Braufest Berlin

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Man sollte die Kultur des Bieres keinesfalls den Großbrauereien überlassen. Denn dort wird das Bier mit der Zeit vor allem eines: billig. Statt um Qualität zu kämpfen beherrscht ein Preiskampf den Markt. Es wird nach Kräften gespart. So verrät uns ein Blick auf die Etiketten den Zusatz von Hopfenextrakt, die sich in den letzten Jahren bei fast allen Biersorten durchgesetzt hat.

Anfangs wurde diese Chemikalien-Mixtur noch strikt abgelehnt. Doch heute hat die Industrie sie längst salonfähig gemacht. Dort verweist man bei Nachfragen gerne auf die gleichbleibende Qualität, die durch industrielle Zusätze erreicht wird. In Wirklichkeit aber macht man sich lediglich die Arbeit leichter. Denn Hopfen ist ein sensibles Naturprodukt und muss als solches behandelt werden. Genau hierfür braucht es die Fachkenntnisse der Braumeister. Mit den stinkigen Zusätzen kann man sich also leicht ein paar Arbeitsschritte sparen. Im Kampf gegen den Konkurs ist jedes Mittel recht.

Dass auch Deutschland, Mutter des Reinheitsgebots, schließlich wieder die Kunst des Bierbrauens für sich entdeckt, ist deshalb besonders erfreulich. Einige Kleinbrauereien in der Hauptstadt beweisen, was man in den Familienbetrieben der Provinz noch nicht vergessen hat: dass ein gutes Bier eine fantastische Würze, Komplexität und Vielfalt haben kann, dass es lecker schmeckt. Auf dem Braufest Berlin zeigt sich noch bis Sonntag, was state of the art is. Damit ist es das glatte Gegenteil vom Bierfestival auf der Karl-Marx-Allee, wo alljährlich dröges Bier an dröge Massen ausgeschenkt wird.

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