Ein Salat aus Sylter Kartoffeln

Sylter Kartoffeln

Sylter Kartoffeln

Gehört es nicht zu den besonders schönen Dingen am Reisen, lokale Kleinigkeiten kennenzulernen? Wie wird das Brot gegessen, welcher Käse steht auf dem Tisch, welcher Snacks gibt es am Nachmittag. In den Unscheinbarkeiten erkennt man besten, welche Traditionen in einer Region lebendig sind. Auf Sylt heißt das: man muss nicht bei Johannes King zu Abend essen, um ein Stück von der Insel kennenzulernen. Mehr als jeder Gosch und jede Sansibar verrät uns die Kartoffel.

Denn obgleich es sich bei der Sorte Annabelle um eine moderne, holländische Zuchtsorte handelt, steckt in der Knolle, die ihre Wurzeln in den Sylter Sandboden gegraben hat, doch die Zartheit der Landschaft, die frische der Nordsee Luft und die Unverfälschtheit des Wattenmeeres. Um ihren Charakter zu entdecken, kochen wir sie ganz einfach mit Salz als Pellkartoffeln und probieren sie mit einer guten Butter und etwas Dill, ganz so, wie es uns empfohlen wurde. Satt und cremig ist der Geschmack. Der Sorte entsprechend ist sie festkochend, was sie einem hohen Stärkeanteil verdankt.

Das macht sie auch zu einem Kandidaten für einen guten, nordeuropäischen Kartoffelsalat:

Sylter Kartoffelsalat

Sylter Kartoffelsalat

Sylter Kartoffelsalat

Wir waschen ein Kilo Kartoffeln gründlich und kochen sie dann mit Schale und reichlich Salz im Ganzen. Das dauert bei den dicken Knollen gut eine halbe Stunde. Ein paar Minuten mehr sind besser, als wenn sie im Kern noch roh sind. Also lohnt sich hier ein wenig Geduld. Danach pellen wir sie, was bei den Kartoffeln ganz leicht geht, und zerschneiden bzw. „zerpflücken“ sie in schöne Happen. Um sie als Salat anzumachen, lassen wir sie dann zunächst einige Minuten auskühlen, so dass sie für den nächsten Schritt höchstens noch lauwarm sind.

Nun mischen wir zwei Becher gute Crème Fraîche (Discounter-Ware ist immer von bedauerlicher Qualität!), etwas Salz und drei bis vier Esslöffel gehackten Dill. Wir heben kleine Stücke von geräuchertem Lachs darunter (rund 100 Gramm). Dann bestreuen wir den fertigen Salat mit Hobeln oder Bröckchen von einem schönen englischen Cheddar. Durch seinen sahnigen und leicht säuerlichen Geschmack und seine ausgeprägte Cremigkeit passt er perfekt zu jedem einzelnen Bestandteil. Das ganze beträufeln wir mit einem sehr guten Olivenöl. Man könnte nun auch noch ein paar gehackte Frühlingszwiebeln darüber streuen.

Dieser Kartoffelsalat müsste sich auf keiner Speisekarte der zahlreichen Sylter Restaurants verstecken!

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