Deli Dauerdienst - Übers Essen reden
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  • Kid Kopphausen: Eine deutsche Supergroup

    Mit einem kleinen Medley präsentieren Nils Koppruch und Gisbert zu Knyphausen das Ergebnis ihrer Kollaboration: das Album ‘I’, das sie im August unter dem Namen Kid Kopphausen veröffentlichen werden. Als Supergroup wandeln sie damit auf den Spuren von internationalen Stars wie Crosby, Stills, Nash & Young, die jeder für sich schon oben im Musikbusiness angekommen waren, bevor sie sich zusammenschlossen und ihren musikalischen Genius in die Waagschale warfen, um wunderschöne, vertrackte Harmonien zu komponieren.

    Natürlich klingt so etwas in Deutschland ein bisschen anders. Ein bisschen mehr nach Stoppok oder nach Element of Crime. Heute wie damals gehören Anklage, Weltschmerz und das Leiden an sich selbst zur Haltung der alternden Gitarrenbarden. Trotzdem irgendwie ok, vor allem wegen der Texte von Gisbert zu Knyphausen und immer dann, wenn die Arrangements ein wenig Komplexität entfalten.

    Erschienen am 15. Juni 2012   

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    Ayako Suwa: A lingering taste of regret

    Bild DD

    Neun Meditationen des Geschmacks

    Ayako Suwa in BerlinZweifelsfrei war beim Taste Festival, das am Sonntag in Berlin zu Ende gegangen ist, die Arbeit der Japanerin Ayako Suwa einer der Höhepunkte. Ihre Performance des Geschmackssinns trägt den Namen sensuous Food, emotional taste. Bei einem streng geführten Abendessen serviert sie ihren Gästen neun kleine Speisen mit dem Ziel, die Esser emotional zu berühren. Das kleine Wunder gelingt. Ein kleiner gefüllter Pilz, außen eiskalt und innen warm, der als erstes Gericht serviert wird, löst bei den Gästen Überraschung, Freude und Verwunderung aus. Der Name der Speise: „A taste of shame and joy, that slowly turns into pleasure.”

    Ayako Suwa in BerlinWährend schwarz gekleidete, mit roter Farbe geschminkte Kellner ernst die Speisen servieren, erzeugen im Unsichtbaren verborgen ein Trompeter und ein Schlagzeuger meditative Klänge. Mit ihrer Arbeit bezieht sich die Künstlerin allerdings nicht auf östliche Traditionen. Stattdessen schafft sie mit ihrem Konzept eine geschlossene Welt, die für sich genommen an jedem Ort und in jedem kulturellen Kontext gleichermaßen funktionieren kann. Es ist der Versuch, den (eigentlich konservativen) Geschmackssinn für die Erkenntnisse der Kunst zu öffnen. Eine faszinierende Aufgabe, die ihr ganz geglückt ist.

    Zur Webseite von Ayako Suwa

    Erschienen am 11. Juni 2012   

    Berlin / Essen / Kunst / Übersicht | Permalink | Kommentieren


    Kochen ist Chefsache

    Natürlich ist das Kochen reine Chefsache. Diese Arbeit gibt man nicht aus der Hand, wenn es nicht anders geht. Doch Jean Reno kann nicht anders. Er spielt einen ausgebrannten Spitzenkoch, der einen Fremden an den Herd lassen muss. Tata, das ist nichts besonderes. Aber wenn Jean Reno als Koch auftritt, schaut man sich auch diese leichte Sommerkomödie gern an. Statt Fußball zum Beispiel.

    Kochen ist Chefsache – Kinostart 7. Juni 2012

    Mehr Filme übers Kochen gibt es hier.

    Erschienen am 6. Juni 2012   

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    Die Häppchen-Theke Dallmayr in München

    Bilder DD

    Dallmayr in München

    Hier leuchten die Canapés in kräftigen Tönen und sie sind so dick glasiert, als wäre die Zeit in den 1960er-Jahren stehen geblieben. Hier hängen selbstbewusst 16-ender im Verkaufsraum. Und im Puttenbrunnen bewegen sich Flusskrebse solang im Müßiggang bis ihr letztes Stündlein schlägt. Willkommen im Häppchen-Paradies, willkommen in der Welt der Törtchen-Sünden, willkommen bei Dallmayr in München.

    Dallmayr in München, 2012Hier flirtet der Herr Huber vom Wein eine kleine Ewigkeit mit der Frau Nachleitner aus der Schokoladenabteilung. Hier sagt man zueinander ganz selbstverständlich „Sie“. Und man sagt „Mahlzeit!“, ohne dass es vulgär klingt. Im ersten Stock das Restaurant hat seit 2009 den zweiten Michelin-Stern.

    Gleich siebzig Köche versorgen den Verkauf mit Nachschub an Kalbsmedaillon auf Artischockenboden, Kaninchenrücken auf Ananas, Lachscrème-Tropfen, Aalschnitten, Sahnetorten, Petit Fours und desgleichen viel, viel mehr. Dazu kommen die unzähligen Mitarbeiter im Verkauf. Die Herren tragen Anzug, die Damen zupfen sich beständig blaue Kleider mit weißen Schürzen zurecht. Allein in der engen Zigarrenabteilung sind stets drei junge Männer um die Beratung der Kundschaft besorgt. Wenn es nach den Münchnern geht, dann kann es für immer so bleiben: Zum Sündigen geht man zum Dallmayr.

    Erschienen am 4. Juni 2012   

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