Ein kalter Verriss

Anspruch und Wirklichkeit in Paris

Dem Kritiker Jay Rayner hat ein schlechtes Essen die Paris-Reise verhagelt, denn im Guardian lässt er seinem Frust freien Lauf und verreist das Restaurant Le Cinq von Chefkoch Christian Le Squer. Glaubt man Rayner, wird in jenem Feinkost-Tempel mit den Entwicklungen der Molekularküche von Ferran Adria herumgefrevelt. Besonders eine Vorspeise, Gratinierte Zwiebeln, lässt ihn Galle speien: „Vorwiegend schwarz, wie Albträume, und klebrig wie der Fußboden nach einer Teenager-Party.“ Die Milchhaut auf dem Schokoladendessert ist „wie etwas, das von einem Verbrennungspatienten herunterfällt“.

Besonders die Milchhaut kommt schlecht weg

Man möchte innehalten, und den Kritiker ermahnen sachlich zu bleiben, aber glücklicherweise hat Rayner ein paar Bilder seines Diners hinzugefügt. Sie haben mit den PR-Fotos, die das Restaurant selbst zur Verfügung stellt, nichts zu tun. Er hat auch schon bei anderen Gelegenheiten 600 € für ein Abendessen ausgegeben, schreibt Rayner, aber nie sei es so schlecht gewesen.

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