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    Bio oder Banane?

    Bei Biobananen verschwimmen die Grenzen. Ist diese Frucht wirklich das bessere Gemüse? Das Karma macht den Unterschied, denn Geschmack ist viel, aber eben nicht alles.

    Zugegeben: Man schmeckt nicht immer, ob ein Produkt ökologisch hergestellt wurde oder nicht. Auch Bio-Fleisch kann zäh sein, auch Bio-Champignons kommen oft ohne echten Pilzgeschmack daher und viele Tomaten aus biologischem Anbau schmecken genauso wässrig wie ihre konventionellen Halbgeschwister. Größere Unterschiede zwischen “bad” und “bio” ergeben sich jedoch bei industriell verarbeiteten Produkten. Wo auf Geschmacksverstärker, Aromen, Emulgatoren und Co verzichtet wird, wird plötzlich der Platz frei für die Eigenaromen der Zutaten und Gewürze. Es wirkt ungewohnt und bisweilen laff, was man zum Beispiel von Frosta auf den Teller bekommt. Doch mit ein wenig Salz, Pfeffer und Sojasoße, so wie einem Blick in das eigene Gewürzregal, steht man am Ende um Längen besser da, als wenn man die chemisch angereicherten Konkurrenzprodukte gekauft hätte.

    Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Körper weitgehend verständnislos auf Glutamat, Aspartam und Saccharin reagiert. Man gaukelt ihm vor, in großem Maße Kalorien zuzuführen, die er jedoch bei der Nahrungsverwertung nicht finden kann. Also will er mehr, und noch mehr, und noch viel viel mehr. Dass das Zeug teilweise auch noch im Verdacht steht, neurologische Abläufe durcheinanderzubringen (und Parkinson und Alzheimer zu befördern), setzt dem Ganzen die Krone auf. Das Gleiche gilt für fettreduzierte Produkte, die zur Selbstkasteiung besser geeignet sind als zur Erzielung nennenswerter Diäterfolge.

    Schlussendlich geht es doch darum, den körperlichen Abläufen zu einem Gleichgewicht zu verhelfen. Ist es nicht offensichtlich, dass man seinem Körper nichts Gutes tut, wenn man immer nur den billigsten Döner in ihn hinein schaufelt? Von Margarine, Formfleisch, Schmelzkäse und Mickey-Maus-Joghurt läuft es mir kalt den Rücken runter. Es kommt bei “Bio” eben nicht nur auf den Geschmack an, sondern auch auf Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Wer sich im Klaren darüber ist, was er isst, der greift aber tendenziell eher zum Besseren, wenn er die Auswahl hat.

    Zuletzt ein Beispiel für die Überlegenheit von Bioprodukten: die Banane. Seit dem Wirtschaftswunder liebt Deutschland die gelbe Obstwurst – obwohl jeder weiß, welche Schande United Fruit den USA bereitet hat. Was heute “Chiquita” heißt, ist einer der Gründe, warum Gringos in Lateinamerika nicht besonders gern gesehen sind: Hungerlöhne, tote Oppositionelle, militärische Interventionen und tonnenweise Pestizide im Grundwasser. Doch der Markt der guten alten Bananen befindet sich im Wandel. Inzwischen gibt es in jedem zweiten Supermarkt nachhaltige Alternativen zu den Produkten der Fruchtmultis. Und die sind nicht nur für das Gewissen des geläuterten Verbrauchers gut, sie schmecken auch fluffiger, aromatischer und vollmundiger. Da muss ich gar nicht zum Kauf aufrufen, Bio-Bananen boomen auch so. Weil sie besser sind.

    Erschienen am 27. Februar 2008


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