Dallmayr in München

Dallmayr in München, 2012
Hier leuchten die Canapés in kräftigen Tönen und sie sind so dick glasiert, als wäre die Zeit in den 1960er-Jahren stehen geblieben. Hier hängen selbstbewusst 16-ender im Verkaufsraum. Und im Puttenbrunnen bewegen sich Flusskrebse solang im Müßiggang bis ihr letztes Stündlein schlägt. Willkommen im Häppchen-Paradies, willkommen in der Welt der Törtchen-Sünden, willkommen bei Dallmayr in München.

Cannapés bei Dallmeyer in München, 2012Hier flirtet der Herr Huber vom Wein eine kleine Ewigkeit mit der Frau Nachleitner aus der Schokoladenabteilung. Hier sagt man zueinander ganz selbstverständlich „Sie“. Und man sagt „Mahlzeit!“, ohne dass es vulgär klingt. Im ersten Stock das Restaurant hat seit 2009 den zweiten Michelin-Stern.
Gleich siebzig Köche versorgen den Verkauf mit Nachschub an Kalbsmedaillon auf Artischockenboden, Kaninchenrücken auf Ananas, Lachscrème-Tropfen, Aalschnitten, Sahnetorten, Petit Fours und desgleichen viel, viel mehr. Dazu kommen die unzähligen Mitarbeiter im Verkauf. Die Herren tragen Anzug, die Damen zupfen sich beständig blaue Kleider mit weißen Schürzen zurecht. Allein in der engen Zigarrenabteilung sind stets drei junge Männer um die Beratung der Kundschaft besorgt. Wenn es nach den Münchnern geht, dann kann es für immer so bleiben: Zum Sündigen geht man zum Dallmayr.

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