Dänische Remoulade

Dänische Remoulade

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Manche lieben die gelbe Remoulade zu Hotdogs, andere tun sie zum Schinken aufs Brot. Nachhaltig ist der Genuss nicht gerade. Denn wer einmal damit anfängt, der bekommt nie genug.

Dänen und Holländer verfügen über ein reichhaltiges Repertoire an Fastfood-Spezialitäten. Der werte Leser weiß inzwischen, wie ich über diese Kost denke: billige Schnellgerichte sind mir zuwider. Nur von Zeit zu Zeit überkommt es mich, dann finde ich mich bei McDonald’s oder in einem Thai-Imbiss wieder und hoffe, dass es mir nach dem Essen ein bisschen schlechter geht.

Was den Holländern ihre Frikandeln, sind den Dänen ihre Hot Dogs. Und beides kommt mir nicht in den Magen, solange ich wählen kann. Doch haben beide Völker für ihre eigentümlichen Nationalgerichte etwas kreiert, um dass ich nicht ohne Weiteres herumkomme. Bei den Holländern ist es „Saté-Saus“, eine würzige Erdnuss-Soße, die man dort gemeinhin zu den (wirklich leckeren) Pommes isst, die sich aber auch auf manchem privaten Esstisch wieder findet.

Bei den Dänen ist es eine gelbe Remoulade, mit denen sie ihre (knatschroten) Brühwürstchen schmücken. Und diese Remoulade ist wirklich ein Phänomen. Sie ist süß und würzig, wirklich yummi, doch bald, nachdem man sein Schinken-Brötchen verspeist hat, stellt sich eine Art Suchtverhalten ein: „Das Brot war gut, ich brauche noch eins.“ Also macht man mehr und auch die Dosis wird erhöht, und man fürchtet sich vor dem Augenblick, wenn die Tube leer sein wird. Denn der Stoff ist schwer zu bekommen, auch wenn er billig ist.

Die Remouladensoße schmeckt tatsächlich, wie sie aussieht: total unentspannt, aber unterhaltsam. Dabei sind die Zutaten weitgehend klassisch (abgesehen von den diversen Stabilisatoren und Konservierungsstoffen): Eier, Öl, saure Gurken, Essig, Senf, Blumenkohl (!?), Weißkohl und Zwiebeln. Gegenüber dem französischen Original unterscheidet sie sich vor allem durch die exorbitante Beigabe von Zucker. Die gelbe Farbe taucht auf der Zutatenliste nicht auf. Vermutlich kommt sie von den Eidottern. Es muss grell und es darf schwer sein in Dänemark.

Um den Sportfans noch etwas zu bieten, möchte ich noch anmerken, dass es zwischen den Staaten eine weitere Gemeinsamkeit gibt: beide Nationalmannschaften sind bisher einmal Europameister geworden. Oranje gewann den Titel 1988 in München, die Dänen vier Jahre später in Göteborg. Das letzte Spiel gegeneinander 2001 in Kopenhagen endete unentschieden. Der nächste Schlagabtausch findet schon in der kommenden Woche statt. Mein Tipp: eine Wurst dazu, damit ist man auf jeden Fall auf der richtigen Seite.

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