, sie endlich zu Wein zu machen. Inzwischen waren die Trauben allerdings mit Grauschimmel überzogen. Über die Winzer-Regel, dass es mindesten -7°C kalt sein müsse, setzte man sich außerdem geflissentlich hinweg.

Später verweigerten jedoch die staatlichen Prüfer das amtliche Prädikat. Hiergegen gingen die Winzer gerichtlich vor. Das Verwaltungsgericht Mainz hat die Klagen nun jedoch abgelehnt. Vor allem, dass Rückstände des Grauschimmels im fertigen Wein nachweisbar waren, wurde von den Richtern nicht toleriert. Die Winzer können ihren Frust über die strenge Regeln ihres Handwerks nun in ihrem „Eiswein 2011“ ertränken. Der Kater wird nicht lange auf sich warten lassen.

Bild rivard

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