Schwarzbuch WWF - Deli Dauerdienst
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  • Tigerschutz, eine Hauptaufgabe des WWF

    Bild Jean-Jacques Halans

    Schwarzbuch WWF

    Es ist peinlich, wie sich Buchgroßhändler und große Buchhändler im Umgang mit diesem Sachbuch verhalten haben: Noch bevor ein Gericht über die Rechtmäßigkeit der Veröffentlichung entschieden hat, haben sie das Schwarzbuch WWF auf Druck der Umweltorganisation aus ihrem Programm genommen. Inzwischen hat das Kölner Landgericht zugunsten des Autors Wilfried Huismann und seines Verlages Random Haus entschieden. Das Buch darf so wie es ist weiter vertrieben werden, doch Amazon hat das Werk noch immer nicht im Programm. Lediglich einige Vertragshändler wollen das Buch an die Kunden ausliefern.

    Warum das Ganze? In seiner Arbeit behandelt Huismann die Strukturen und die Arbeitsweise der Umweltorganisation WWF. Seine Beschreibungen zeichnen das Bild eines steinreichen, wirtschaftsnahen und intransparenten Vereins, der sich bevorzugt der eigenen PR sowie ökologisch fragwürdigen Leuchtturmprojekten widmet. Darüber hinaus erhebt Huismann den Vorwurf, der WWF verfolge ein elitäres Umweltmodell. Die Organisation sei keine Graswurzel-Bewegung, die nachhaltige Veränderungen erzeugen will, sondern ein Club reicher, weißer Kolonialromantiker, die mit gigantischen Budgets die Illusion einer heilen Natur errichten wollen.

    Innerhalb der Zäune, von denen im Buch immer wieder die Rede ist, herrsche eine scheinökologische Diktatur, außerhalb kooperiere man mit global agierenden Industrie-Unternehmen, die offensichtlich gewaltigen Schaden an der Umwelt und den betroffenen Gemeinschaften anrichten. Zu den Kooperationspartnern des WWF gehören demnach Unternehmen wie die Ölmultis Shell und Exxon Mobile, der Fastfood-Riese McDonald’s, der umstrittene Saatguthersteller Monsanto und der Aluminiumproduzent Alcoa.

    Gleichzeitig schade der WWF den Interessen der lokalen Bevölkerung. So mussten in Indien nach Angaben des Autors mehrere Hunderttausend Ureinwohnern des Stammes der Adivasi ihre Dörfer im Wald verlassen, damit immer wieder neue Tigerschutzzonen errichtet werden können. Heute brettern dort Tag für Tag Ökotouristen mit ihren Jeeps durchs Unterholz, um die Raubkatze vor die Linse zu bekommen. Die Adivasi, deren Name wörtlich übersetzt bedeutet Die die zuerst da waren wurden um ihre Lebensgrundlage gebracht und verdingen sich heute für Hungerlöhne auf den Plantagen der Umgebung oder leben in den Slums der Städte.

    Leider hat das Buch tatsächlich einige Schwächen, durch die es angreifbar wird. Es ist bisweilen schnoddrig und unpräzise geschrieben. Immer wieder stößt man auf undurchsichtige Formulierungen und verdeckte Behauptungen. Alles in allem ist das Werk trotzdem eine gewaltige Anklage. Die erstklassig finanzierten PR-Berater des WWF werden sich auch in Zukunft kaum über mangelnde Beschäftigung beklagen.

    Schwarzbuch WWF
    Schwarzbuch WWF
    Wilfried Huismann
    Gütersloher Verlagshaus
    256 Seiten, 19,99 €

    Erschienen am 22. Juni 2012


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